Berlin. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, die Lebenswirklichkeit in Deutschland zu verzerren. „Herr Schulz sollte damit aufhören, das Land schlechtzureden, sondern lieber ein Programm vorlegen, wie man die derzeitige gute Situation 2030 und darüber hinaus erhalten kann“, sagte Kramer der „Bild am Sonntag“. Schulz kenne Europa besser als Deutschland, so Kramer. „Daher weiß er ganz genau, dass die anderen 27 EU-Staaten neidisch auf Deutschlands Entwicklung sind. Es geht in Deutschland deutlich gerechter zu als in unseren Nachbarländern oder als noch vor zehn bis 15 Jahren.“
80 bis 90 Prozent der Deutschen seien mit ihrer Lebens- und Arbeitssituation zufrieden. „Daraus kann Schulz doch nicht ableiten, es gehe in Deutschland nicht gerecht zu.“ Kramer warnte ausdrücklich vor einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken: „Sollte Rot-Rot-Grün die Wahl gewinnen, hätte das außerordentlich negative Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft. Deutschland würde in einem Regulierungs- und Bürokratiewahn ersticken und in die 90er-Jahre zurückfallen.“
Der Ausgang der Bundestagswahl sei deshalb sehr wichtig wirtschaftliche Zukunft Deutschlands, so der Arbeitgeberpräsident. „Die Grünen würden aus umweltpolitischen Gründen jegliche wirtschaftliche Entwicklung hemmen. Die Linke würde mit ihrer Europa-, Verteidigungs- und Außenwirtschaftspolitik einen Großteil unserer freundschaftlichen Beziehungen in aller Welt zerstören. Kombiniert mit der Sozialpolitik der SPD führt das dann zu sinkendem Wachstum, neuer Arbeitslosigkeit und höheren Kosten etwa beim Wohnungsbau.“ +++

Der Aufschwung ist offensichtlich – trotz (oder gerade wegen?) Mindestlohn, Frauenquote, Rente mit 63 etc. und ohne TTIP/CETA/TISA – bei der Wirtschaft angekommen. Und für die Rentner wird für 2017 eine Reduzierung der fälligen Rentensteigerung um rd. 50% angekündigt!
Aber die sog. Wirtschaftsweisen und auch die Arbeitgeberverbände beklagen weiterhin die o.g. Errungenschaften, vermissen eine stärkere Wirtschaftsorientierung der Politik und warnen vor einer Politik der sozialen Gerechtigkeit, wie sie Martin Schulz angekündigt hat. Brauchen wir diese Verbände und diese Weisen noch? Und neuerdings bescheinigt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) dem Mindestlohn dreist eine verheerende Wirkung, obwohl doch die prognostizierten Jobverluste nicht eingetreten sind! Und die Wirtschaft fordert wieder mal Steuerentlastung, läßt aber andererseits weiterhin Menschen unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns beschäftigen! Schäbig und gierig! Und Schäuble konterkariert den Mindestlohn durch laxe Kontrollen.
Da findet durch die aktuelle EZB-Politik („Fluten der Finanz-Märkte mit frischem Geld“) die größte Umverteilung zu Lasten von Sparern und Rentnern seit der Währungsreform von 1948 statt, und die Wirtschaft, wirtschaftsnahe Politikkreise und die sog. Wirtschaftsweisen warnen: aber nicht vor einer Verarmung von Sparern und Rentnern, sondern vor „weiteren“ Belastungen der Wirtschaft (Mindestlohn, Beseitigung von Rentenungerechtigkeiten, Frauenquote, Mietpreisbremse …), vor einer Sozialdemokratisierung ihrer Wirtschafts-Partei CDU (Hinweis für die SPD: und wenn Sie sich noch so verrenken, die Stimmen der Arbeitgeber können Sie vergessen!).
Aber: Die deutsche Wirtschaft wächst wie seit Jahren nicht mehr! Wie wäre es, wenn die Wirtschaft mal die aktuellen Entlastungen der Wirtschaft (geringere Finanzierungskosten, günstigere Exportbedingungen wegen EURO-Verfall, Steueroptimierung über Off Shore-Konstrukte …) und das weitere Pampern der Finanzwirtschaft loben und die Belastung von Sparern und Rentnern kritisieren würde? Stattdessen singen sie inbrünstig das hohe Lied des Leistungsprinzips und setzen bei Familienunternehmern eine der sozialen Gerechtigkeit widersprechende Erbschaftssteuerreform durch. Nur: Erben ist keine Leistung! Eine Erbschaft ist ein „unverdientes“ Vermögen! Unglaubwürdig!
Postfaktische Welt?
Hört mal an, was Singer Songwriter Sigismund Ruestig dazu zu sagen bzw. zu singen hat:
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
http://youtu.be/QGOx8I0COYg
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
Was will uns Arbeitgeber-Chef Kramer sagen?
Nicht Schulz und seine SPD wählen, denn die sind für soziale Gerechtigkeit!
Und anstelle die fortschrittlichen Vorschläge von Manuela Schwesig, SPD, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf anzuerkennen, will Kramer dann lieber noch ein bißchen jung gegen alt ausspielen! Durchsichtig! Unglaubwürdig!
“Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!”
https://youtu.be/9Steya7Qtr8
https://youtu.be/zH2tEG2G-aw
https://youtu.be/KYm5ZKtjX9A
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
PS:
„Uns geht es schlecht“ – Martin Winterkorn, Familie Klatten/Quandt, Familie Albrecht, Familie Porsche/Piëch, Familie von Finck, …
Glaubt keinen Wahlversprechen von Merkel. Es könnte eine Mau(s)t herauskommen!