Anlässlich der hohen Corona 7-Tage-Inzidenz von über 220 im Landkreis Fulda zeigt sich die SPD-Kreistagsfraktion verwundert darüber, dass ihr Antrag auf baldige Einführung des Wechselmodells an den Schulen in der vergangenen Kreistagssitzung lediglich zur weiteren Beratung an den Kreisausschuss überwiesen wurde, teilte die SPD Kreistagsfraktion Fulda mit. Die Debatte im Kreistag war von einer langatmigen Erwiderung der CDU geprägt, die sich mehr auf bestimmte Formalitäten des Antrags bezog als auf die eigentliche Intention, doch endlich das Infektionsgeschehen in unseren Schulen einzudämmen.
„Zahlreiche Eltern und auch die Schülervertretung hatten uns im Vorfeld kontaktiert und um unsere Unterstützung gebeten. Es herrscht große Verunsicherung und teilweise auch Angst, dass die hohe Anzahl der Schüler in den Klassen nicht nur zu einem vermehrten Infektionsgeschehen beitragen, sondern das Virus sich auch in den Familien ausbreitet“, so der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Michael Busold zur Begründung des Antrags.
Die stellvertretende SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Birgit Kömpel ergänzt: „Während das RKI die Beschulung im Wechselmodell seit Langem ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50 empfiehlt, hat man diese Empfehlung einfach ignoriert. Das Ergebnis ist, dass zahlreiche Schüler seit August teilweise mehrfach in Quarantäne waren bzw. sind, weil sie mit einer hohen Anzahl von Mitschüler und ohne den notwendigen Abstand in den Klassenräumen sitzen.
Vor dem Hintergrund des Lockdowns ist es an der Zeit, endlich zu reagieren und festzulegen, dass kurzfristig - spätestens nach den Weihnachtsferien bzw. dem Lockdown - die Schüler in einem Wechselmodell beschult werden. Im Wechselmodell werden maximal 15 Schüler ab der 9. Klasse im Wechsel in Präsenz- und Distanzunterricht beschult. Die Abschlussklassen
sollen hiervon ausgenommen werden. Schade, dass unser Antrag von den Fraktionen der CDU, CWE, FDP und AfD abgelehnt wurde“, bedauert Busold zum Abschluss der Mitteilung. +++

Und diese Stellungnahme haben wir bereits an 5. November abgegeben:
Flieden, den 05.11.2020
Pressebericht der Fraktion DIE LINKE.Offene Liste zur in Teilen unzulänglichen Schulsituation im Landkreis Fulda nach den Herbstferien
Über die Pandemie hinaus endlich ein zeitgerechtes Schulkonzept vorlegen
Fulda. Petersberg. Flieden. DIE LINKE.Offene Liste der Stadt Fulda unter Vorsitz von Karin Masche traf sich gemeinsam mit der Kreistagsfraktion und deren Vorsitzenden Michael Wahl zu einem Meinungsaustausch mit der schulpolitischen Sprecherin der Linken im Hessischen Landtag, Elisabeth Kula und örtlichen Vertretern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sowie den Stadt- und Kreisschulsprechern am 3.November im Fürstenzimmer im Stadtschloss, um über die aktuelle und künftig Schulpolitik zu sprechen. „Hauptthemen waren die Erhaltung der Gesundheit von Schülern und Lehrern in der immer bedrohlicher werdenden COVID 19-Pandemie nach den Herbstferien beim Transport in den öffentlichen Verkehrsmitteln und in den Klassenräumen – Stichworte Schulbusse, Klassengrößen, Entzerrung des Unterichtsbeginn und Unterrichtsende – die Digitalisierung und letztendlich ein zeitgerechtes modernes Schulkonzept im Land Hessen, ja bundesweit, über die Pandemie hinaus“, fasst Pressesprecher Winfried Möller zusammen.
Landtagsabgeordnete Kule kritisierte mit deutlichen Worten die derzeit immer offenkundiger werdende Konzeptlosigkeit des Kultusministeriums unter dem zuständigen Minister Prof. Dr. R. Alexander Lorz (CDU). „Dies gipfelt in dem Quasiverbot der Anordnung von Stufe 3 – gänzliche Aufhebung des Präsenzunterrichts bei zunehmenden Fallzahlen – wie es im Frühjahr zu Beginn der Pandemie der Fall war“, so die Abgeordnete wörtlich.
Einig war man sich mit den GEW-Vertretern und den Schulsprechern von Stadt und Kreis, dass durch die zusätzlichen 22 Busse eine gewisse Verbesserung eingetreten ist, dass aber die Klassengröße, das ständige Lüften und das Tragen von nicht zertifizierten Mund-Nasenschutzmasken kein optimaler Schutz vor Ansteckung biete.
Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass der vom Bund aufgelegte Digitalpakt für Schulen mit 500 Millionen Euro völlig unzureichend sei.
Was die Schulen der Zukunft benötigen, sind 1. die Bereitstellung von Hardware und Software als Lehrmittel für alle Schülerinnen und Schüler undnatürlich dem Lehrpersonal neben und mittelfristig anstatt Schulbüchern.
2. müsse jeder Schülerin und jedem Schüler durch entsprechenden Ausbau ein Internetzugang ermöglicht werden, ab einer bestimmten Jahrgangsstufe einen Teil des Unterrichts von zuhause absolvieren zu können.
3. den Lehrkräften müssten durch eine immer länger werdende Präsenz in den Schulen geeignete Arbeitsplätze geschaffen werden.
4. zur technischen Betreuung und Wartung im IT-Bereich sind unbedingt zusätzliche Fachkräfte einzustellen.
Und letztendlich sei es auch und gerade in Zeiten einer länger anhaltenden Pandemie unabdingbar, dass an den jeweiligen Schulen Schulpsychologen vor Ort seinen, um sich den Sorgen und Nöten einzelner Schülerinnen und Schüler annehmen zu können.
Gelobt wurde insbesondere von den anwesenden gewerkschaftlich aktiven Lehrerinnen und Lehrer, dass der bauliche Zustand der Schulen in der Stadt und im Kreis sehr gut sei. Deshalb sei es wünschenswert, dass durch die Anschaffung von geeigneten Luftreinigungsgeräten oder Luftreinigungsanlagen über kurz oder lang auf das turnusmäßigen Lüften verzichtet werden könnte.
Winfried Möller
Höllrain 1
36103 Flieden
Pressesprecher der Kreistagsfraktion
DIE LINKE.Offene Liste
WIR als Fraktion DIE LINKE.Offene Liste im Fuldaer Kreistag können das nur unterstreichen.
Auch wir haben das VERWALTEN statt GESTALTEN der Kreisspitze angeprangert:
Pressebericht der Fraktion DIE LINKE.Offene Liste zur Situation im Kreis Fulda infolge der durch COVID 19 ausgelösten Pandemie
Kein besonderes Engagement bei der Altenpflege und dem Schulwesen erkennbar
Petersberg, Eichenzell, Flieden. In ihrer jüngsten Fraktionssitzung vor der letzten Kreistagssitzung in diesem Jahr befasste sich DIE LINKE.Offene Liste mit der Situation und dem Engagement der politisch Verantwortlichen infolge der seit dem zeitigen Frühjahr durch COVID 19 ausgelösten Pandemie auf Kreisebene.
Pia Hainer bemängelte dabei insbesondere das gegenüber anderen Städten und Kreisen in Hessen und darüber hinaus das zögerliche und in Teil nicht zielführende Handeln der Kreisspitze mit Landrat Woide und dem 1. Beigeordneten Schmitt an der Spitze. „Ohne auf die seitens unserer Fraktion oft als einzige Fraktion seit April diesen Jahres gestellten zahlreichen Anfragen, Anträge und Resolutionen insbesondere zur sicheren und risikofreien Aufrechterhaltung des Schulbetriebes noch einmal näher einzugehen kommen wir zu der Feststellung, dass hier dem reinen Verwalten und Vollziehen von Vorgaben durch Bund und Land der Vorrang vor einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Gestalten über die Pandemie hinaus gegeben wurde“, so die einhellige Wahrnehmung der für die Schulpolitik maßgeblichen Pia Hainer, dem Vorsitzenden Michael Wahl und dem Pressesprecher Winfried Möller.
Bestärkt werde diese Wahrnehmung insbesondere durch die Aussage von Kultusminister in dem Interview in der Lokalpresse (04.12.).
Auf die Frage, welche Mittel aus dem Digitalpakt in Höhe von 500 Millionen Euro vom Landkreis Fulda schon abgerufen wurden, zählt Minister Lorz die Stadt Fulda mit 720.000 Euro, den Vogelsbergkreis mit 730.000 Euro und den Main-Kinzig-Kreis mit 850.000 Euro bisher beantragter und bewilligter Finanzmittel auf. „Der Landkreis Fulda hat noch nichts beantragt“, so der Minister Lorz wörtlich.
Hainer, Wahl und Möller führen zum weiteren Beleg ihrer Kritik wegen mangelndem Engagement auf Kreisebene noch an, dass z.B. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer richtig Geld in die Hand genommen habe, um den Schutz der älteren Menschen über alle erlassenen Anordnungen und Gebote hinaus nachhaltig und deutlich wirksam zu erhöhen. Seit Mitte September werden in Tübingen alle Beschäftigten in der Altenpflege regelmäßig auf eine Covid-19-Infektion getestet.
Gleichzeitig kommt ein mobiles Labor des Roten Kreuzes jeden Tag zu einem der Pflegeheime. Die Angestellten können sich untersuchen lassen und die Abstrichproben sind in 24 Stunden ausgewertet. Dafür hat die Universitätsstadt eine Viertelmillion Euro aus „eigner Tasche“ bereitgestellt.
„Während wir im Landkreis Fulda lange über den Einsatz zusätzlicher Schulbusse gestritten haben, rüstet die Stadt Hanau Ihre gesamte Busflotte Im Kampf gegen das Coronavirus seit Anfang November mit UV-Technik zur Luftreinigung des Technologiekonzern Heraeus aus“, führt Möller weiter aus und betont, dass ein erster Linienbus des Nahverkehrsunternehmens Hanauer Straßenbahn bereits mit einem UV-C-Gerät ausgestattet wurde.
Winfried Möller
Höllrain 1,
36103 Flieden
Pressesprecher der Kreistagsfraktion
DIE LINKE.Offene Liste