Heute ist Welt-HPV-Tag: Gesundheitsamt macht auf wichtige Impfung aufmerksam

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Humane Papillomviren (HPV) können Krebs verursachen. Die Viren werden über den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. HPV-Impfstoffe schützen Frauen und Männer fast vollständig vor einer Infektion mit den krebsauslösenden Hochrisikotypen. Deshalb macht das Gesundheitsamt anlässlich des HPV-Tags am 4. März auf das Thema aufmerksam, denn die Impfung wird noch viel zu wenig in Anspruch genommen und kann Krebs verhindern.

Nach aktuellen Schätzungen von 2025 erkranken jährlich in Deutschland 2.900 Männer (vor allem im Mund-Rachen-Bereich) und rund 7.000 Frauen (vor allem am Gebärmutterhals) an Krebs, der durch HPV ausgelöst wird. Weltweit ist geschätzt eine von 20 neuen Krebsdiagnosen auf HPV zurückzuführen. Nahezu jeder Mensch steckt sich im Laufe des Lebens durch Sexualkontakt mit den Viren an und meist verlaufen die Infektionen unerkannt und heilen von selbstwieder ab. „Einige Infektionen können aber auch zu Zellveränderungen und zur Entwicklung von Krebsvorstufen führen“, erklärt Prof. Dr. Dirk Breitmeier, Leiter des Fachbereichs Gesundheit beim Landkreis Fulda. Diese Vorstufen können sich über 10 bis 30 Jahre ganz ohne Beschwerden zu einem bösartigen Tumor entwickeln.

Denn: Einige Humane Papillomviren sind maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten an Vulva, Vagina, Anus, im Mund-Rachen-Bereich oder am Penis beteiligt. Sie verursachen zudem sogenannte Genitalwarzen. Die Ansteckung erfolgt über Haut- und Schleimhautkontakt. Jeder kann sich bei unmittelbarem Kontakt mit infizierten Haut- und Schleimhautbereichen anstecken. Eine Ansteckung ist schon beim ersten sexuellen Kontakt möglich. Was viele nicht wissen: Kondome können die Gefahr einer Ansteckung zwar verringern, bieten aber keinen absolut zuverlässigen Schutz vor HPV. Das liegt daran, dass die HP-Viren im gesamten Genital- und Analbereich vorkommen können und man so auch trotz Kondom damit in Berührung kommen kann.

„Impfungen sind der wichtigste Schutz vor HPV“, betont Breitmeier. HPV-Impfstoffe schützen fast vollständig vor einer Infektion mit den besonders krebsauslösenden Viren. 96 Prozent der HPV-bedingten Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum, 94 Prozent am Gebärmutterhals und 98 Prozent am Analbereich können durch die Impfung vermieden werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen. Idealerweise sollte die Impfung zwischen 9 und 14 Jahren erfolgen, am besten vor dem ersten Sexualkontakt. Aber auch danach sollten ungeimpfte Mädchen und Jungen eine Impfung nachholen. „Grundsätzlich gilt jedoch: Je früher die Impfung durchgeführt wird, desto besser. Die HPV-Impfung ist besonders wirksam, wenn noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat“, erläutert der Leiter des Fachbereichs Gesundheit.

Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Einzelimpfungen erforderlich, die im Abstand von mindestens fünf Monaten verimpft werden. Ab dem 15. Lebensjahr sind drei Impfungen für einen vollständigen HPV-Impfschutz erforderlich, da diese als Nachholimpfung gilt; die Impfserie sollte noch vor dem 18. Geburtstag abgeschlossen sein (zweite Impfung nach ein bis zwei Monaten, dritte Impfung nach sechs Monaten). Die Impfung ist sicher und gut verträglich. Weltweit wurden bisher mehr als 500 Millionen Dosen verabreicht, in Deutschland seit 2024 mehr als 10 Millionen. Anhaltende oder die Gesundheit nachteilig beeinträchtigende Nebenwirkungen sind nicht gemeldet.

Insbesondere aber wird durch die Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich gesenkt (Deutsches Krebsforschungszentrum). In Einzelstudien wurden in Gruppen der Geimpften sogar keine Krebsfälle beobachtet. „Die Impfquote ist weiterhin niedrig. Im Landkreis Fulda sind 51 Prozent der Mädchen im Alter von 15 vollständig geimpft, bei den Jungen sind es nur 35 Prozent. Wir raten deshalb allen Eltern: Sprechen Sie mit Ihrer Haus- oder Kinderarztpraxis und lassen Sie Ihre Kinder impfen“, sagt Prof. Dr. Dirk Breitmeier, der sich für die Impfung von Jungen und Mädchen stark macht. Auch Frauenärzte oder Urologen können die Impfung durchführen. Falls es zu Schwierigkeiten bei der Terminvereinbarung kommt, unterstützt die Kassenärztliche Vereinigung unter der Telefonnummer 116117 dabei.

Weitere Infos gibt es hier: https://www.liebesleben.de/fuer-alle/eltern/hpv-impfung/ und hier: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Informationsmaterialien/Faktenblaetter-zum-Impfen/HPV.pdf?__blob=publicationFile&v=3


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