Hinter verschlossenen Türen hat sich der Haupt- und Finanzausschuss mit der Zukunft des sogenannten Gummiareals befasst. Vertreter der W&L AG stellten im Stadtschloss ihre Pläne für das ehemalige Werksgelände vor. Nach der rund zweistündigen, nichtöffentlichen Sitzung hieß es, die Ausschussmitglieder seien umfassend informiert worden. Über konkrete Inhalte wurde jedoch Stillschweigen vereinbart, Details zu möglichen Nutzungskonzepten bleiben vorerst geheim.
Bei dem Gelände handelt es sich um das ehemalige Werk des Reifenherstellers Goodyear, der seine Produktion im September 2025 nach rund 125 Jahren eingestellt hatte. Mit der Schließung verlor die Stadt einen traditionsreichen Industriestandort und zahlreiche Arbeitsplätze. Das etwa 17 Hektar große Areal gilt seitdem als eine der wichtigsten städtebaulichen Entwicklungsflächen.
Medienberichten zufolge wird der Kaufpreis auf etwa zwölf Millionen Euro geschätzt. Als möglicher Nutzungsansatz wurde unter anderem ein Umschlagplatz für Leasingfahrzeuge genannt. Die Übergabe des Geländes wird voraussichtlich im Mai 2026 erwartet.
Die Stadt hat sich zugleich per Satzung ein kommunales Vorkaufsrecht gesichert, das ihr ermöglicht, selbst als Käufer aufzutreten. Ein möglicher Erwerb könnte einschließlich Nebenkosten bis zu 18 Millionen Euro kosten. Zudem prüft die Kommune den Kauf einer kleineren Teilfläche, darunter ein Parkplatz an der Michael-Henkel-Straße.
Im nächsten Schritt sollen die Fraktionen über die Ergebnisse der Ausschusssitzung informiert werden. Erst danach fällt die Entscheidung, ob die Stadt ihr Vorkaufsrecht nutzt oder die Entwicklung des ehemaligen Industriegeländes vollständig in privater Hand bleibt. Die Zukunft des Gummiareals und die Rolle der Stadt bei der Neugestaltung des Standorts bleiben damit vorerst offen. +++

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