Im Streit um ein Ende der Sonderregel, wonach Bayern und Baden-Württemberg immer als letzte Bundesländer Ende Juli in die Schulferien starten, beharrt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Beibehaltung und droht mit dem Länderfinanzausgleich. "Es bleibt bei der Ferienregelung", sagte er der "Bild". "Bayern und Baden-Württemberg haben immer als letzte Ferien, starten meistens Anfang August. Das hat sich so ergeben, das ist auch im Biorhythmus des Südens drin."
Söder wies die Forderungen aus anderen Bundesländern zurück, Bayern solle künftig auch mal früher in die Sommerferien starten. "Sorry, wann bei uns Ferien sind, entscheiden wir Bayern selbst. Wir zahlen den meisten Ländern den Finanzausgleich - jetzt wollen Einzelne auch noch vorschreiben, wann wir Ferien machen sollen? Irgendwann ist auch mal gut", sagte er. "Wir bleiben dabei. Ich wünsche allen einen schönen Urlaub - und wir Bayern bleiben bei unseren Regelungen."
Tourismus-Koordinator will Ferien-Korridor im Sommer ausweiten
Der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), spricht sich dafür aus, die Sommerferientermine der Bundesländer zu entzerren und den Zeitkorridor zu verlängern. "Für mich spricht sehr viel für mehr Flexibilisierung und eine Entzerrung der Ferien", sagte Ploß der "Bild". "Eine etwas längere Ferienzeit über alle Länder hinweg würde in den Unterkünften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen für gleichmäßigere Auslastung sorgen und die Tourismus-Akzeptanz vor Ort stärken. Die Menschen hätten weniger Stress bei der Anreise und müssten seltener Preisspitzen zahlen." Konkret ist Ploß für einen früheren Beginn im Juni und ein späteres Ende im September sowie ein Ende der bayerischen Sonderregelung, immer als letztes Bundesland in die Sommerferien zu starten. "Eine Rotation unter allen Bundesländern würde mehr Gerechtigkeit und auch Abwechslung schaffen. Jeder würde mal schon im Juni oder erst im September urlauben." Mit Blick auf die Terminierung der Sommerferien müsse daher das Ziel sein, die Interessen der Unternehmen und der Reisenden "bestmöglich übereinzubringen", sagte Ploß.
Lehrerverbände befürworten Änderung von Ferienregelung
Mehrere Lehrerverbände fordern in der aktuellen Debatte über die Sommerferientermine eine Änderung der Regelung. "Der September ist ein geldwerter Vorteil, genauso wie die Pfingstferien", sagte Andreas Bartsch, Präsident des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbands, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In diesen Nebensaisons könne man deutlich günstiger in den Urlaub reisen. Er kritisierte aber auch die politische Debatte um die Sommerferien. "Man müsste sich da in Ruhe in der Kultusministerkonferenz zusammensetzen und Gedanken darüber machen und keine einzelnen Vorstöße aus den einzelnen Ländern machen", so Bartsch.
Auch Martina Scherer, Landesvorsitzende des Lehrerverbands Baden-Württemberg, sieht Gesprächsbedarf. "Es würde sich schon lohnen, in den kommenden Jahren die Vor- und Nachteile der verschiedenen Regelungen nochmal zu betrachten und abzuwiegen", sagte Scherer. Aus Thüringen kommt ebenso Kritik an der aktuellen Regelung. "Dieses Schuljahr war extrem kurz, das sorgt natürlich für Stress bei den Lehrkräften, wenn trotzdem der Lehrplan geschafft werden muss", sagte Tim Reukauf, Landesvorsitzender des Lehrerverbands Thüringen. Er schlug vor, zu prüfen, ob eine bundeseinheitliche Regelung möglich wäre. "In die Osterferien gehen ja auch alle Länder zeitgleich."
Keinen Handlungsbedarf sieht hingegen Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Schulleiter eines Gymnasiums im bayrischen Neusäß. "Ich glaube, das ist ein Emotionsthema, bei dem man keine bessere Lösung findet als die aktuelle", sagte er. Die Termine für die Sommerferien werden Jahre im Voraus von der Kultusministerkonferenz festgelegt, eine Änderung käme erst ab 2031 zum Tragen.
Die Entscheidung über die Ferientermine liegt bei der Kultusministerkonferenz. Dort werden die Termine langfristig geplant, eine mögliche Änderung könnte frühestens ab dem Jahr 2031 greifen. Während sich einige Länder klar positionieren, zeigt sich die hessische Landesregierung derzeit zurückhaltend. Die Debatte dürfte dennoch weiter an Fahrt aufnehmen – nicht zuletzt durch die deutlichen Worte aus Bayern. +++







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