Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist im Juni auf den höchsten Stand seit 23 Jahren gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken im vergangenen Monat mindestens 99 Menschen. Eine höhere Zahl registrierte die DLRG zuletzt im Hitzesommer 2003, als im Juni 107 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben kamen.
Besonders häufig waren Männer von den Unglücken betroffen. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich. Von den Verunglückten bekannten Alters waren 35 Menschen älter als 50 Jahre. Die meisten Opfer waren jedoch junge Menschen: 40 der Ertrunkenen waren nicht älter als 30 Jahre. DLRG-Präsidentin Ute Vogt sieht dafür bekannte Ursachen. „Es sind vor allem Männer, die zu viel Risiko eingehen und Gefahren unterschätzen. Auch gehen sie öfter berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser“, sagte sie.
Nach der Auswertung der tödlichen Badeunfälle zeigen sich erneut die bekannten Muster. Viele Menschen unterschätzen die Gefahren von Strömungen oder den Temperaturunterschied beim überhasteten Gang oder Sprung ins Wasser. Hinzu kommen fehlende Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache oder trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.
„Seen und Flüsse laden an heißen Tagen zwar zur Abkühlung ein, bieten aber nicht die gleiche Sicherheit wie Schwimmbäder. Schon eine einzige Fehlentscheidung kann innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Folgen haben“, erklärte Vogt.
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen. Dort kamen 55 Menschen ums Leben. In Flüssen ertranken 21 Personen. Jeweils sechs Todesfälle registrierte die DLRG in Schwimmbädern, im Meer sowie in Kanälen. +++

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