Ausstellung „Color … Motion“ im Museum Modern Art in Hünfeld eröffnet

Licht, Farben und Strukturen

Die neue Ausstellung „Color … Motion“ ist am Sonntag im Museum Modern Art in Hünfeld eröffnet worden. Die drei herausragenden Künstlerinnen Christiane Grimm, Rosa M. Hessling und Barbara Rosengarth stellen erstmals gemeinsam innerhalb des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda bis Sonntag, 26. September, in Hünfeld aus. Zu sehen sind aktuelle Werke aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Objekt und Installation. Spannende und moderne Interpretationen aus Licht, Farben und Strukturen warten auf die Besucher.

„Mit der neuen Ausstellung geht es wieder zu den Wurzeln des Museums Modern Art – der Konkreten Kunst“, sagte Kulturstadträtin Martina Sauerbier. 1990 gründete Jürgen Blum das Hünfelder Museum und brachte die Konkrete Kunst nach Hünfeld. Die Ausstellung „Color … Motion“ geht den Weg von Jürgen Blum weiter. „Nun stellen drei großartige Frauen ihre Werke im Museum und den beiden Gasometern aus“, sagte Sauerbier und begrüßte herzlich Christiane Grimm, Rosa M. Hessling und Barbara Rosengarth, die extra zur Vernissage gekommen waren.

Kuratorin Veronika Rodenberg aus Hosenfeld-Hainzell, eine Schülerin von Museumsgründer Jürgen Blum (1933-2015), stellte die Künstlerinnen den Besuchern vor. Farbe, Licht, komplexe Collagen und geriffeltes Acrylglas sind die Zutaten, mit denen die Künstlerin Christiane Grimm (Heidelberg) in Objektkästen ihre Bildräume entstehen lässt. „Aus der Tiefe tauchen sie auf, wölben sich, erscheinen zylindrisch, überschneiden und durchdringen sich“, erklärte die Kuratorin. Unterschiedliche Materialien mit matten oder reflektierenden Oberflächen beziehen das Umgebungslicht mit ein, verstärken diese Wirkung und bringen Grimms Farb-Licht-Räume zum Leuchten. Mit jeder Bewegung, jeder Positionsveränderung des Betrachters offenbaren sie sich neu, ohne ihr Geheimnis preiszugeben.

In einem der beiden Gasometer des Museums Modern Art hat die Heidelberger Künstlerin mit der kinetischen Installation „la vie secrete des couleurs“ ein fantastisches Farb-Licht-Theater inszeniert. Auf fünf großen transluzenten geriffelten Scheiben erscheint ein Spiel von leuchtenden Farben in unendlichen Kompositionen.

Der gedankliche Ausgangspunkt im malerischen Werk der Bremer Künstlerin Barbara Rosengarth sind Faltungen, die sie mit „Pli“ (lateinisch für Falte) und einer fortlaufenden Nummer im Titel ihrer Arbeiten benennt, betonte die Kuratorin. In den geometrischen Mustern bringen die Falten, die zu Linien geworden sind, Bewegung und Abwechslung in deren bestehenden Fortlauf – bis hin zu Irritationen.

„Sie fordern geradezu zum genaueren Hinsehen heraus. Für mich sind sie gleichsam Horizonte, hinter denen etwas sich dem Blick entzieht oder auftaucht“, erklärte Rodenberg. Bei aller Systematik und Genauigkeit bleibt durch den Duktus der Hand, durch lasierend aufgetragene Farben, der malerische Klang in Rosengarths Bildern erhalten. Für den zweiten Gasometer auf dem Museumsgelände hat Rosengarth eine auf den Raum bezogene Installation aus bedruckten Tapes konzipiert.

Rosa M. Hesslings Arbeiten verbergen zunächst auf feinsinnige Weise nicht Vorhersehbares, machte die Kuratorin deutlich. Das Überraschende in ihren Bildern besteht darin, dass sie sich verwandeln und sich auf einmal wie in einem neuen andersfarbigen Kleid zeigen. „Ausgelöst wird dieses Phänomen über ihren speziellen Pigment- und Lackauftrag auf verschiedenen Bildträgern, durch wechselnde Lichtintensität und durch den Betrachter selbst“, sagte Rodenberg. Sobald sich seine Wahrnehmung schrittweise sensibilisiert, entfalten die Gemälde ihre ganze Strahlkraft. Später, im Zwielicht, wenn alles Umgebende bereits ins Dunkle übergeht, wird das Tafelbild zum vor der Wand schwebenden Lichtobjekt. Rosa M. Hessling lebt in Zell/Mosel.

Für den Idea-Kunstverein bedankte sich Annette Blum bei den Frauen und überreichte Blumen. Auch Bürgermeister Benjamin Tschesnok dankte den Künstlerinnen für die wunderbare Ausstellung und überreichte ein Präsent. Die Ausstellung „Color … Motion“ ist Teil des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda und wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen  Die aufwendigen Installationsarbeiten werden finanziell vom Idea-Kunstverein Hünfeld unterstützt.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Duo „Sunny Vibes“ mit Pia-Maria Sauer und Wolfgang Harling. Der Förderverein des Museums Modern Art kümmerte sich um die Bewirtung. Nach dem offiziellen Teil der Vernissage machten sich die Gäste auf Entdeckungsreise im Hauptgebäude und den Gasometern und nutzten die Gelegenheit, mit den Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen.

Ausstellung: Die Ausstellung „Color … Motion“ der Künstlerinnen Christiane Grimm, Rosa M. Hessling und Barbara Rosengarth ist bis Sonntag, 26. September, im Museum Modern Art in Hünfeld zu sehen. Die Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Beim Besuch des Museums gelten die jeweils aktuellen Corona-Regeln. Weitere Infos unter www.museum-modern.art, per Telefon (06652) 72433 oder per E-Mail museum-modern-art@huenfeld.de +++ pm

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