Fulda: Kultur- und Musicalstadt und deshalb für viele ein Sehnsuchtsort

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Fulda ist keine laute Stadt. Sie drängt sich nicht auf, sie flaniert. Wer sie besucht, der stellt schnell fest: Geschichte wird nicht ausgestellt, sondern zelebriert und gelebt. Das barocke Stadtbild, das jedoch einige Bauten im Renaissancestil besitzt, wirkt wie aus einem Guss, die Wege sind kurz, die Eindrücke dicht und doch weitläufig. Fulda eignet sich für einen Tagesausflug ebenso wie für ein verlängertes Wochenende – und überrascht dabei mit einer Mischung aus Geschichte, Kultur und architektonischen Sehenswürdigkeiten.

Nur fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt, gelangt man von der Bahnhofstraße kommend, die seit einigen Jahren zur Fußgängerzone umfunktioniert wurde, auf den Universitätsplatz, Herzstück der Stadt und Schauplatz von Konzerten, Festen und Veranstaltungen sowie in der Adventszeit des traditionellen Weihnachtsmarktes. Der Weg südlich vom Bahnhof führt zwangsläufig hinab zur Altstadt und dem Barockviertel, das über die Friedrichstraße mit Läden, Boutiquen und gastronomischer Vielfalt erschlossen wird.

Prächtige Bauten im Fachwerk und Renaissancestil prägen das Stadtbild und laden zum Bummeln und Verweilen ein. Fuldas Wahrzeichen ist aber der Dom St. Salvator oder, wie man die Kathedralkirche des römisch-katholischen Bistumssitz auch nennt, der hohe Dom zu Fulda. Auf seinem Vorplatz finden in den Sommermonaten die weit über die Region hinaus bekannten „Fuldaer Domplatz Konzerte“ statt. Auch wurde auf ihm 2019 mit einer aufwendigen Freiluft-Inszenierung des Bonifatius-Musicals aus der Feder des heimischen Produzenten spotlight das Stadtjubiläum eingeläutet, das sich 2019 zum 1275 Mal jährte.

Der monumentale Bau im Baustil des Barock beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine historische Bedeutung: Im Dominneren befindet sich das Grab des heiligen Bonifatius, einer der bekanntesten Missionare, der unter anderem auch die Klostergründung Fulda in Auftrag gab und dessen Wirken Fulda, u.a. alljährlich im Herbst Tagungsort der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, bis heute prägt.

Ebenfalls im Barockviertel verortet, nur wenige Schritte vom Dom entfernt, schmiegt sich eine der ältesten Kirchen Deutschlands in das Ensemble aus Stadtschloss, Dom und Pauluspromenade: Die Michaelskirche, die in ihrem äußeren Erscheinungsbild mit ihrem massiven Baukörper und ihren Rundbogenfenstern an den Baustil der Romanik erinnert, wurde im Auftrag von Abt Eigil in den Jahren 820 bis 822 erbaut und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten Deutschlands. In unmittelbarer Nähe zur Michaelskirche, nur wenige Schritte entfernt, erreicht man am Ende der Pauluspromenade das Paulustor. Es wurde in den Jahren von 1709 bis 1711 nach den Plänen von Johann Dientzenhofer errichtet und 1771 auf Wunsch des Fürstbischofs Heinrich von Bibra an seinen heutigen Standort versetzt. Einst befand sich das Tor zwischen Stadtschloss und Hauptwache.

Alljährig im Juli wird die Pauluspromenade, die Domplatz und Schlossgarten einbetten, für wenige Tage für ein besonderes kulinarisches Ereignis für den Durchgangsverkehr gesperrt. Gesellige Stunden und kulinarische Vielfalt gehören seit jeher in Fulda zusammen. Da verwundert es kaum, dass sich jedes Jahr viele Besuchende aus Nah und Fern beim traditionellen Fuldaer Genussfestival treffen. Heimische Gastronomen und Hobbyköche zelebrieren authentische innovative dabei zugleich bodenständige Küche. Die Liebe zu ihrem Beruf, die zur Berufung geworden ist, und zur Heimat ist beim Genussfestival unverkennbar - ganz gleich, ob die Genusswochen auf der Pauluspromenade oder dem Innenhof des Stadtschlosses mit lauschiger Lichtillumination und Live-Performance heimischer Musiker ausgetragen werden.

Ein Spaziergang durch die Altstadt führt weiter zum Alten Rathaus und zum Hexenturm, einem Überrest der mittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 12. Jahrhundert – ein stiller Zeuge aus einer Zeit, in der Fulda noch ummauert war. Zwischen all der Geschichte bietet der gegenüber dem Dom und in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss verortete Schlossgarten eine willkommene Pause. Im Zuge der Schlossgartensanierung wurden Teile des Gartens original rekonstruiert. Im Einhergehen dessen wurde nicht nur der Wegeaufbau erneuert, sondern auch die Flächenaufteilung möglichst an die ursprüngliche spätbarocke Anlage angepasst. Der Baumbestand im vorderen Teil des Schlossgartens erinnert noch an die Zeit von Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, den späteren König der Niederlande, der zuvor Fulda als Fürst von Nassau-Oranien-Fulda regierte.

In Angrenzung des Schlossgartens fügt sich die Orangerie mit dem Hotel Maritim (am Schlossgarten Fulda) in das Ensemble aus Stadtschloss und Schlossgarten ein, wobei das Barockschloss und die Orangerie seit jeher durch ihre Gegenüberstellung und Freihaltung miteinander verbunden waren. Erschlossen wird die Orangerie über die Freitreppe, auf dieser die römische Blumen-Göttin „Flora“ erhaben wacht. Auf der Spitze der etwa 7 meterhohen Sandsteinplastik ist die „goldene Lilie“, die in der Vergangenheit bereits mehrfach Opfer von Diebstahl geworden war, befestigt. Die goldene Lilie zählt als Krönung der Floravase und zu den Wahrzeichen Fuldas. Ihr Auftraggeber war Fürstabt Adolf von Dalberg.

Die Orangerie setzt einen weiteren barocken Akzent und macht den Lustgarten, der in den Sommermonaten mit frohlockenden Sinnesreizen – mit einer und von der Gärtnerei der Stadt Fulda mit viel Hingabe gepflegten prächtigen Blumenpracht, Wegen, einem Springbrunnen und großflächigen Rasenflächen verführt und ihn zu einem Sehnsuchtsort werden lässt, an dem man leicht die Zeit vergisst.

Wer den Blick weiten möchte, verlässt das Zentrum in Richtung Frauenberg. Das dortige Kloster liegt etwas oberhalb der Stadt und belohnt den Aufstieg mit einem wundervollen Ausblick über die Stadt. Wer sich kulinarisch etwas stärken möchte, der hat im Klostercafé „Flora“ auf dem Fuldaer Frauenberg bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen die Gelegenheit dazu. In den Sommermonaten warten die Betreiber des gastronomischen Betriebes, die Franziskaner Mönche und antonius Mensch, mit der weitflächigen Außenterrasse auf.

Doch Fulda hat kulinarisch weitaus mehr zu bieten. In der Innenstadt, die man vom Frauenberg kommend beispielsweise über die Friedrichstraße – schmucke Einkaufsstraße und mit CreaTime, hodes Schuhe Fulda und dem Juwelier Bott noble Adresse von inhabergeführtem Einzelhandel - erschließt, gibt es mit dem Café Glück, Café Thiele, das sich aktuell noch im Umbau befindet, und weiteren Gastronomiebetrieben, reichlich Gelegenheit, Fulda neben Kultur und Architektur auch kulinarisch zu entdecken. So wartet die Barockstadt neben dem Genussfestival und dem Weinfest auch mit dem Fuldaer Schützenfest auf der Ochsenwiese, eine Institution seit Jahrzehnten auf.

Musicalfans sollten Fulda jedoch nicht besuchen, ohne eines der spotlight musicals im Rahmen des Fuldaer Musical Sommer gesehen zu haben. Seit über 20 Jahren strömen alljährlich hundert Tausende Besucherinnen und Besucher ins Fuldaer Schlosstheater bzw. die letzten Jahre auf den Fuldaer Domplatz, um künstlerische Weiterentwicklungen von beispielsweise die Päpstin, Robin Hood oder Bonifatius in Augenschein zu nehmen. Und auch in diesem Jahr wird Kulturliebhabern beispielsweise mit der spotlight musicals Best of Gala mit den Höhepunkten aus über 20 Jahren Musicalgeschichte „made in Fulda“ am 12. Juni 2026 auf dem Domplatz als kulturelle Auftaktveranstaltung für den Hessentag, den Fulda vom 12. bis 21. Juni in diesem Jahr ausrichtet, neben dem Musical Sommer einiges an kultureller Vielfalt geboten, bevor man sich im Spätherbst erneut Gedanken über die diesjährige Ausrichtung des Fuldaer Weihnachtsmarktes macht, der neben dem traditionellen Weihnachtsmarkt auf dem Universitätsplatz mittlerweile fünf Themenmärkte beinhaltet, die sich im Innenstadtzentrum verteilen und markante Einkaufsstraßen miteinander verbinden.

Am Ende bleibt der Eindruck von einer Stadt, die sich nicht in Superlativen verliert, die in der Vergangenheit aber wohl unter Beweis gestellt hat, dass sie Tourismus und Entertainment kann, dabei aber nie den Bezug zur Heimat und Bodenständigkeit verloren hat, die durch kulinarische Gastlichkeit und kulturelle Ausgewogenheit verwöhnt.  +++


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