Bundestagswahl2021

60,4 Millionen Deutsche sind wahlberechtigt

Um Punkt 8 Uhr haben in Deutschland die Wahllokale zur Bundestagswahl geöffnet. Es ist das 20. Mal seit Gründung der Bundesrepublik, dass das Parlament neu gewählt wird. Etwa 60,4 Millionen Deutsche ab 18 Jahren sind wahlberechtigt, darunter 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. 2,8 Millionen Menschen dürfen das erste Mal wählen. Etwa 650.000 Wahlhelfer sind in den rund 60.000 Urnen- und 25.000 Briefwahlbezirken im Einsatz. Wegen der Corona-Pandemie wird ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Briefwählern erwartet. Und der Ausgang der Wahl ist spannend wie schon lange nicht mehr. Erstmals seit 19 Jahren deuten die Umfragen nicht schon im Vorfeld deutlich auf einen Gewinner. Die SPD hat im Sommer zwar erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder die Spitzenposition übernommen, führt in den meisten Umfragen aber nur wenige Prozentpunkte vor CDU und CSU. Und selbst bei einem Sieg der Sozialdemokraten scheinen auch Koalitionen ohne ihre Beteiligung möglich. Erstmals überhaupt gibt es mit den Grünen auch eine dritte Kraft, die sich zumindest bis vor Kurzem noch ernsthaft Hoffnung auf eine Übernahme des Bundeskanzleramtes machen durfte, zuletzt ging es in den Umfragen aber deutlich bergab. Diese Seite wird über den Tag immer wieder aktualisiert. 

Kanzlerkandidaten haben gewählt

Die Kanzlerkandidaten von SPD, Union und Grünen haben gewählt. Als letzte gab Annalena Baerbock kurz vor 13:30 Uhr in einem Wahllokal in Potsdam ihre Stimme ab. Im Anschluss sagte sie, dass sie sich noch „ein paar Stimmen“ mehr für einen „echten Aufbruch“ erhoffe. Baerbock bewirbt sich im Wahlkreis 61 Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II für ein Direktmandat, wobei sie unter anderem gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz antritt. Dieser hatte bereits kurz nach 10 Uhr in einem anderen Wahllokal gewählt und sich zuversichtlich gezeigt, dass die SPD ein „sehr starkes Ergebnis“ erreichen könne. Die Stimmabgabe von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet erfolgte unterdessen kurz nach 11 Uhr in Aachen. Er sagte, dass er einen „spannenden“ Wahltag erwarte, da es „Spitz auf Knopf“ stehe und es auf jede Stimme ankomme. Für etwas Aufregung sorgte Laschet, da er seinen Stimmzettel bei der Abgabe falsch gefaltet hatte. Umstehende konnten somit sehen, wie er abgestimmt hat, obwohl eine offene Stimmabgabe eigentlich nicht gestattet ist. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten verzichtet der CDU-Chef auf eine Direktkandidatur – er steht in NRW auf CDU-Listenplatz 1.

Bundeswahlleiter: Laschets Stimmzettel ist gültig

Bundeswahlleiter Georg Thiel sieht in der falschen Stimmzettel-Faltung von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet keine Wählerbeeinflussung. „Ein bundesweit bekannter Politiker hat wie erwartet seine eigene Partei gewählt. Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden“, schrieb Thiel bei Twitter. Die Wahlvorschriften seien eindeutig: Der Wahlvorstand habe Wähler zurückzuweisen, die den Stimmzettel so gefaltet haben, dass die Stimmabgabe erkennbar ist. Komme es zu einer Fehlfaltung, teile der Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel aus. „Gelangt der Stimmzettel dennoch in die Wahlurne, kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig“, fügte der Bundeswahlleiter hinzu. Laschet hatte seinen Stimmzettel bei der Abgabe falsch gefaltet. Umstehende konnten somit sehen, wie er abgestimmt hat, obwohl eine offene Stimmabgabe eigentlich nicht gestattet ist. +++

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