368 Luftfilteranlagen für Schulen des Landkreises

Der Landkreis Fulda hat insgesamt 368 mobile Luftfilteranlagen für die Schulen des Landkreises angeschafft, die ab Montag bereits zur Verfügung stehen werden. Entsprechend der Empfehlungen des Umweltbundesamtes hat der Landkreis die Klassenräume kategorisiert und die Geräte auf dieser Basis verteilt. Von insgesamt 1360 Klassenräumen im Landkreis Fulda verfügen 250 Unterrichtsräume bereits über stationäre Lüftungsanlagen. Solche Anlagen ermöglichen einen Luftaustausch in den Klassenräumen. Für die übrigen Räume hat der Landkreis schon im Frühjahr 68 mobile Luftfilteranlagen angeschafft. In den Sommerferien sind dazu noch einmal 300 zusätzliche beschafft worden.

Lüften, das heißt der richtige Luftaustausch, ist jedoch weiterhin das A und O. Das alleinige Reinigen der Luft durch Luftfilteranlagen kann immer nur eine Ergänzung zum Lüften sein, da diese Geräte keinen neuen Sauerstoff einem Raum zuführen können. Das Umweltbundesamt schreibt dazu: „Neben der Einhaltung der Hygieneregeln („AHA“) bleibt daher die regelmäßige Lüftung über die Fenster die wichtigste Maßnahme zur Reduzierung der Virenmengen in der Luft sowie zur Aufrechterhaltung einer gesunden Raumluft („AHA+L“). Dort, wo nicht ausreichend gelüftet werden kann, helfen kontinuierlich betriebene, einfache Zu- und Abluftanlagen oder mobile Luftreiniger, die Virenlast im Raum ebenfalls in einer Größenordnung von bis zu 90 Prozent zu reduzieren.“ Bei der Verteilung der insgesamt 368 Luftfilteranlagen an die Kreisschulen entscheidet vor allem die bauliche Situation in den Klassenräumen darüber, welche Räume eine solche mobile Anlage erhalten: Räume, bei denen regelmäßiges Stoß- und vor allem Querlüften möglich ist, benötigen laut Umweltbundesamt keine zusätzlichen Luftfilteranlagen. „Die gleichzeitige Anwendung von Lüftung und der Einhaltung der AHA-Regeln ist aus innenraumhygienischer Sicht umfassend und ausreichend für den Infektionsschutz gegenüber dem Corona-Virus“, schreibt das Umweltbundesamt.

Das Umweltbundesamt teilt Schulräume aus innenraumhygienischer Sicht in drei Kategorien ein: In der Kategorie eins sind Räume mit guter Lüftungsmöglichkeit (raumlufttechnische Anlage und/oder Fenster weit zu öffnen). Diese Kriterien sind bei der Mehrzahl der Schulräume des Landkreises gegeben. In diesen Räumen ist der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte nicht notwendig, wenn ein Luftaustausch entweder durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften oder durch raumlufttechnische Anlagengewährleistet wird. Die gleichzeitige Anwendung von Lüftung und der Einhaltung der AHA-Regeln ist aus innenraumhygienischer Sicht umfassend und ausreichend für den Infektionsschutz gegenüber dem Corona-Virus. In der zweiten Kategorie werden Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (keine raumlufttechnische Anlage, Fenster nur kippbar bzw. Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt) geführt. In diesen Räumen ist u.a. auch der Einsatz mobiler Luftreiniger sinnvoll. Fachgerecht positioniert und betrieben ist ihr Einsatz wirkungsvoll, um während der Dauer der Pandemie die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen zu minimieren. In der Kategorie drei sind nicht zu belüftende Räume. Diese Kategorie von Unterrichtsräumen ist an Schulen des Landkreises nicht vorhanden.

Auf der Basis der Empfehlungen des Umweltbundes wurde durch den Landkreis Fulda eine Konzeption erarbeitet und die Beschaffung geeigneter mobiler Luftfilteranlagen geprüft und umgesetzt. Hierzu wurden alle Räumlichkeiten jedes Schulstandortes auf die vorhandenen Lüftungsmöglichkeiten untersucht. Diese mobilen Luftfilteranlagen sollen vor allem den Schülerinnen und Schülern bis 12 Jahren zugutekommen, da für diese Altersgruppe bisher kein Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen ist. +++ pm


Popup-Fenster

3 Kommentare

  1. Neben vielen Anträgen und Anfragen zum Umgang, den Schulunterricht sicher zu machen (Bereitstellung weiterer Räume in Bürgerhäusern uä, Verkleinerung der Klassenstärke, Beschaffung von Masken, Waschbecken in Klassenräumen usw. hat „Die Linke.Offene Liste“ im Laufen des letzten Jahres in der Stadt Fulda einige Ansatzpunkte benannt. Zum Herbst 2021 hin hatten wir einen Haushaltsantrag zu Raumluftwechselgeräten eingebracht (alle unsere Anträge für den Haushalt 2021 hier: http://fuldawiki.de/fd/index.php?title=Stadtverordnetenversammlung_Dezember_2020#Raumluftwechselger.C3.A4te_an_Schulen:
    Die Linke.Offene Liste beantragt:

    Die Mittel für Raumluftwechselgeräte in allen Klassenräumen der Schulen in Trägerschaft der Stadt Fulda werden im Haushalt 2021 bereitgestellt. Leider wurde und dieser Antrag abgelehnt: Der Antrag Nr. 87 der Fraktion „DIE LINKE.Offene Liste“ wird bei 1 Ja-Stimme (DIE LINKE), 7 Nein-Stimmen (CDU, CWE, FDP) und 3 Enthaltungen (SPD, Die Grünen) mehrheitlich abgelehnt. In der Niederschrift ist verzeichnet: „Der Bürgermeister informiert über ein aktuelles Schreiben des Umweltbundesamtes. Nur in Ausnahmefällen, in denen nicht ausreichend Frischluftzufuhr gewährleistet werden kann, ist der Einsatz von Raumluftreinigungsgeräten sinnvoll. Die Beschaffung von zehn Geräten befindet sich derzeit in Abstimmung. Acht Geräte sollen in der Astrid-Lindgren-Schule zum Einsatz kommen und zwei Geräte sind für die Rabanus-Maurus-Schule vorgesehen.“ Noch im Juli 2021 befand sich die Verwaltung der Stadt Fulda noch immer auf dem Stand, den Stadtverordneten erzählen zu wollen, dass das Bundesumweltamt den flächendeckenden Einsatz der Geräte nicht empfehle. Bürgermeister Wehner verlautbarte: „Nach wie vor gilt, dass das Öffnen von Fenstern die beste Lüftungsvariante darstellt und von Experten als bevorzugte Variante empfohlen wird.“ – Die Stadtverordneten schluckten diese Informationen widerspruchslos. Doch zu diesem Zeitpunkt gab es schon längst die entsprechenden Bundes- und Landesprogramme zur Anschaffung genau dieser Anlagen. Es ist erfreulich, dass durch die Thematisierung zur Anschaffung solcher Anlagen durch „Die Linke.Offene Liste“ in der Stadt und dem Kreis Fulda wohl endlich Bewegung in die Sache gekommen ist.

    Karin Masche, ehemalige Fraktionsvorsitzende „Die Linke.Offene Liste“ in der Stadt Fulda

  2. Wir sind froh und dankbar, dass der Landkreis Fulda nach mehrfachen Initiativen von UNS, der Wählervereinigung DIE LINKE.Offene Liste, endlich gehandelt:

    Michael Wahl, Kirschgrund 3, 36100 Petersberg, Mitglied im Kreistag Winfried Möller, Höllrain 1, 36103 Flieden, Mitglied im Kreistag
    Lokale und überregionale Print- und Internetmedien
    Flieden, den 05.08.2021
    Pressebericht der Wählervereinigung DIE LINKE.Offene Liste zu Luftreinigung in Klassenräumen
    Landrat soll seine Haltung zu Luftreinigern in den Schulen umgehend ändern
    Petersberg. Flieden. Der Vorsitzende der Wählervereinigung DIE LINKE.Offene Liste im Fuldaer Kreistag, Michael Wahl und deren Pressesprecher Winfried Möller fordern die umgehend Ausstattung aller Klassenräume der kreiseigenen Schulen mit Luftreinigungsanlagen. „Noch im Juli hat der Landrat die umfassende Ausstattung der Klassenräume mit Hinweis auf Aussagen des Umweltbundesamtes abgelehnt“, so Wahl und Möller wörtlich. Auf eine Anfrage der LINKE.Offene Liste zur Sitzung des Kreistages am 12. Juli antwortete der Landrat, dass auf der Grundlage einer Bewertung des Bundesumweltamtes nur Geräte für Klassenräume mit eingeschränkten Lüftungsmöglichkeiten angeschafft wurden.
    „Am 14. Juli 21 hat die Bundesregierung beschlossen, 200 Millionen Euro für mobile Luftfilter bereitzustellen“, heißt es weiter.
    Die Bundesregierung unterstützt damit die Anschaffung mobiler Luftreiniger, um den Präsenzbetrieb in Schulen und Kitas möglichst sicherzustellen. Die Geräte sollen dabei helfen, das Infektionsrisiko soweit wie möglich zu reduzieren und die Gesundheit von Schul- und Kitakindern zu schützen. Der Förderanteil des Bundes beträgt dabei bis zu 50 Prozent. Die Beantragung der Mittel und die Umsetzung erfolgen über die Länder.
    Bereits seit vergangenem Herbst fördert der Bund die Aufrüstung von stationären Luftfilteranlagen in öffentlichen Einrichtungen wie Hochschulen, Kitas und Schulen. Auch beim Neueinbau trägt der Bund inzwischen bis zu 80 Prozent der Kosten. Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs wird es jedoch – trotz intensiver Bemühungen – nicht möglich sein, flächendeckend stationäre Lüftungsanlagen einzubauen. Daher sollen die mobilen Luftfilter zum Einsatz kommen.
    „Wir erwarten nun die zügige Anschaffung von Luftreinigern in den Klassenräumen“, betonen Wahl und Möller abschließend und heben hervor, „dass die Gesundheit unserer Schüler/innen endlich absoluten Vorrang nach dem Dilemma der vergangenen Jahre haben sollte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Wahl Winfried Möller

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*