Der Hessentag in Fulda ist seit jeher mehr als ein Landesfest mit Musikbühnen und Festzelten. Er versteht sich als Ort der Begegnung und als Ausdruck dessen, was Hessen zusammenhält. Beim Kulturfest des Bundes der Vertriebenen (BdV), Landesverband Hessen e.V., wurde dieser Anspruch erneut sichtbar. Gemeinsam nahmen Innenminister Roman Poseck und der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, an der Veranstaltung teil und stellten die Bedeutung der Erinnerungskultur und des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den Mittelpunkt.
„Gerade Veranstaltungen wie das Kulturfest des BdV Hessen zeigen eindrucksvoll, was Hessen kennzeichnet und unser Land so lebens- und liebenswert macht: die Menschen, ihre Geschichten, ihre Kultur und ihre Traditionen“, sagte Innenminister Roman Poseck in seinem Grußwort. Die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler seien wertvolle Kulturträger. Sie bewahrten Bräuche, gäben Erinnerungen weiter und leisteten einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Identität.
Dass das Kulturfest Jahr für Jahr auf dem Hessentag stattfindet, sei von besonderer Symbolkraft, betonte Poseck. Der Hessentag sei einst von Ministerpräsident Georg-August Zinn ins Leben gerufen worden, um Alteingesessene und Neubürger zusammenzubringen und den vielen deutschen Heimatvertriebenen in Hessen ein neues Heimatgefühl zu vermitteln. Dieser Gedanke des Miteinanders und des Zusammenhalts präge das Landesfest bis heute. Mit Musik, Tanz, Trachten, kulinarischen Spezialitäten und großer Herzlichkeit habe der BdV Hessen auf dem Hessentag einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und lebendig dieses kulturelle Erbe sei. Das Kulturfest stehe zugleich für Erinnerung, Heimatverbundenheit und gelebten Zusammenhalt. Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher Herausforderungen seien solche Orte der Begegnung und des Miteinanders von besonderer Bedeutung.
Poseck dankte dem BdV Hessen, seinem Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann, der stellvertretenden Vorsitzenden und Kulturbeauftragten Rose-Lore Scholz sowie allen ehrenamtlich Engagierten für ihren Einsatz. Sie leisteten einen wertvollen Beitrag dazu, Kultur, Brauchtum und historische Erinnerung lebendig zu halten. „Der Bund der Vertriebenen ist ein wichtiges Stück Hessen“, sagte der Innenminister.
Unter der Moderation der BdV-Kulturbeauftragten und stellvertretenden BdV-Landesvorsitzenden Rose-Lore Scholz stand das Kulturfest erneut unter dem Motto „Unsere Heimat Hessen – Musik, Tanz & Kulinarik der Deutschen aus dem östlichen Europa“. Die Festrede von Ministerpräsident Boris Rhein wurde von Musik-, Gesangs- und Tanzdarbietungen begleitet, die Kultur und Brauchtum deutscher Heimatvertriebener sicht- und hörbar präsentierten.
In seinen Abschlussworten dankte Landesbeauftragter Andreas Hofmeister allen Beteiligten für den gelungenen Nachmittag. Die Veranstaltung habe verdeutlicht, wie lebendig Verbände und Landsmannschaften die Erinnerungskultur pflegten und zugleich zukunftsgerichtet arbeiteten. „Das Schicksal und die Leistungen der deutschen Heimatvertriebenen und (Spät-)Aussiedler sind Teil der deutschen und hessischen Geschichte. Bewusstsein für das was war und wie es dazu kam, ist ein wichtiges Fundament für unser friedliches Zusammenleben. Gerade im 80. Jubiläumsjahr unseres Bundeslandes Hessen gilt es auch den Blick auf die Ankunft der Vertriebenentransporte vor 80 Jahren zu richten, nicht zuletzt in Fulda und der Region. Bei allen Herausforderungen und Verlusten ist am Ende vieles gut geworden, was schlussendlich auch als Hoffnung gebendes Motiv für heute und die Zukunft bleibt“, betonte Hofmeister abschließend. +++
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