Feuer in GSI-Forschungszentrum

Feuerwehr

Das Großfeuer im Darmstädter Forschungszentrum für Schwerionenforschung (GSI) hat dramatische Folgen und wirft ein internationales Milliardenprojekt weit zurück. Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Keller, sprach von einem „Rückschlag für den Forschungsstandort Deutschland und nicht zuletzt für die internationale Wissenschaftscommunity“. Im Teilchenbeschleuniger sei derzeit kein Experimentierbetrieb möglich, die Auswirkungen des Brandes sind enorm.

Inzwischen steht fest: Die Löscharbeiten beim GSI-Helmholtzzentrum für Ionenforschung in Darmstadt sind beendet. Mehr als 24 Stunden dauerten die Arbeiten, der Einsatz war für die Feuerwehrleute besonders kompliziert. Dennoch schlossen sich auch nach dem eigentlichen Löscheinsatz umfangreiche Nachlöscharbeiten an, die sich bis in den Freitag hinein zogen. Bei Messungen wurden nach Angaben der Einsatzkräfte keine Gefahrstoffe festgestellt, die genaue Schadenshöhe ist weiterhin unklar.

Hessens Innenminister Roman Poseck machte sich am Freitagabend selbst ein Bild von der Lage. Seit etwa 6.30 Uhr war es an dem Forschungsstandort zu einem größeren Brandereignis in einem Industriegebäude gekommen. Die Brandbekämpfung lief über Stunden mit massiven Kräften und konnte schließlich unter Kontrolle gebracht werden, auch wenn die Nachlöscharbeiten weiterhin große Anstrengungen erforderten.

Nach einer Rede im Hessischen Landtag besuchte Poseck gegen 20 Uhr den Einsatzort. Vor Ort nutzte der Innenminister die Gelegenheit, um den zahlreichen Einsatzkräften ausdrücklich zu danken. Er erklärte, der Brand am GSI Helmholtzzentrum sei weitgehend unter Kontrolle gewesen, dennoch seien aufwendige Nachlöscharbeiten notwendig gewesen. Dank des schnellen und umsichtigen Handelns der Brandschützer habe jedoch Schlimmeres verhindert werden können.

Nach Angaben Posecks waren im Verlauf des Tages rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz, viele von ihnen über zahlreiche Stunden seit den frühen Morgenstunden. Neben den Brandschützern aus der Region, darunter Kräfte aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, dem Landkreis Groß-Gerau sowie aus Seeheim, Weiterstadt, Offenbach und Hanau, waren auch mehrere Werkfeuerwehren sowie das Deutsche Rote Kreuz vor Ort. Zusätzlich kam der Hanauer Löschroboter zum Einsatz, der insbesondere im Innenraum des Gebäudes wertvolle Unterstützung leistete. Von dessen Leistungsfähigkeit hatte sich der Innenminister nach eigenen Worten bereits bei einer Übung im September 2024 überzeugen können.

Die Auswirkungen des Brandes bezeichnete Poseck als verheerend. Das Ereignis sei ein schwerer Schlag für den Wissenschaftsstandort Darmstadt. So müsse unter anderem ein Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers FAIR voraussichtlich verschoben werden. Bereits zuvor hatte der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft von einem Rückschlag für Deutschland und die internationale Wissenschaftscommunity gesprochen.

Gleichzeitig hob der Innenminister die Leistung der Einsatzkräfte ausdrücklich hervor. Der Einsatz habe eindrucksvoll gezeigt, was möglich sei, wenn es darauf ankomme und alle Kräfte der Blaulichtorganisationen an einem Strang zögen. Sein aufrichtiger Dank gelte allen Einsatzkräften, ortsübergreifend und über Organisationsgrenzen hinweg. Besonders die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner – ob hauptamtlich, ehrenamtlich oder in den Werkfeuerwehren – hätten mit großem Engagement, hoher Professionalität und persönlichem Einsatz gehandelt. Auch die Hilfsorganisationen wie DRK und THW sowie die Polizei hätten ausgezeichnete und unverzichtbare Beiträge zur Bewältigung der schwierigen Lage geleistet.

„Hohe Professionalität und reibungslose Zusammenarbeit haben maßgeblich dazu beigetragen, die Lage unter Kontrolle zu bringen und noch größere Schäden zu verhindern“, betonte Poseck. Angesichts der Dimension des Brandes sei es ein großes Glück, dass keine Menschen verletzt wurden und zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Der Einsatz sei ein eindrucksvolles Beispiel für Schlagkraft, Solidarität und Leistungsfähigkeit der beteiligten Feuerwehren. Besonders würdigte der Innenminister auch die Einsatzleiterin der Berufsfeuerwehr Darmstadt, die hervorragende Arbeit geleistet habe – davon habe er sich bei seinem Besuch persönlich überzeugen können.

Seinen Dank weitete Poseck ausdrücklich auch auf die Abgeordneten des Hessischen Landtages aus. In einer Debatte über die Zukunft der Feuerwehren seien alle Redner mit ihren Gedanken ebenfalls bei der Großlage in Darmstadt gewesen. Allen Einsatzkräften gelte sein großer Respekt und sein herzlicher Dank. +++


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