Deutsche Bank erwartet steigende Zinsen – Dispokredit gefragt

Die Kunden der Deutschen Bank und ihrer Marke Postbank dürfen mit weiter steigenden Zinsen rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen weiter erhöht. Damit wird sich sukzessive auch der Spar- und Anlagemarkt wieder in Bewegung setzen“, sagte der Leiter Privatkunden von Deutschen Bank und Postbank, Lars Stoy, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Auch wir werden die Zinsen marktgerecht weiter anheben.“

Es beginne gerade eine „Renaisssance im Anlagegeschäft“. Bei der Baufinanzierung erwartet Stoy „maßvoll“ steigende Langfristzinsen. Kunden nehmen zugleich verstärkt Dispokredite in Anspruch, berichtet Stoy. Die hohen Zinsen für Dispokredite begründet der Leiter der Privatkundenbank so: „Ein Dispositionskredit nutzt man nur, wenn man kurzfristig Liquidität braucht – er ist sehr flexibel, bedeutet für Banken aber ein relativ hohes Risiko.“ Dispos sollten kein Instrument sein, mit dem man dauerhaft sein Konto überziehe. „Für längere Zeiträume bieten wir andere Kreditarten zu geringeren Zinssätzen an.“ Noch steige aber noch nicht die Zahl der Kunden, die ihre Kredite nicht mehr bedienen könnten. Die Inflation und die EZB-Zinsschritte haben bereits zu einem veränderten Anlageverhalten geführt. „Während wir in den vergangenen Jahren unter anderem eine Sonderkonjunktur bei den Baufinanzierungen erlebt haben, ist die Nachfrage seit den Leitzinserhöhungen der EZB spürbar gesunken. Gleichzeitig sind unsere Kunden zögerlich im aktuellen Marktumfeld längerfristig Geld anzulegen“, sagte Stoy den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Auf unseren Ertrag hat das veränderte Zinsumfeld als traditionell einlagenstarke Privatkundenbank in Deutschland aber insgesamt einen positiven Effekt.“

Bank setzt weiter auf Filialnetz

Die Deutsche Bank und ihre Marke Postbank setzten auch in Zukunft weiter auf Filialen für ihre Kunden. „Filialen bleiben auch in unserer Zukunftsstrategie zentraler Bestandteil unseres Beratungsangebots“, sagte der Leiter Privatkunden der Deutschen Bank und Postbank, Lars Stoy, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe weiter. „Bis Ende 2023 wird unser bundesweites Netz aus rund 400 Filialen der Deutschen Bank und rund 550 Filialen der Postbank bestehen. Damit haben wir ein flächendeckendes Filialnetz in Deutschland, um in jeder Region sinnvoll für unsere Kunden erreichbar zu sein.“ Besonders bei komplexeren Finanzentscheidungen im Rahmen des Immobilienkaufs, der Wertpapieranlage oder auch der Altersvorsorge finde die Beratung in der Regel persönlich und vor Ort statt, sagte Stoy: „Gleichzeitig werden wir unsere Beratungsangebote um weitere Direktkanäle ergänzen.“ Eine komplette Digitalisierung der Beratung sieht Stoy nicht. „Wir werden weiter hin persönliche Beratungen anbieten – in klassischen Filialen, neuen Standortformaten und digital“, so der Leiter der Privatkundenbank. „Wenn unsere 19 Millionen Kunden jedoch irgendwann einmal sagen, wir möchten nur noch im digitalen Metaverse unterwegs sein – dann werden wir auch diesen Menschen dort ein Angebot machen. Diesen Trend kann ich jedoch aktuell nicht erkennen.“ +++

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