Blitzschnelle Daten aus der Deckenleuchte

Main-Kinzig-Kreis und Fraunhofer-Institut testen neue Übertragungstechnik

Vor knapp einem halben Jahr hat der Main-Kinzig-Kreis entschieden, im Rahmen eines Pilotprojektes die Visible Light Communication Technologie (VLC) an einer Schule einzusetzen. Nun soll in Kürze in einem Klassenraum an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen die konkrete Umsetzung beginnen, wie Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann mitteilt.

Vertragspartner und Entwickler für diese alternative Datenübertragung durch moduliertes Licht ist das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut. Ein Ingenieur aus dem Fachgebiet hatte vor rund acht Wochen den Einsatz dieser Technik im Kreisausschuss demonstriert und erläutert. Im Anschluss waren die Mitglieder übereinstimmend der Ansicht, dass die Praxisphase schnellstmöglich beginnen sollte. Rund 30.000 Euro werden für dieses Projekt bereitgestellt.

Bei der VLC-Technologie wird mit Hilfe eines Modulators eine Hochleistungs-LED sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Diese Lichtimpulse, zum Beispiel von einer Deckenleuchte, werden von einer Photodiode im Empfängergerät (Laptop, Tablet oder Smartphone) aufgefangen und als Nullen und Einsen in elektrische Impulse umgewandelt. Dieser Effekt läuft in einer Geschwindigkeit, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann.

Wie die Forscher mitteilen, ist eine Datenübertragung in beide Richtungen möglich. Der Rückfluss der Daten erfolgt zum Beispiel über einen Infrarot-Kanal. Mit der VLC-Technologie können Datenraten bis 1,25 Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Da weiße LEDs teilweise drei Lichtfarben aufweisen, können Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen bis drei Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Das reicht aus, gleichzeitig mehrere Videostreams in HD-Auflösung laufen zu lassen.

Dazu erklärte Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann, dass sich die Technologie sehr gut für Klassenräume eignet und zudem praktische Vorteile gegenüber dem lokalen Funknetz (WLAN) bietet. Während bei der herkömmlichen Funkübertragung das Netz schon einmal an seine Grenzen stoße, bleibe die Übertragungsrate beim optischen WLAN stabil. Da hier zudem keine Funkwellen ausgesendet werden, sei zudem eine gesundheitliche Beeinflussung nahezu ausgeschlossen.

Die konkreten Vorbereitungen sind bereits angelaufen und wenn die genauen Daten zum Testumfeld vorliegen, wird das Fraunhofer-Institut mit der Herstellung der Geräte beginnen. Voraussichtlich in den Weihnachtsferien können schon erste Arbeiten vor Ort erfolgen. Angestrebt wird ein Probelauf in den ersten Wochen des neuen Jahres. +++ pm

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