Außenhandel weist Kritik am deutschen Exportüberschuss strikt zurück

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Container Bild: Hapag

Berlin. Der deutsche Außenhandel wehrt sich gegen Kritik der USA und der EU-Kommission am deutschen Exportüberschuss. „Die anhaltende Diskussion um die deutsche Exportstärke trägt inzwischen groteske Züge. Immer wieder wird versucht, eine Stärke zur Schwäche zu erklären“, sagte der Chef des Bundesverbands „Großhandel Außenhandel Dienstleistungen“ (BGA), Anton Börner, den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“.

Seiner Auffassung nach ist der deutsche Leistungsbilanzüberschuss in erster Linie ein Beweis für die derzeit hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. „Das kann sich übrigens schnell ändern, wenn man sich an die frühen 2000er Jahre zurückerinnert, als Deutschland als der kranke Mann Europas galt“, betonte Börner. Der Außenhandelschef warb für eine Versachlichung der Diskussion. „Das Risiko der Ungleichgewichte halte ich für überschaubar.

Die wahren Gefahren für die Weltwirtschaft liegen woanders und sind derzeit eher politische, und beinahe täglich kommen neue hinzu.“ Das abermalige Anwachsen der Überschüsse ist nach Ansicht Börners aber auch eine Folge von Preiseffekten auf der Importseite infolge des relativ niedrigen Ölpreises und niedriger Rohstoffpreise. Auch der schwache Euro-Kurs spiele eine Rolle. +++


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1 Kommentar

  1. Der Außenhandelslobbyist predigt die alte Leier, dass böse Mächte um uns herum unseren Außenhandel schlecht reden. Darum geht es aber überhaupt nicht. Das Außenhandelsdefizit entsteht nämlich nicht nur durch den Außenhandel, sondern vor allem auch durch die zu geringen Importe, so dass der Zahlungsbilanzausgleich immer schwieriger wird. Ursache für die geringen Importe sind die zu geringen Investitionen der deutschen Unternehmen (obwohl die Gewinne noch nie so hoch wie derzeit waren) und des Staates sowie die im Verhältnis zu unserer Wirtschaftskraft viel zu niedrigen Löhne, durch die ebenfalls eine zu niedrige Nachfrage nach Importartikeln begründet ist. Börner hat allerdings Recht wenn er sagt, dass die weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Risiken für unsere Exportwirtschaft immer größer werden. Wenn unser Export einbricht, ist unser „Wirtschaftwunder“ dahin, weil die deutsche Wirtschaft weitgehend exportzentriert ist.

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