Vertreterinnen und Vertreter der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen haben sich mit Sozialministerin Heike Hofmann und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori über zentrale sozialpolitische Zukunftsfragen ausgetauscht. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Stärkung der sozialen Infrastruktur, Investitionen in Klimaneutralität und energetische Sanierung sowie die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Hessen. Angeführt wurde die Delegation von ihrem Vorstandsvorsitzenden, dem Fuldaer Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch.
Dr. Juch betonte die Bedeutung sozialer Einrichtungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und Demokratie. Gleichzeitig verwies er auf die Herausforderungen, vor denen viele Träger stehen. Steigende Kosten, wachsende Anforderungen in den Bereichen Digitalisierung und Klimaschutz sowie komplexe Förderstrukturen erschwerten notwendige Investitionen. Reformen dürften nach seinen Worten nicht zulasten von Teilhabe und sozialer Sicherheit gehen. Zugleich sprach sich Juch dafür aus, das Subsidiaritätsprinzip und die Trägervielfalt zu erhalten sowie die Freie Wohlfahrtspflege frühzeitig in Reformprozesse einzubinden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Finanzierung notwendiger Investitionen. Nach Auffassung der Liga besteht insbesondere bei Digitalisierung, energetischer Sanierung und Klimaschutzmaßnahmen in sozialen Einrichtungen erheblicher Handlungsbedarf. Der Zugang zu Fördermitteln, vor allem aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, sei jedoch vielfach mit hohen Hürden verbunden. Förderverfahren über Kommunen seien in der Praxis häufig komplex, zudem erschwerten hohe Eigenanteile die Umsetzung von Projekten. Im Gespräch mit Wirtschaftsminister Mansoori wurden verschiedene Lösungsansätze erörtert.
Auch die aktuellen Entwicklungen in der Eingliederungshilfe nahmen breiten Raum ein. Gemeinsam mit Sozialministerin Hofmann sowie den Staatssekretärinnen Katrin Hechler und Manuela Strube sprach die Liga über die anstehenden Umsetzungsprozesse. Die Wohlfahrtsverbände fordern dabei eine gleichberechtigte Beteiligung und setzen sich für den konsequenten Schutz des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderungen ein.
Die Liga bewertete die Gesprächsbereitschaft beider Ministerien positiv. Insbesondere mit Blick auf die wirtschaftspolitische Bedeutung einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur sei der Austausch ein wichtiger Schritt gewesen.
Zum Abschluss unterstrich Dr. Markus Juch die Bedeutung verlässlicher Investitionen in den sozialen Bereich. Ein leistungsfähiger Sozialstaat brauche starke Partner. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern wolle, müsse die gemeinnützige soziale Infrastruktur gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden stärken. Investitionen in soziale Einrichtungen und die konsequente Beteiligung freier Träger seien zugleich Investitionen in Demokratie, Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit des Landes. +++

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