Der Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal des Körpers. Unmittelbar vor einer Operation wird das Schmerzempfinden sowie das Bewusstsein durch die Narkose aktiv ausgeschaltet. Doch was ist mit Schmerzen, die nach einer Operation auftreten können? Darum kümmert sich am Klinikum Fulda ein speziell ausgebildetes Team. Fachkrankenpfleger Detlef In der Mühle ist Teil des Akutschmerzdienstes der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Im Mai dieses Jahres hat er die Weiterbildung zum Algesiologischen Fachassistenten sowie zur sogenannten Pain Nurse erfolgreich abgeschlossen.
Unmittelbar im Zusammenhang mit Operationen, aber auch diagnostischen oder chirurgisch-therapeutischen Eingriffen auftretende akute Schmerzen werden am Klinikum Fulda in Zusammenarbeit der Anästhesisten mit den Ärzten der operativen Fächer nach speziellen Leitlinien behandelt. Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Akutschmerzdienstes (ASD) der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin ist die schmerztherapeutische Versorgung rund um eine Operation. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die schmerztherapeutische Versorgung nach operativen Eingriffen auf den allgemeinpflegenden Stationen, Wachstationen, Intensivstationen und dem Aufwachraum gelegt. Aber auch bei allen anderen starken und akuten Schmerzen nach Operationen kann der ASD helfen. „Das Team besteht aus Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie sechs Algesiologischen Fachassistenten, den Pain Nurses. Sie verfügen über umfassende Erfahrung in der chronischen Schmerztherapie und Tumorschmerztherapie“, so Professor Dr. Clemens-Alexander Greim, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. „Ein perfekt eingespieltes und ausgebildetes Team von Ärzten und Pflegenden ist Voraussetzung für eine exzellente Akutschmerztherapie“, so Greim weiter. Detlef In der Mühle absolvierte eine Weiterbildung zum Algesiologischen Fachassistenten und zur Pain Nurse am Bildungszentrum des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Qualifikation zur Pain Nurse umfasst dabei insgesamt über 200 Stunden Theorie, Projektarbeit, Lerntransferaufgaben sowie Hospitation in der Praxis.
Der Akutschmerzdienst am Klinikum Fulda
Eine qualitativ hochwertige Schmerztherapie nach operativen Eingriffen fördert den Genesungsprozess. Schmerz-bedingter Stress wird reduziert, die Atmung erleichtert und mögliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung, Lungenembolie oder Thrombosen verhindert. „Die Patientinnen und Patienten können früher wieder trinken, normal essen und schneller mobilisiert werden. Das Behandlungsergebnis durch eine gute peri- und postoperative Schmerztherapie ist generell besser“, so Detlef In der Mühle. Um dies zu erreichen, ist im Klinikum Fulda seit vielen Jahren der Akutschmerzdienst etabliert. „Meist geschieht dies in Form von rückenmarksnahen oder peripheren Schmerzkathetern oder einer Patienten kontrollierten venösen Analgesie mittels einer sogenannten Schmerzpumpe“, erläutert der Algesiologische Fachassistent. Detlef In der Mühle weiter: „Über Schmerzpumpen können die operierten Patienten den Zulauf der Schmerz-blockierenden Medikamente und damit die Intensität ihrer Schmerztherapie selbst regulieren.“ In Absprache mit den chirurgischen Fachdisziplinen werden zudem auch medikamentöse Konzepte zur Schmerztherapie nach Operationen für Patientinnen und Patienten ohne Schmerzpumpe angeboten.
Kindliche Unbehagen- und Schmerzskala
Im Frühjahr 2023 wurde zudem erfolgreich die sogenannte Kindliche Unbehagen- und Schmerzskala in das Anästhesie Patientendaten Datenmanagement, im zentralen Aufwachraum, im Rahmen einer Projektarbeit am Universitätsklinikum Heidelberg von Detlef In der Mühle und Dr. Ben Schäfer (Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin) implementiert. Somit stehen den pflegerischen sowie auch den ärztlichen Mitarbeitern neben der Numerische Rating-Skala auch eine aussagekräftige und qualitativ sehr gute Schmerzmessung bei Kindern - vom Neugeborenenalter bis zur Vollendung des vierten Lebensjahres - zur Verfügung. +++ pm
