Berlin. Im Bundestagswahlkampf wird die AfD eine prominente Wahlhelferin haben: Erika Steinbach, abtrünniges CDU-Mitglied und derzeit noch Bundestagsabgeordnete, will die Rechtspopulisten bei mindestens einer Großveranstaltung im Wahlkampf unterstützen, berichtet der „Spiegel“. Steinbach war für die CDU 13 Jahre lang Stadtverordnete in Frankfurt am Main und 27 Jahre lang Bundestagsabgeordnete. Anfang des Jahres trat sie aus der Partei aus, unter anderem aus Ärger über die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Merkel habe der CDU und Deutschland „massiv geschadet“, erklärte Steinbach damals ihren Schritt. Im Wahlkampf wird sie gemeinsam mit AfD-Vize Alexander Gauland auftreten; beide kennen einander aus gemeinsamen Zeiten in der hessischen Kommunalpolitik. Steinbach wollte sich zu den Plänen nicht äußern, bekräftigte aber: „Ich bin überzeugt davon, dass die AfD in den Deutschen Bundestag einziehen muss, damit es dort wieder eine wirkliche Opposition gibt.“ Insbesondere während der Flüchtlingskrise habe es nur innerhalb der Unionsfraktion nennenswerte kritische Stimmen gegeben, der restliche Bundestag sei „wie gleichgeschaltet“ gewesen. Einen Eintritt in die AfD schließe sie allerdings aus. +++

Es zeugt auch von der verblendeten Konsequenz , die die Bundestagswahl 2013 hatte: Die Ignoranz gegenüber der AfD. Das die AfD mal eben – aus dem Stand heraus – 4,8 % bekommen hat , wurde einfach ignoriert. Statistiker und Wahlanalysen werden das Thema sicherlich den Parteien mitgeteilt haben, hatten aber keinerlei Konsequenzen.
Wahrscheinlich wurde die AfD so eingeschätzt, wie die Strohfeuerpartei „Partei Rechtsstaatlicher Offensive“ von Schill. Die Politik der AfD ist bestimmt keine erratische Politik, im Gegenteil – und das macht die AfD gefährlich – steckt ein hohes Potential im analytischen Vorgehen und dem offenen Ohr, was die Deutschen bewegt. Ebenso das Medienwirksame auftreten. Hinzu kommt das taktisch ausgefeilete Vorgehen mit dem politisch-extremen Flügel; von PEGIDIA bis zu eindeutigen rechten Gruppierungen.. Es wird sicherlich einige Partei interne Kurskorrekturen und Bereinigungen gegeben habe, aber an Entgleisungen der AfD mangelt es trotzdem nicht, man erinnere sich an Björn Höcke. Das die etablierten Parteien immer mehr Farbkonstellationen für mögliche Bündnisse aufweisen, ist das Resultet. Mit Jamaika verbindet man bestimmt keine Politik
Prima! Erika Steinbach macht jetzt den Oskar L. für die CDU. Fehlt nur noch Helene Fischer als prominente Figur der Russlanddeutschen und die CDU kann ihren ganzen Wahlkampf im Herbst vergessen.
Das, was vor vielen Jahren mit dem linken Lager passiert ist, also die Abspaltung zunächst der linken Grünen und später dann der echten Linken um Lafontaine und Gysi passiert nun auch der CDU mit der AFD: Zersplitterung des konservativen Lagers.
Am Ende bleibt nur noch ein Häuflein aus CDU und SPD, die sich gemeinsam verzweifelt an der Mitte festklammern und gerade noch mit Mühe und Not die Mehrheit im Bundestag stellen.
Tolle Aussichten für den Herbst!