Eintracht Frankfurt stellt die Weichen an der Führungsspitze neu: Der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG hat Axel Hellmann in einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Hellmann gehört dem Vorstand bereits seit 2012 an und fungierte seit 2021 als dessen Sprecher. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2031. Bereits seit 2001 ist Hellmann in unterschiedlichen Funktionen für die Eintracht im Einsatz und hat die strategische, wirtschaftliche und organisatorische Entwicklung des Bundesligisten über ein Vierteljahrhundert hinweg maßgeblich geprägt.
Im Zusammenhang mit der Freistellung von Markus Krösche übernimmt Hellmann zudem bis auf Weiteres interimsweise die Aufgaben des Sportvorstands. Damit stellt der Klub sicher, dass die sportliche Leitung sowie sämtliche wesentlichen Entscheidungsprozesse ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Die langfristige personelle und strukturelle Besetzung des Sportressorts soll in den nächsten Wochen entschieden werden; über weitere Beschlüsse will Eintracht Frankfurt zu gegebener Zeit informieren.
Mathias Beck, Präsident von Eintracht Frankfurt und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fußball AG, betonte, Hellmann stehe seit 25 Jahren für Kontinuität und Verantwortung. Er habe einen großen Teil seines beruflichen Lebens in den Dienst des Klubs gestellt und diesen über viele Jahre hinweg entscheidend mitgestaltet. Hellmann kenne den Verein, seine Menschen und die täglichen Anforderungen wie kaum ein anderer. Mit der Berufung wolle der Aufsichtsrat die Verantwortlichkeiten an der Spitze der Fußball AG klarer bündeln, Entscheidungswege verkürzen und die Handlungsfähigkeit verlässlich sichern. Hellmann selbst erklärte, die Ernennung sei für ihn eine große Ehre und zugleich eine besondere Verpflichtung. Er wolle darauf aufbauen und Eintracht Frankfurt sportlich ambitioniert, wirtschaftlich solide und strukturell zukunftsfähig weiterentwickeln.
Ebenfalls am Sonntag gab der Verein bekannt, dass Sportvorstand Markus Krösche den Klub verlässt. Der Aufsichtsrat entsprach Krösches eigenem Wunsch und stellte ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben frei. Sein ursprünglich bis zum 30. Juni 2028 laufender Kontrakt besteht in angepasster Form fort. Krösche hatte zuvor Aufsichtsratschef Beck darum gebeten, ihn sofort von seiner Tätigkeit zu entbinden. Der Aufsichtsrat befasste sich in seiner Sondersitzung mit dem Anliegen und stimmte der Freistellung einstimmig zu. Vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen gute, offene und vertrauensvolle Gespräche zwischen Krösche und Beck über die sportliche Gegenwart, die Zukunft des Vereins sowie die weitere Zusammenarbeit.
Aufsichtsratsvorsitzender Beck würdigte Krösches Verdienste und unterstrich, dieser habe Eintracht Frankfurt entscheidend geprägt und großen Anteil an der erfolgreichen sportlichen Entwicklung gehabt. Der Gewinn der Europa League, die Teilnahmen an der Champions League und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Kaders stünden beispielhaft für diese außergewöhnliche Phase. Allerdings sei Eintracht Frankfurt ein Klub mit hohen Ansprüchen und großen Ambitionen – eine Aufgabe, die von allen Verantwortlichen jederzeit volle Überzeugung und die notwendige Durchschlagskraft erfordere. Vor diesem Hintergrund habe das Gremium Krösches Bitte respektiert. Besonderen Wert legten die Verantwortlichen darauf, diese Personalie noch vor der anstehenden Mitgliederversammlung zu klären und transparent zu kommunizieren.
Krösche selbst bezeichnete die vergangenen Jahre am Main als eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit. Nach über fünf erfolgreichen, aber ebenso fordernden Jahren habe er seit einiger Zeit das Gefühl entwickelt, eine Veränderung zu brauchen. Wenn man an diesen Punkt gelange, gehe immer auch ein wenig von der notwendigen Durchschlagskraft für eine derart anspruchsvolle Führungsrolle verloren, weshalb er Beck um die Freistellung ersucht habe. Zugleich sei ihm wichtig gewesen, vor der Mitgliederversammlung für Klarheit zu sorgen, um die Gelegenheit zu nutzen, sich dort persönlich zu verabschieden. +++

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