Antonius-Honig zurück: Schulbienenprojekt startet nach Vandalismus neu durch

Der Satz „Wir machen weiter, jetzt erst recht“ war Anfang des Jahres mehr als eine Floskel für Julius Zeidler, den Leiter des Schulbienenprojekts der Antoniuswerkstatt. Er war ein Statement gegen die Resignation. Nachdem unbekannte Täter Ende 2025 sechs Bienenkästen am Schulzenberg bei Haimbach zerstört und damit den Tod aller Völker im Winter in Kauf genommen hatten, stand das Projekt vor dem Aus. Der Standort war bekannt für Vandalismus und illegale Zusammenkünfte, doch erst dieser schwere Eingriff führte zu einer notwendigen öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Problem. Die Betroffenheit reichte weit über das Projektteam hinaus bis in die Anwohnerschaft von Haimbach.

Die Reaktion auf die Zerstörung überraschte alle Beteiligten. Was als lokaler Schaden begann, löste eine Welle der Solidarität aus, die bis nach Frankfurt reichte. Die daraus resultierenden Spendengelder ermöglichten nicht nur den Ersatz der zerstörten Stöcke, sondern den Aufbau einer resilienteren Struktur. Acht neue Bienenvölker konnten angeschafft und durch begleitende Imker vermehrt werden. Die Hilfsbereitschaft war dabei oft konkreter als nur finanzieller Natur: Ein erfahrener Imker bot an, sein eigenes Lebenswerk zugunsten des Projekts zu übergeben. Diese Unterstützung verdeutlichte, dass es hier um mehr ging als nur um die Produktion eines Lebensmittels; es ging um den Erhalt eines gemeinsamen Anliegens.

Die neuen Stöcke stehen nun an einem anderen Ort: auf einer Obstwiese gegenüber dem Theresienhof in der Marberzeller Straße. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden angepasst. Neben technischen Lösungen wie Wildkameras ist es vor allem das soziale Umfeld, das nun Schutz bietet. Anwohner haben ein Auge auf die Völker, was den Bienen die nötige Ruhe zur Vorbereitung auf den kommenden Winter gibt. Von diesen acht Völkern konnte das Team der Arbeitsschule Startbahn die diesjährige Frühjahrs- und Sommertracht ernten. Der Honig ist damit wieder verfügbar, doch der Fokus des Projekts liegt weiterhin auf dem pädagogischen Auftrag.

Für die Schülerinnen und Schüler ist die Arbeit mit den Bienen eine Schule der Verantwortung und der ökologischen Zusammenhänge. Der erlebte Verlust der Völker im Winter hat diesen Lernprozess sogar vertieft. Julius Zeidler sieht in der Katastrophe eine Chance zur Reflexion: Wie geht man mit Niederlagen um? Wie findet man den Mut, neu anzufangen, wenn Pläne zerstört werden? Diese Fragen sind im Projektalltag greifbar geworden. Die Erfahrung, dass Zerstörung nicht das Ende sein muss, sondern ein Neuanfang möglich ist, wird für die Teilnehmer zu einer lebenspraktischen Lektion.

Mit der erfolgreichen Ernte ist die Grundlage für die weitere Arbeit gelegt. Der Verkauf des Honigs markiert den Abschluss dieses schwierigen Kapitels und den Beginn einer konsolidierten Phase. Im Winter wird sich das Projekt zudem auf die Verarbeitung von Bienenwachs zu Kerzen konzentrieren. Damit bleibt der Kreislauf der Arbeit erhalten, gestärkt durch die Erfahrung, dass Gemeinschaft mehr bewirken kann als einzelne Täter zu zerstören vermögen. +++


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