Am 28. Mai ist „Tag der Nachbarn“

Blumengrüße und Kreidebilder für ein lebendiges Miteinander

Das Mitmach-Set enthält unter anderem Grußkarten als Einladung zum gemütlichen Zusammensein mit den Nachbarn, worauf sich Martin Best in Flieden freut. Foto: privat

„Gute Nachbarn sind ein echter Schatz“, heißt es in Ungarn. Um diesen Schatz zum Glänzen zu bringen, erklärte 2004 der Europarat ein Datum im Mai zum „Tag der Nachbarn“. Die Idee: sich mit den Menschen von nebenan treffen und zusammen feiern und so ein Zeichen für gute Nachbarschaft setzen. Doch während der Corona-Pandemie müssen neue Wege gefunden werden, um das Miteinander zu stärken.

2018 hatten die Nachbarn Martin Best und Frank Diegelmann unter dem Motto „Frühling auf St. Urban“ zum ersten Mal alle Anwohner der St. Urban-Straße – einer kleinen Sackgasse in Flieden – zu einem Straßenfest eingeladen. Auch der Interessent für ein dort zum Kauf stehendes Haus gesellte sich dazu – und entschied sich (nicht zuletzt wegen der freundlich-offenen Nachbarschaft) für den Umzug vom Rhein-Main-Gebiet nach Flieden. Aufgrund der guten Resonanz wurde die Feier im darauffolgenden Jahr wiederholt. 2020 hörte Martin Best zufälligerweise vom „Tag der Nachbarn“, den die „nebenan.de Stiftung“ mit Unterstützung unter anderem des Bundesfamilienministeriums seit 2018 in Deutschland initiiert. „Das passte genau zu dem, was wir sowieso planten“, berichtet der 64-Jährige. Er meldete sich mit der dritten Auflage „Frühling auf St. Urban“ an, doch wegen Corona fielen sämtliche Veranstaltungen aus. Stattdessen sammelte die Stiftung auf ihrer Homepage Vorschläge, wie Nachbarn sich in der Pandemie zur Seite stehen können.

In diesem Jahr findet der Tag der Nachbarn am Freitag, 28. Mai, statt. Wer „seine Nachbarschaft aufblühen lassen“ möchte, kann sich bis Ende des Monats über www.tagdernachbarn.de ein kostenloses Mitmach-Set bestellen. Dieses enthält zehn Grußkarten, Luftballons, eine Wimpel-Girlande und eine Tüte mit Blumensamen. Die Grußkarten mit der Aufschrift „Schön dass wir Nachbaren sind“ können auch über die Homepage heruntergeladen werden. Andere Möglichkeiten, um sich in der Nachbarschaft Corona-konform auszutauschen, könnten beispielsweise gemeinsame Spaziergänge oder Pflanzaktionen sein, so ein Tipp. Doch Martin Best hofft, dass das Pandemiegeschehen bis nächste Woche Sonntag ein Fest im Freien erlaubt, und Luftballons und Girlande aus dem Set dann zusammen mit der Fliedener Fahne die Straße „St. Urban“ schmücken. „Inzwischen sind neue Nachbarn hergezogen, und die kleine Feier böte Gelegenheit, sich kennenzulernen und zu erfahren, wie man sich gegenseitig unterstützen kann“, sagt er.

Iryna und Andreas Böhm in Eichenzell laden am Freitag von 15 bis 17 Uhr auf ihrem „Archehof Kerzell“ dazu ein, mit Straßenmalkreide bunte Mandalas als Grüße an die Nachbarn zu gestalten. Zudem können Bücher, Geschirr, Spielzeug, CDs, DVDs, Kleidungsstücke und andere Dinge aus dem Tauschschrank begutachtet und mitgenommen werden. Bei Regen wird die Aktion verschoben.
In Tann möchte das AWO-Familienzentrum gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde, der Stadt sowie dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön etwas für die Insekten und Vögel in der Nachbarschaft tun. Die Konfirmanden pflanzen vor der Rhönhalle unter Anleitung von Christiane Fuß und Janet Emig einen Wildobststrauch, erstellen Samenbomben und säen einen Blühstreifen. Außerdem bastelt die ehrenamtliche Helferin Daniela Martin 100 Mutmacher-Grußkarten, die zusammen mit Blumentöpfen und Sonnenblumenkernen zum Weiterverschenken abgeholt werden können. „Auch die Konfirmanden dürfen sich jemanden in ihrer Nachbarschaft aussuchen, dem sie mit dem Blumengruß eine Freude machen möchten“, erläutert Gemeinwesen-Koordinatorin Linda Kalb-Müller. Insgesamt 182 Veranstaltungen wurden bis jetzt in Hessen angemeldet, davon 16 im Landkreis Fulda und davon wiederum die meisten vom AWO-Kreisverband mit seinen einzelnen Projektstandorten. Eine Kurzbeschreibung aller Aktionen findet sich auf der Homepage www.tagdernachbarn.de . +++ pm

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