Digitalisierung schreitet voran - Stadtarchiv und HLSB veröffentlichen weitere Bestände im Internet

Fulda adver digi0
Feuer und Flamme für das Projekt (von links): Frederik Stey (Leiter Digitale Dienste, Hochschule Fulda), Irene Höfert (Stadtarchiv Fulda), Paolo Criscuolo (Mitarbeiter Digitale Dienste), Dr. Thomas Heiler (Leiter Kulturamt Stadt Fulda) und Berthold Weiß (Leiter HLSB).
Fulda adver digi3
Akten wie diese über Rabbinerwahlen zwischen 1765 bis 1840 in Fulda sind jetzt auf digitalem Weg allgemein zugänglich. Fotos: Stadt Fulda

Die erfolgreiche Kooperation zwischen dem Stadtarchiv Fulda und der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek (HLSB) Fulda trägt erneut Früchte: Weitere historische Quellen wurden digitalisiert und über das regionale Portal FulDig (https://fuldig.hs-fulda.de/) online gestellt. Neben den bereits vollständig zugänglichen historischen Stadtrechnungen, die wichtige Einblicke in kommunale Verwaltung und Finanzwesen früherer Jahrhunderte bieten, steht nun auch der bedeutende Bestand „Judenschaft“ erstmals digital zur Verfügung.

Der Bestand dokumentiert nahezu 400 Jahre jüdischer Geschichte in Fulda. Er umfasst unter anderem Unterlagen zu Konflikten zwischen Stadt und jüdischer Gemeinde im 16. und 17. Jahrhundert, etwa zu Beschwerden und Schutzverhältnissen in den Jahren 1535 bis 1671. Auch das religiöse Leben ist vertreten, beispielsweise durch Dokumente über das jüdische Bethaus des 17. Jahrhunderts. Die enge rechtliche und wirtschaftliche Verflechtung wird unter anderem in Akten zu Steuerforderungen von 1600 Gulden aus den Jahren 1769 bis 1778 sichtbar. Die Dokumente enthalten nicht nur administrative Verordnungen, sondern auch persönliche Gesuche, rechtliche Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung und Aufzeichnungen über Friedhöfe und jüdisches Gemeindeleben in Fulda.
Mit der jetzt erfolgten Digitalisierung dieses Bestands öffnet sich ein wertvoller Quellenkomplex nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit und ermöglicht Forschenden wie interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen komfortablen, ortsunabhängigen Zugang. Die Kooperation zwischen Stadtarchiv und HLSB stärkt damit dauerhaft die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit des Fuldaer Kulturerbes.

Der Leiter des Stadtarchivs und des städtischen Kulturamts, Dr. Thomas Heiler, hob noch einmal die Bedeutung der jetzt für die Öffentlichkeit und die Forschung zugänglichen Quellen zum jüdischen Leben in Fulda hervor: „Die nunmehr gewährleistete weltweite Verfügbarkeit dieses Bestands wird mit Sicherheit der Erforschung von Fuldas jüdischer Geschichte neue Impulse geben.“
Die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtarchiv Fulda und der HLSB beruht auf einer langfristig angelegten strategischen Partnerschaft zur Sicherung, Erschließung und digitalen Präsentation historischer Quellen. Beide Einrichtungen kombinieren ihre fachlichen Kompetenzen und technischen Kapazitäten, um archivalische Bestände nutzerorientiert aufzubereiten und nachhaltig verfügbar zu machen. Das gemeinsame Vorgehen stärkt die digitale Infrastruktur der Region und fördert die wissenschaftliche Nutzung der bereitgestellten Materialien.

Der Leiter der HLSB, Berthold Weiß, ergänzte: „Die Kooperation zwischen Stadtarchiv und HLSB zeigt, wie wirkungsvoll gemeinsames Engagement für das kulturelle Erbe sein kann. Mit jeder neuen Digitalisierung schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu Quellen, die zuvor nur vor Ort einsehbar waren. Es freut mich sehr, dass wir mit dem Bestand ,Judenschaft‘ nun einen besonders bedeutenden Teil der Fuldaer Geschichte online verfügbar machen können.“ +++ Advertorial


Popup-Fenster