Im Fuldaer Dombezirk rollen bald die Bagger: Das Bistum Fulda startet jetzt in die konkrete Bauphase zur umfassenden Grundsanierung des Seminar- und Hörsaalgebäudes der ehemaligen Theologischen Fakultät. Nach intensiven und langwierigen Planungsarbeiten beginnt damit die Instandsetzung und Modernisierung des historischen Gebäudes, das künftig die Katholische Akademie des Bistums Fulda beherbergen soll. Ziel des Großprojekts ist es, den Gebäudekomplex technisch auf den neuesten Stand zu bringen und ihn gleichzeitig behutsam in das barocke Umfeld des Dombezirks einzufügen – stets mit Blick auf den Denkmalschutz.
Zum Auftakt der Bauarbeiten wird zunächst die Baustelle eingerichtet und gesichert. Ein Bauzaun wird errichtet, anschließend werden der Glasgang zur Kapelle sowie eine Steinmauer zurückgebaut. Diese Maßnahmen ermöglichen es Baustellenfahrzeugen, direkt von der Zufahrt Kronhofstraße bis vor das Fakultätsgebäude zu gelangen. Dadurch soll verhindert werden, dass schwere Fahrzeuge über den stark frequentierten Domplatz fahren müssen.
Ein zentraler Schwerpunkt der ersten Bauphase liegt auf der umfassenden Entkernung des Gebäudes einschließlich einer Schadstoffsanierung sowie auf umfangreichen Brandschutzmaßnahmen. Vorgesehen ist die Bildung von Brand- und Rauchabschnitten sowie die Einrichtung moderner Flucht- und Rettungswege. Ergänzt werden diese Sicherheitsmaßnahmen durch eine neue Blitzschutzanlage, Sicherheitsbeleuchtung und eine moderne Brandmeldeanlage.
Darüber hinaus wird die gesamte technische Infrastruktur des Gebäudes vollständig erneuert. Geplant sind eine komplette Neuinstallation der Elektrotechnik und Gebäudeleittechnik sowie die Modernisierung der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen, deren bestehende Technik inzwischen überaltert ist. Dabei setzt das Bistum auf die weitestmögliche Nutzung regenerativer Energien.
Auch baulich wird das traditionsreiche Gebäude umfassend ertüchtigt. Vorgesehen sind die statische Stabilisierung und Instandsetzung des Dachtragwerks, die Restaurierung der historischen Holztreppen sowie die Sanierung ausgewählter Decken. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbesserung der Barrierefreiheit: Geplant sind ein barrierefreier Zugang, der Einbau eines neuen Aufzugs und moderne barrierefreie Sanitäranlagen.
Im Inneren des historischen Gebäudes, dessen Struktur fachgerecht restauriert und langfristig gesichert wird, entstehen moderne Büroflächen sowie multifunktional nutzbare Seminarräume. Diese sollen mit zeitgemäßer Medientechnik ausgestattet werden und künftig vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten.
Für die Grundsanierung des Fakultätsgebäudes veranschlagt das Bistum Fulda Kosten von rund fünf Millionen Euro. Die Finanzierung sowie die zukünftige Nutzung wurden von den zuständigen Gremien des Bistums, insbesondere vom Kirchensteuerrat, ausdrücklich befürwortet und beschlossen.
Mit der neuen Katholischen Akademie entsteht an diesem traditionsreichen Ort künftig ein Zentrum für Kultur und Bildung. Geplant sind Veranstaltungen, Ausstellungen, pastorale Angebote sowie Foren für gesellschaftlichen Dialog und Austausch.
Mit der Umnutzung des ehemaligen Fakultätsgebäudes knüpft das Bistum zugleich an die ursprüngliche Leitidee des Bauherrn Heinrich von Bibra (1711–1788) an. Dieser hatte mit der vereinigten Fürstbischöflichen und Klosterbibliothek das Ziel verfolgt, einen öffentlichen Ort der Wissenschaft und Bildung zu schaffen, der breiten Bevölkerungsschichten offenstehen sollte.
Das Gesamtprojekt orientiert sich zudem an den Grundzügen der benediktinischen Tradition: dem Zusammenspiel von geistlichem Leben und Glauben, praktischer und geistiger Arbeit, Wissenschaft und Bildung sowie gelebter Gastfreundschaft. +++

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