Bad Salzschlirf soll Heilbad bleiben

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Ein voll besetzter Kulturkessel, konzentrierte Aufmerksamkeit und eine klare Botschaft: Bad Salzschlirf soll Heilbad bleiben. Beim Themenforum „Zukunftsort Heilbad“ wurde deutlich, wie groß die Unterstützung für den Erhalt des Prädikats ist – und wie eng dieser Status mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft des Ortes verbunden wird.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Bad Salzschlirf seine Zukunft als Heilbad sichern kann – und welche Konsequenzen ein Verzicht auf den Titel hätte. Diskutiert wurde auf dem Podium mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Hering (MdL) und dem Bürgermeister der Kurstadt Bad Orb, Tobias Weisbecker. Moderiert wurde der Abend von Julia Henke.

Beide Referenten waren sich in einem Punkt einig: Für Bad Salzschlirf lohnt es sich, am Heilbad-Status festzuhalten und diesen konsequent weiterzuentwickeln. Das Prädikat sei weit mehr als eine formale Auszeichnung – es sei ein klares Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb mit anderen Kurorten.

„Der Heilbad-Status ist nicht nur ein Titel – er steht für Qualität, Gesundheitskompetenz und Attraktivität“, lautete eine der zentralen Botschaften des Abends. Zugleich machten die Referenten deutlich, dass mit den Anforderungen und Verpflichtungen, die ein Heilbad erfüllen muss, auch konkrete Vorteile verbunden sind – für Gäste ebenso wie für die Menschen vor Ort.

Genannt wurden unter anderem der Kurpark als Naherholungsort, ein vielfältiges Kultur- und Veranstaltungsangebot sowie positive Effekte auf die allgemeine Attraktivität des Standorts. Tobias Weisbecker verwies dabei auf Erfahrungen aus Bad Orb: Dort seien die Werte von Grundstücken und Immobilien um 30 Prozent gestiegen. Ein Gesundheitsstandort sei zudem ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor – auch für Bad Salzschlirf.

Im Verlauf des Abends brachte Weisbecker außerdem einen pragmatischen Ansatz für mögliche nächste Schritte ins Spiel. Die Weiterentwicklung könne modular erfolgen, sagte er. Ein stufenweiser Ausbau helfe dabei, Investitionen zunächst überschaubar zu halten und gleichzeitig die Möglichkeit zu bewahren, später weiter auszubauen.

Auch der Landtagsabgeordnete Thomas Hering richtete eine klare Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger. „Den Kopf nicht in den Sand stecken, weil das mit der Therme nicht zustande kam. Sie müssen mutig sein und sich trauen, mit neuen Konzepten etwas aus dem alten Thermenstandort zu machen. Dann unterstütze ich auch weiterhin beim Einfordern von Fördermitteln.“

Dass es bereits intensive Bemühungen gegeben hat, erinnerte ein weiterer Gast des Abends: der frühere Landtagsabgeordnete Dr. Walter Arnold. Nachdem Moderatorin Julia Henke ihn im Publikum entdeckt hatte, bat sie ihn spontan um einige Worte.

Arnold berichtete von zahlreichen Gesprächen in Wiesbaden, die er gemeinsam mit Bürgermeister Kübel geführt habe. Zeitweise sei sogar ein eigenes Gesetz geplant gewesen, um dem kleinen Heilbad Bad Salzschlirf mit großen Summen unter die Arme zu greifen.

„Die Pläne waren fertig, es war kurz vor der Unterschrift und Baubeginn“, schilderte Arnold. Dann habe jedoch der Ukrainekrieg die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Bau- und Energiekosten seien massiv gestiegen – so stark, dass das Projekt schließlich nicht mehr finanzierbar gewesen sei.

Trotz dieser Entwicklung appellierte Arnold an die Verantwortlichen vor Ort, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. „Machen Sie weiter, entwickeln Sie neue Konzepte. Und vor allem, das ist ganz wichtig, treten Sie mit einer Stimme auf. Das muss durch alle Fraktionen einstimmig durchgehen, dann haben Sie gute Aussicht auf Erfolg.“

Diese Forderung nach Geschlossenheit zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Aus dem Publikum wurde mehrfach betont, dass die anstehenden Aufgaben fraktionsübergreifend angegangen werden sollten. Ziel müsse sein, als Kommune geschlossen gegenüber höheren politischen Ebenen aufzutreten und gemeinsam einen realistischen Weg zu entwickeln, um den Heilbad-Status langfristig zu sichern.

Zum Abschluss richtete der CDU-Vorsitzende Alexander Kluge noch einmal den Blick auf die anstehende Kommunalwahl und die eigene Kandidatenliste. „Wir bieten wirklich eine gute Mischung – vom Geschäftsführer bis zum Azubi, Menschen mit Erfahrung genauso wie neue Gesichter mit frischen Ideen.“

Sein Appell an die noch unentschlossenen Wähler fiel dabei bewusst augenzwinkernd aus: „Beim Wählen ist es ein bisschen wie beim Kuraufenthalt – es wirkt nur, wenn man auch hingeht.“ +++


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