Abfallwirtschaft des Landkreises Fulda richtet „Verschenke-Markt“ ein

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Fulda. Durch die rasante technische Entwicklung veralten Gebrauchsgegenstände schnell und werden durch neuere Ausführungen ersetzt, die mehr können oder besser funktionieren als die bisher genutzten. Aber auch aufgrund veränderter Lebensgewohnheiten oder aktueller Trends benötigen wir viele Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände nicht mehr.

Oft funktionieren ausrangierte Gegenstände aber noch tadellos und könnten problemlos weitergenutzt werden. Was für die einen nutzlos geworden ist, wird von anderen gesucht, vielleicht als Sammlerstück oder weil sie ansonsten finanziell nicht in der Lage wären, sich solche Gegenstände zu leisten. Viele denken oft gar nicht daran, dass ausrangierte Gegenstände für jemand anderen noch von Nutzen sein oder bei gemeinnützigen Projekten gute Dienste verrichten könnten.

Häufig landen Gegenstände nur deshalb im Abfall, weil man nichts von der Verwendungsmöglichkeit für andere weiß. Um Angebot und Nachfrage künftig besser und ortsnah zusammenzuführen, hat der Fachdienst Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung einen virtuellen „Verschenke-Markt“ eingerichtet. Das Internetportal steht ab 1. Dezember auf der Startseite von www.abfallwirtschaft-landkreis-fulda.de zur Verfügung und soll zunächst für ein Jahr getestet werden.

Über das neue Serviceangebot des Landkreises können künftig kostenfrei Gegenstände verschenkt oder gesucht werden. Gut erhaltene Möbel, funktionsfähige Elektrogeräte, Gebrauchs- oder Einrichtungsgegenstände, nicht mehr benötigte Spielsachen oder Reste von Baumaterialien müssen so nicht länger unnötig entsorgt werden. Vielleicht finden sie durch den „Verschenke-Markt“ einen neuen Besitzer, der sie gut gebrauchen kann und noch lange Freude daran hat.

Zwar gibt es im Internet zahlreiche Kleinanzeigenportale, über die Gegenstände zum Verkauf angeboten werden können. Viele scheuen diese Portale wegen der damit oft verbundenen Kosten oder weil sie für die ausrangierten Gegenstände keinen Gegenwert haben wollen. Auch deshalb sollen die bestehenden Angebote um eine kostenfreie, regionale Möglichkeit zum Verschenken gebrauchter oder nicht mehr benötigter Gegenstände ergänzt werden.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld als Abfalldezernent des Landkreises lädt da-zu ein, das neue Internetportal fleißig zu nutzen, und hofft auf möglichst viele Einträge. „Jeder erfolgreiche Besitzerwechsel zahlt sich gleich mehrfach aus: Entsorgungskosten werden ge-spart, gebrauchsfähige Produkte nicht unnötig vernichtet sowie Ressourcen geschont. Und schließlich freut sich der neue Benutzer über ein vielleicht lange gesuchtes Produkt.“ +++ fuldainfo


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1 Kommentar

  1. Gratulation, der erste Schritt ist getan! Der Kommentar von "Mama" sagt ja bereits das Wichtigste: Im Vergleich mit anderen Städten ist Fulda noch sehr weit davon entfernt, sich auf die Schultern zu klopfen. Die Betreiber/innen von Repaircafès, Umsonstläden und Verschenk-Projekten arbeiten nahezu ausschließlich ehrenamtlich und sind von sich aus der Zivilgesellschaft entwachsen. Angesichts der herrschenden Marktstrukturen und einer in allen Lebensbereichen konsequent umgesetzten Ökonomisierung weichen diese Leute einfach von den vorgegebenen Wegen ab und "sind selbst die Veränderung, die sie für unsere Welt wünschen". Ich finde, es ist höchste Zeit, dass die Politik diese Menschen unterstützt. Es sind ja nicht nur Elektrogeräte, die weggeworfen werden. Meine persönliche Lieblingsidee ist, den Wertstoffhof Fulda als „ökologischen Wertstoffhof“ zu führen. So bräuchte dieser „nur“ um eine Kategorie erweitert werden, nämlich:
    NOCH BRAUCHBAR
    Im letzten Jahr war ich auf der Suche, Papierrollen für einen Kinderbibeltag zu organisieren. Die Arbeit war, natürlich, ehrenamtlich und die Materialkosten sollten, natürlich, so gering wie möglich sein. Schulen und Kindergärten haben übrigens auch einen großen Bedarf an Papier-und anderem Bastelmaterial! In einem Möbelhaus in Fulda nachgefragt, war zu erfahren, dass ein paar Tage vorher ein ganzer LKW voller Tapetenrollen zum Wertstoffhof gebracht wurde. Naja, so läuft das eben, sagte jeder. Wo kämen wir denn hin, wenn wir alles verschenkten! Es muss auch an die Wirtschaft gedacht werden!
    Ich stimme diesem Argument schon zu, ja, aber, in größeren Zusammenhängen gedacht, ist dieses Wegwerfverhalten einfach eine Schande. Deswegen begrüße ich den Verschenkemarkt des Landkreises- als ersten kleinen Schritt!
    Martina Fuchs, Fulda

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