Hessen gedenkt im Dienst getöteter Polizeibeamter

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Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck

Am 7. März wird weltweit der Internationale Gedenktag für im Dienst verstorbene Polizeibedienstete begangen. Die Initiative geht von der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation IKPO-Interpol aus. Auch Hessen beteiligt sich an diesem internationalen Zeichen des Gedenkens und wird die Aktion in den sozialen Medien begleiten. Hessens Innenminister Roman Poseck erklärte anlässlich des Gedenktages, dass das Land damit an jene Polizistinnen und Polizisten erinnere, die im Dienst für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz des Rechtsstaats ihr Leben verloren haben.

Poseck verwies dabei auf mehrere tragische Fälle aus Deutschland. „Vor zwei Jahren ist der junge Polizist Rouven Laur in Mannheim infolge eines Messerangriffs durch einen Islamisten gestorben. Im August des vergangenen Jahres wurde der junge Polizist Simon B. in Völklingen im Einsatz getötet. Am 24. Dezember des vergangenen Jahres jährte sich bereits zum zehnten Mal der Tod des Polizeibeamten Christoph Rehm, der in Herborn nach einem Messerangriff seinen Verletzungen erlag. Diese drei Polizisten sind während ihres Einsatzes für den Rechtsstaat ums Leben gekommen. Das sind nur drei traurige Fälle unter vielen weltweit, die deutlich machen, wie gefährlich der Polizeiberuf sein kann.“

Polizistinnen und Polizisten seien Tag für Tag gefordert und setzten sich mit großem Engagement für die Sicherheit der Bevölkerung ein, so Poseck weiter. Gleichzeitig würden sie immer häufiger mit Übergriffen konfrontiert. „Unsere Beamten sind Leidtragende einer Entwicklung, die durch den Verlust von Respekt und Friedlichkeit in Teilen der Gesellschaft gekennzeichnet ist. Angriffe mit Messern und Schusswaffen sind dabei die Spitze des Eisbergs. Es macht mich fassungslos, dass diejenigen angegriffen werden, die sich für die Sicherheit der Bürger einsetzen.“

Die kürzlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt nach Angaben des Innenministers einen neuen Höchststand bei Angriffen auf Einsatzkräfte. Insgesamt wurden 5.507 Fälle registriert, davon waren 5.303 Polizisten Opfer solcher Angriffe. „Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen zugleich, dass immer mehr Menschen lieber zur Faust greifen als zum Argument“, erklärte Poseck. Die Polizei verdiene Respekt und Wertschätzung.

Aus diesem Grund habe Hessen im Jahr 2024 das sogenannte Respektpaket mit verschiedenen Maßnahmen zur Stärkung der Anerkennung für Einsatzkräfte auf den Weg gebracht. Damit wolle die Landesregierung deutlich machen, dass sie hinter den Polizistinnen und Polizisten stehe und ihnen die notwendige Rückendeckung gebe. Gleichzeitig betonte Poseck, dass auch die Gesellschaft insgesamt gefordert sei, Einsatzkräften mit mehr Respekt zu begegnen.

Der internationale Gedenktag setze ein wichtiges Zeichen des Erinnerns. „Wir gedenken heute allen Polizistinnen und Polizisten, die im Dienst für unsere Sicherheit gestorben sind. Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch, der Familie, Freunde und Kollegen zurücklässt. Ihr Einsatz und ihr Opfer verpflichten uns noch mehr, die Arbeit der Polizei zu achten und zu unterstützen.“

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 sind in Hessen insgesamt 54 Polizeibedienstete während ihres Dienstes ums Leben gekommen. Zu den häufigsten Ursachen gehörten tödliche Schussverletzungen sowie Verkehrsunfälle während eines Einsatzes. Zuletzt kam im Jahr 2019 ein Polizeibeamter aus Hessen während eines Einsatzes ums Leben. Der 44-jährige Kollege hinterließ eine Familie. Sein Tod erschütterte die Kolleginnen und Kollegen sowie die gesamte Polizei tief.

Zur Erinnerungskultur der hessischen Polizei gehört es zudem, einmal im Jahr der im aktiven Dienst verstorbenen Polizisten zu gedenken – unabhängig von der jeweiligen Todesursache. Dies geschieht im Rahmen eines Gottesdienstes und einer Gedenkveranstaltung.

Teil der internationalen Kampagne ist es außerdem, weltweit bedeutende nationale Wahrzeichen sowie Behördengebäude in blauem Licht erstrahlen zu lassen. Auch Hessen wird die Kampagne in den sozialen Medien begleiten. Auf diese Weise soll eine globale blaue Lichterkette entstehen, die sich vom Pazifik über Asien, Afrika und Europa bis nach Amerika erstreckt und den Zusammenhalt der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aus allen 196 Mitgliedsstaaten symbolisiert.

Die Kampagne beginnt mit dem Sonnenuntergang am 6. März und endet mit dem Sonnenuntergang am 7. März 2026. Durch diesen Zeitraum wird eine vollständige Abdeckung aller Zeitzonen gewährleistet. +++


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