Big Points in Münster! TV Gelnhausen setzt Ausrufezeichen

Was für ein Derbyabend, was für ein Statement! Der TV Gelnhausen hat am 18. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West einen echten Big Point gelandet und im Auswärtsderby bei der TSG Münster mit 32:30 (15:12) triumphiert. In einer hitzigen Atmosphäre vor 700 Zuschauern in der Sporthalle der Eichendorffschule in Kelkheim – darunter rund 150 lautstarke TVG-Fans, die mit Fanbussen angereist waren – sicherten sich die Barbarossastädter zwei enorm wichtige Punkte und festigten mit nun 28:6 Zählern ihren zweiten Tabellenplatz in der Süd-West-Staffel, schreibt osthessenreport.de.

Schon vor dem Anpfiff war klar: Das wird kein Selbstläufer. Und genau so kam es auch. Die Gastgeber aus Münster erwischten den besseren Start, angeführt von einem hellwachen Johannes Jepsen im TSG-Tor, der den Rot-Weißen gleich mehrfach den Zahn zog. Beim TVG fehlte in der Anfangsphase noch der letzte Zugriff in der Defensive, die Entschlossenheit war nicht voll da – Münster nutzte das eiskalt und führte nach 16 Minuten mit 7:5. „Es war das erwartete schwere Spiel“, sagte Cheftrainer Matthias Geiger nach der Partie und verwies auf die Qualität des Gegners, der nicht umsonst auf Rang fünf steht.

Doch Gelnhausen blieb ruhig, ließ sich nicht aus der Spur bringen und arbeitete sich Schritt für Schritt ins Derby hinein. „Wir haben am Anfang ein bisschen Anlaufschwierigkeiten gehabt, haben fast wie mit angezogener Handbremse gespielt“, analysierte Geiger. „Aber ab der 15. Minute sind wir dann besser reingekommen – mit mehr Biss in den Zweikämpfen, mehr Zug zum Tor und auch mehr Zweikampfstärke in der Abwehr.“ Der Wendepunkt: eine stabilere Defensive und ein Torhüter, der plötzlich zur Wand wurde. Alexander Bechert parierte Ball um Ball, entschärfte sogar einen Siebenmeter und gab seinem Team den nötigen Rückhalt.

Vorne fand der TVG nun immer öfter Lösungen gegen die aggressive, bewegliche Deckung der Gastgeber. Ein 6:1-Lauf innerhalb von sieben Minuten brachte die Wende, Winterneuzugang Dmytro Redkyn traf in der 23. Minute zur 11:8-Führung für Gelnhausen. Mit einem verdienten 15:12 ging es schließlich in die Pause – und die mitgereisten Fans verwandelten die Halle längst in ein rot-weißes Tollhaus.

Nach dem Seitenwechsel schlug dann die Stunde von Patrick Weber. Der bundesligaerfahrene Halblinke der TSG Münster zeigte eindrucksvoll, warum er zu den torgefährlichsten Spielern der Staffel zählt, und traf aus dem Rückraum phasenweise nach Belieben. Münster kämpfte sich Tor um Tor heran, während der TVG zwar weiterhin vorlegte, den Vorsprung aber nicht entscheidend ausbauen konnte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Gelnhausen vor allem mit seinem Tempospiel glänzte und auf Münsteraner Treffer häufig innerhalb weniger Sekunden mit einem Gegentor antwortete. In der 45. Minute war es dann soweit: Weber erzielte den 20:20-Ausgleich – das Derby war wieder völlig offen.

Doch Münster schwächte sich in dieser Phase selbst. Zwei Zeitstrafen in Folge brachten Unruhe ins Spiel der Gastgeber, Timo Treber sah nach seiner dritten Zeitstrafe sogar die Rote Karte. Der TVG nutzte diese Überzahl eiskalt aus. Jannik Geisler traf in der 49. Minute zum 24:21, doch die TSG zeigte Moral, blieb bissig und glich in der 52. Minute erneut aus – 25:25. Jetzt begann die Crunchtime, jetzt ging es um Nerven, Willen und Coolness.

Und genau hier waren die Barbarossastädter zur Stelle. TVG-Keeper Daniel Drozdz parierte einen Siebenmeter von Weber, vorne übernahmen Malolepszy und Geisler Verantwortung. Beide suchten konsequent den Abschluss, beide trafen – und wie. Zwei Tore des Kapitäns brachten Gelnhausen auf 28:26 nach vorne (56.). In der Schlussphase fiel auf beiden Seiten fast mit jedem Angriff ein Treffer, doch der TVG hatte immer die passende Antwort parat. Eine Minute vor dem Ende stand es 31:29 für die Rot-Weißen, rund 30 Sekunden vor der Schlusssirene setzte Geisler mit dem 32:29 den entscheidenden Stich. Der letzte Treffer der Gastgeber zum 32:30-Endstand kam zu spät – die zwei Punkte waren dem TVG nicht mehr zu nehmen.

„Münster hat ein riesiges Spiel abgeliefert“, lobte Geiger nach dem Abpfiff. „Aber wir haben in der entscheidenden Phase einen kühlen Kopf bewahrt und den absoluten Willen gezeigt, das Spiel zu gewinnen.“ Die Freude war groß, der Jubel grenzenlos – gemeinsam mit den zahlreich mitgereisten Fans feierten die Gelnhäuser diesen Derbyerfolg, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Bester TVG-Schütze war Malolepszy mit zehn Treffern, Geisler steuerte sieben Tore bei. Auf Seiten der TSG Münster war Patrick Weber mit elf Treffern der erfolgreichste Werfer des Abends. Personell musste der TVG weiterhin auf die Langzeitverletzten Leon David (Schulter) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) verzichten, ansonsten standen Geiger alle Spieler zur Verfügung.

Weiter geht es für den TV Gelnhausen am kommenden Samstag um 19.30 Uhr mit dem nächsten Heimspiel in der Rudi-Lechleidner-Halle. Dann ist interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen zu Gast. Tickets sind bereits über die Homepage des TVG erhältlich. +++


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