Barley erhöht bei Frauenquote Druck auf Unternehmen

Sophie Passmann lehnt gesetzliche Quotierung von Wahllisten ab

Katarina Barley (SPD)

Nach der seit 2016 geltenden gesetzlichen Frauenquote für Großunternehmen will Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) nun den nächsten Schritt gehen. “Wir dürfen bei der Gleichberechtigung nicht lockerlassen”, sagte Barley dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”. “Mit dem Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen haben wir bereits in der vergangenen Legislaturperiode einen Meilenstein gesetzt. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter”, so die SPD-Politikerin. “Wir werden besonders diejenigen Unternehmen ins Auge fassen, die sich weiterhin zum Ziel setzen, keine Frauen in Führungspositionen zu berücksichtigen.” Der Anteil von Frauen in Chefpositionen müsse steigen, weil sie jeden Tag “mit hoher Qualifikation und Leistung unser Wirtschaftsleben” prägten. “Um dieses Ziel zu verfolgen, sieht der Koalitionsvertrag weitere Schritte vor, die ich mit meiner Kollegin Franziska Giffey zeitnah umsetzen werde”, sagte die Justizministerin dem RND. Der öffentliche Dienst müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen. “Die Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst sollen bis zum Jahr 2025 zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzt sein.”

Sophie Passmann lehnt gesetzliche Quotierung von Wahllisten ab

Die Autorin Sophie Passmann lehnt eine gesetzliche Quotierung von Wahllisten ab. “Das ist demokratietheoretischer Unsinn”, sagte Passmann dem “RND”. Parité-Gesetze, wie sie in Brandenburg beschlossen und zurzeit auf vielen Ebenen diskutiert werden, “setzen an der falschen Stelle an, da es eine Verzerrung gegenüber der Geschlechterverteilung innerhalb der Parteien bedeutet”. Passmann warnte vor unüberlegten Weichenstellungen. “Habt ihr einmal darüber nachgedacht, was ihr da gerade ankratzt – das Prinzip der demokratischen Repräsentation? Ich bin glühende Feministin, aber auch glühende Demokratin. Beides geht zusammen, aber nicht auf diese Art und Weise”, sagte sie. Frauen seien ganz offensichtlich weniger gerne in Parteien. Passmann forderte eine “fließende Quotierung in den Parteien”. Parteien müssten so viele Frauen aufstellen, wie es dem Anteil an den Mitgliedern entspricht: “Das wäre ein direkter Anrei  z für Frauen, in die Parteien einzutreten, weil sie damit die Repräsentation erhöhen.”

Sabine Waschke (SPD): Zeitgemäße Rollenbilder von Männer und Frauen fördern

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke erinnerte zum Frauentag daran Zeitgemäße Rollenbilder von Männer und Frauen zufördern. „Es ist nicht nur eine Frage des Grundgesetzes, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, sondern auch die des gesunden Menschenverstandes. Bei der Gesetzgebung hat sich auf Bundesebene einiges getan, es gilt jedoch immer noch viele Benachteiligungen von Frauen zu beseitigen“, sagt die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Fulda. So seien Elterngeld, die Quote für Frauen in Führungspositionen, dem Mindestlohn und dem Rückkehrrecht auf vorherige Arbeitszeit gute erste Schritte. Dennoch werden Frauen immer noch durchschnittlich schlechter bezahlt, steigen familienbedingt öfter und länger aus dem Job aus, steigen überwiegend in Teilzeit wieder in den Job ein, und das nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation. „Das wirkt sich verheerend auf die Alterssicherung von Frauen aus: So bekommen Frauen am Ende ihres Erwerbslebens nur halb so viel Rente wie Männer. Deshalb unterstütze ich die aktuellen Pläne der SPD-Bundestagsfraktion für eine Grundrente. Vor allem Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen ihrer Kinder einschränken mussten und deshalb nicht ausreichend für ihre Alterssicherung vorsorgen konnten profitieren davon“, erklärt Sabine Waschke. Kaum in einer Region verdiene eine berufstätige Frau schlechter als im Kreis Fulda, nämlich im Schnitt 570 Euro weniger, als ihr männlicher Kollege. „Wenn wir Fulda zukunftsfest machen wollen, dann müssen wir dafür vor Ort sorgen, dass Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg die gleichen Chancen wie Männer haben“, fordert Sabine Waschke, die sich nicht zuletzt aus diesem Grund freut, dass ihr Antrag für bessere Arbeit für Frauen in Fulda im Kreistag mehrheitlich angenommen wurde. „Der Fachkräftemangel ist längst in Fulda angekommen und gleichzeitig haben wir exzellent ausgebildete Frauen die Arbeit suchen. Deshalb bin ich nach wie vor dafür, dass Kreis, Gewerkschaften und Jobcenter ein Konzept für bessere Arbeit von Frauen in Fulda erarbeiten sollten“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke.  +++

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2 Kommentare

  1. Ich staune immer wieder, welche dummen Scheindebatten die politische Bühne beherrschen. Frauen in Führungspositionen, wo doch Hunderttausende Frauen, die wegen Kindern zu Hause bleiben, garantiert nicht in eine Führungsposition zurückkehren, sondern zu einem Minijob oder einer Teilzeitstelle an der Supermarktkasse. Quoten, Parität auf Wahllisten usw.: Nicht ein einziges drängendes gesellschaftliches Problem wird da auch nur ein bisschen angesprochen. Mütter werden in keiner Weise unterstützt, Kinder sind nach wie vor ein riesiges Armutsrisiko. Im Hartz IV Amt tummeln sich Alleinerziehende, die Altersarmut ist vorprogrammiert. Ich kenne übrigens eine ganze Reihe von Müttern, die studiert haben, hochqualifiziert sind und nicht im Traum dran denken, sich in einer blöden Erwerbsarbeit aufzureiben, gar vielleicht in einer Führungsposition. Die wollen sich um die Erziehung und Begleitung ihrer Kinder kümmern. Genau richtig, wer die Möglichkeit dazu hat, z.B. durch einen gut verdienenden Partner.

  2. Im Gegensatz zur Union kann die SPD moderne Frauen- und Familienpolitik! Weiter so!
    Die lange Ablehnung des Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit ebenso wie des zum Familiengeld ausgebauten Elterngeldes im Rahmen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Verwässerung beim Unterhaltsvorschuss durch frauenfeindliche Teile der Union und frauenfeindliche Arbeitgeberverbände waren kurzsichtig und familienfeindlich!
    Eine Verbesserung ist immer möglich! Aber wo sind die Vorschläge?
    Darüberhinaus ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit nicht nur ein Gebot der Fairness und Gleichberechtigung, sondern überfällig! Das von der Union bis zur Wirkungslosigkeit verwässerte “Lohngleichheits-Gesetz” von Frau Schwesig war erst ein erster Schritt!
    Verbesserter Mutterschutz hilft Männern, Frauen und Kindern. Also her damit!
    Und mehr Frauen in den Führungsetagen von Wirtschaft und Verwaltung überwindet die Blockade-Haltung, mangelnde Kompetenz sowie unzureichende Kreativität und Sensibilität der männlichen Führungskräfte in Bezug auf intelligente, frauenkompatible Arbeitsbedingungen, um letztlich auch das ungenutzte Potential der Frauen für Wirtschaft und Verwaltung zu erschließen. Und solange das offenbar nur durch eine Frauenquote erreichbar ist, ist das eben der Weg! Auch wenn dieser im ersten Schritt wegen der frauenfeindlichen Blockade-Haltung der Union faktisch nur auf Aufsichtsratsebene durchsetzbar war!
    Also: Frauen an die Macht!
    Dass die Union nicht moderne Frauen- und Familienpolitik kann, muss eigentlich nicht schon wieder betont werden! Auch wenn Merkel neuerdings die Familienpolitik entdeckt zu haben glaubt!

    Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4

    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

Demokratie braucht Teilhabe!