Wer an diesem Tag in das Bürgerportal im Main-Kinzig-Forum kam, brauchte nicht lange, um ins Gespräch zu kommen. An vielen bunten Ständen konnten sich Messebesucherinnen und Messebesucher über Möglichkeiten informieren, ehrenamtlich aktiv zu werden.
Bereits zum vierten Mal hat in Gelnhausen die Freiwilligenmesse Main-Kinzig stattgefunden. Etwa 40 Vereine, Initiativen und gemeinnützigen Organisationen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen stellten sich vor. Die Besucherinnen und Besucher, aber auch die Messeteilnehmenden nutzten den Tag, um Kontakte zu knüpfen und sich einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten und Angebote in der Region zu verschaffen.
„Ehrenamt beginnt mit Begegnung. Wir ermöglichen sie an diesem Ort“, sagte Landrat Thorsten Stolz bei seinem Rundgang. Immer wieder blieb er stehen, um sich auszutauschen oder um mehr über die Projekte zu erfahren. „Ohne aktives Ehrenamt würde vieles nicht funktionieren. Es ist das Schmiermittel des Gemeinwesens“, so der Landrat. Isabella Gürtler, Leiterin der Ehrenamtsagentur, unterstrich: „Hier wird sichtbar, wie vielfältig Engagement im Main-Kinzig-Kreis ist und wie leicht der Einstieg sein kann.“
Dass dieser Einsatz keine Selbstverständlichkeit ist, wurde während der Dankesveranstaltung für bürgerschaftliches Engagement deutlich, die ebenfalls an diesem Nachmittag stattfand. Im Barbarossasaal ehrte der Kreis 30 Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamts-Card aus 13 Städten und Gemeinden. Sie alle haben die Ehrenamts-Card in den letzten Monaten zum ersten Mal beantragt.
„Es ist mir ein persönliches Anliegen, den Menschen zu danken, die sich für andere einsetzen“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Die Dankesveranstaltung wolle genau diejenigen sichtbar machen, die in den 28 Städten und Gemeinden Verantwortung übernehmen, oft leise, aber immer unverzichtbar. Die Ehrenamts-Card sei ein sichtbares Zeichen dieser Anerkennung und werde seit mittlerweile 20 Jahren vergeben. Das zeige, wie konstant das Engagement in der Region sei – und wie wichtig es für eine funktionierende Demokratie ist. Ohne die rund 100.000 Ehrenamtlichen in etwa 3.000 Vereinen, Verbänden und Initiativen würde vor Ort etwas fehlen, so Stolz. „Machen Sie weiter so“, rief er den Gästen zu und sagte ideelle wie finanzielle Unterstützung zu, vor allem für die Jugend- und Nachwuchsarbeit.
Ronneburgs Bürgermeisterin Bianca Finkernagel würdigte die Aktiven stellvertretend für ihre Amtskolleginnen und Amtskollegen. Freiwilliges Engagement sei eine bewusste Entscheidung. „Die Menschen, denen wir heute Danke sagen, packen an, sie machen. Für diese Überzeugten ist die Ehrenamts-Card eine schöne Sache, aber sie ist nicht der Grund, warum sie sich für andere einsetzen.“ Ihre Motivation sei vielmehr neben Überzeugung auch Herz und ein Gefühl der Verpflichtung.
Im Anschluss überreichten Landrat Thorsten Stolz und die jeweiligen politischen Vertreterinnen und Vertreter aus den Städten und Gemeinden Präsente an die 30 Frauen und Männer.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Streichorchester Linsengericht, einem jungen Ensemble, das erst 2024 gegründet wurde. Zwölf Musikerinnen und Musiker sorgten für einen feierlichen Rahmen. Ihre Darbietung kam so gut an, dass sie sogar eine Zugabe spielen mussten. +++

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