Unionsfraktionsvize sieht Chancen für Kernkraft-Comeback

Kraftwerk

Die Diskussion über eine mögliche Rückkehr der Kernenergie in Deutschland gewinnt erneut an Dynamik. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, sieht nach aktuellen Äußerungen aus Brüssel neue Chancen für ein Comeback der Atomkraft.

„Ich begrüße die Äußerung von Kommissionspräsidentin von der Leyen außerordentlich“, sagte Müller der „Bild“. Aus seiner Sicht hat Kernkraft weiterhin Zukunft – vorausgesetzt, es gelingt, neue Reaktortechnologien zu entwickeln. Besonders sogenannte kleine und sichere Reaktoren könnten eine Rolle spielen, wenn sie in der Lage sind, Strom kostengünstig zu produzieren.

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Abkehr von der Kernenergie als „strategischen Fehler“ bezeichnet. Müllers Zustimmung zu dieser Einschätzung ist deutlich, zugleich verweist er auf eine weitere mögliche Energiequelle der Zukunft: die Kernfusion. „Kernfusion wird für Deutschland eine wichtige Energiequelle werden. Die Bundesregierung tut alles, um hier voranzukommen“, sagte der Unionspolitiker.

Auch aus der Industrie kommen Stimmen, die eine neue Debatte über Kernenergie befürworten. Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, betonte gegenüber der Zeitung die Bedeutung günstiger Energiepreise für die Wirtschaft. „Die Industrie benötigt im harten Wettbewerb niedrige Strompreise und verlässliche Energie. Das ist mitentscheidend für die Zukunft des Standorts Deutschland.“

Zander argumentiert, dass langfristig nur ein größeres Energieangebot dauerhaft niedrigere Preise sichern könne. In diesem Zusammenhang könne auch die Kernkraft einen Beitrag leisten. Deutschland müsse sich daher „vorurteilsfrei“ mit dem Thema befassen. +++ red.


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