Deutsche Meisterschaften des ZDB: Leon Allendorf (21) aus Schlitz siegt beim Bundesentscheid

Leon Allendorf. Fotos: privat

Der 21-jährige Leon Allendorf aus Schlitz-Bernshausen wurde am 14. November in Berlin bei den „71. Deutschen Meisterschaften des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB)“ als Gewinner des Maurer-Bundesentscheids ausgezeichnet. Allendorf berichtete von einem „herausfordernden Wettkampf“ und „handwerklichen Topleistungen“, die präsentiert wurden. Der junge Maurer ist im Bauunternehmen Josef Blum aus Oberrombach tätig und stammt aus Schlitz-Bernshausen.

Während des Wettkampfes sei die Stimmung bei allen Teilnehmern sehr angespannt gewesen, berichtet er. Neben dem Ziel, die eigene Bestleistung abzulegen, sei vor allem die „Arbeit vor Beobachtern“ ungewöhnlich gewesen: „Wir hatten einen abgesperrten Platz. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten auf den Gängen entlanglaufen und zuschauen.“ Wie der junge Handwerker berichtet, habe er nach einer Weile seine innere Nervosität dann aber ablegen können. „Du konzentrierst dich auf das, was du gelernt hast“, sagte er sich.

Der 21-Jährige lobte vor allem die kollegiale Stimmung unter allen Teilnehmenden, die sich auch mal geholfen und so Wertschätzung füreinander gezeigt hätten. Als Vorgabe mussten alle Maurer zwei Module anfertigen, einerseits eine Miniatur des Brandenburger Tors und andererseits die Jahreszahl 22 aus hervorstehenden Klinkersteinen. Letztere seien ungenau und unregelmäßig gewesen, was eine weitere Hürde im Wettbewerb darstellte. Die abgelieferten Ergebnisse seien wie Leon Allendorf selbst sagt alle auf einem „sehr hohen Niveau“ gewesen, daher war der Maurer auch im ersten Moment vom Sieg völlig überwältigt: „Ich konnte es gar nicht glauben“, so der 21-Jährige.

Wettkampf in Berlin

Der Maurer-Bundesentscheid ereignete sich vom 12. bis 14. November dieses Jahres im Rahmen der „71. Deutschen Meisterschaften des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes“ – kurz: ZDB – 2022 in Berlin. Am Lehrbauhof in Berlin-Marienfeld wurden zeitgleich die Bundesentscheide der Maurer, Betonbauer, Estrichleger, Straßenbauer, Fliesenleger, Stuckateure und Zimmerer ausgetragen. Sämtliche-Wettkampfhallen waren öffentlich zugänglich. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft – aber auch Eltern und Schülerinnen und Schüler fanden den Weg in den Lehrbauhof, um die „besten Handwerker Deutschlands“ bei ihrer Arbeit zuzusehen. Allendorf, der beim „Wettbewerb des Deutschen Handwerks 2022“ vor wenigen Wochen als „Landessieger“ hervorging, trat in Berlin gegen elf weitere Landessieger aus dem gesamten Bundesgebiet an.

Am Anreisetag wurden zunächst die Arbeitsplätze besichtigt und eingerichtet, bevor alle Junggesellen in ihre gemeinsame Unterkunft am „Potsdamer Platz“ zurückfuhren. Der Startschuss für die Gewerke fiel dann am Sonntagmorgen um 08:00 Uhr. Erst kurz zuvor waren die Teilaufgaben für das Maurern bekannt gegeben worden. Bei den Modulen lag die fachliche Herausforderung darin, maßhaltige Mauerwerke aus rustikalen und ungenauen Klinkersteinen zu erstellen. Auch die mentale Herausforderung war nicht zu unterschätzen, die ein öffentlicher Wettkampf so mit sich brachte. Wie es nicht anders zu erwarten war, verglichen sich die Wettkämpfer auch untereinander, denn jeder wollte „der Schnellste“ sein.

Das großflächige Areal des Lehrbauhofs hatte Ähnlichkeit mit einem Fußballstadion. Die Wettkämpfer mussten also mit zahlreichen Blicken und einer gewissen Geräuschkulisse zurechtkommen. Bei allen Gesellen war Handwerk nach Plan, mit Übersicht und dem Fokus auf die eigene Arbeit gefragt. Besonders das Fugenbild war im hochkarätigen Teilnehmerfeld bei den Maurern ein Schlüsselelement. Um für die Anforderungen der Wettkampfsituation gewappnet zu sein, hatte sich der 21-Jährige eine Woche intensiv vorbereitet. Leon Allendorf mauerte dazu in der Lehrbauhalle Petersberg unter der Obhut von Ausbildungsleiter und Maurermeister Bernd Klüber, der ihn tatkräftig unterstützte. „Ohne Herr Klüber hätte ich niemals diesen Titel einfahren können“, richtet Leon Allendorf abschließend ein herzlicher Dank an seinen Mentor. +++ ja

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