Manche Torhüter halten Bälle. Andere hinterlassen Spuren. Samuel Zapico gehört zu jenen Spielern, die bei einem Verein mehr werden als nur ein Name auf dem Spielberichtsbogen. Nach vier Jahren endet nun seine Zeit bei der SG Barockstadt. Der 29-Jährige wird die Domstadt nach der laufenden Saison verlassen. Mehr als 80 Pflichtspieleinsätze absolvierte er im Trikot der Föllscheelf, viele davon geprägt von Paraden, Leidenschaft und einer Präsenz, die weit über den Strafraum hinauswirkte.
Für die Fans war „Zappi“ längst mehr als ein verlässlicher Rückhalt. Mit seiner offenen Art, seinem Ehrgeiz und seiner Emotionalität wurde er zu einem der Gesichter dieser Mannschaft und zu einem Spieler, mit dem sich viele identifizierten. Einer, der nicht laut sein musste, um aufzufallen.
Im Sommer 2022 war Samuel Zapico vom SV Neuhof zur SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gewechselt. Es sollte der nächste Schritt seiner sportlichen Laufbahn werden. In seiner ersten Saison kam er auf zehn Pflichtspieleinsätze, doch der Torhüter arbeitete sich beharrlich nach vorne. In der Spielzeit 2023/2024 wurde er schließlich Stammtorhüter und zu einem der konstantesten Leistungsträger der Mannschaft.
Besonders ein Abend wird vielen in Erinnerung bleiben. Im diesjährigen Pokalhalbfinale gegen die Kickers Offenbach hielt Zapico seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden zunächst in der regulären Spielzeit im Spiel. Im Elfmeterschießen wurde er dann endgültig zum Helden des Abends, als er drei Strafstöße parierte und die Föllscheelf ins Finale führte. Ein Auftritt, wie ihn nur wenige Torhüter erleben.
Auch intern fällt der Abschied schwer. Sportdirektor Patrick Schaaf spricht von einem „großartigen Charakter“ und einem „besonderen Menschen“, den der Verein nur ungern ziehen lasse. In offenen Gesprächen habe Zapico den Wunsch geäußert, sich persönlich zu verändern. Diesen Schritt akzeptiere man selbstverständlich.
Zapico selbst verabschiedet sich mit Worten, die viel über seine Verbindung zu Verein und Stadt erzählen. Er bedankt sich bei den Fans für ihre Unterstützung, ihre Liebe und ihren Rückhalt. In Fulda habe er eine Heimat gefunden, sagt er. Die gemeinsamen Momente mit der Barockstadt werde er nie vergessen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die Geschichte sportlich noch nicht abgeschlossen ist. Ein gemeinsames Ziel bleibe der Pokalsieg.
Auch über den Fußball hinaus findet Zapico persönliche Worte. Er sei nach Fulda gekommen, weil Gott diesen Weg für ihn bestimmt habe. Was als Nächstes komme, wisse nur er allein. Er vertraue darauf, dass der nächste Schritt in seiner Karriere bereits vorbereitet sei und blickt voller Zuversicht auf das, was vor ihm liegt. +++

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