253 Nisthilfen für Gartenrotschwänze verteilt

Erfolgreiches Projekt der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Fulda

Andrea Bosold (Gruppenleiterin Kita Johannesberg), Daniel Schreiner (Stadtbaurat), Manfred Storch (Leiter Untere Naturschutzbehörde, UNB) Andrea Schmitt (Leiterin Kita Johannesberg), Christian Becker (Praktikant UNB) und Madeleine Bosold (UNB). Foto: Stadt Fulda

Fulda. Der Gartenrotschwanz, einst einer der häufigsten Brutvögel in unseren Gärten, Parks und Streuobstwiesen, ist in Gefahr: Die Population nimmt durch Veränderungen der Landschaft hierzulande, aber auch durch veränderte Klimabedingungen in den Winterquartieren rapide ab. Experten sprechen von Rückgängen um 50 bis sogar 90 Prozent. Ein Projekt der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Fulda will dieser Entwicklung entgegenwirken und ist jetzt erfolgreich angelaufen. Auf einen Aufruf im Winter hin meldeten sich zahlreiche Privatpersonen, aber auch Vereine sowie elf städtische Kindergärten und Schulen und bestellten insgesamt 253 kostenlose Nisthilfen, die aus Mitteln zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen bezahlt wurden. Inzwischen sind alle Nisthilfen abgeholt worden und werden von den Singvögeln zum Teil schon erfolgreich angenommen.

Zur offiziellen Zwischenbilanz der Aktion machte sich der zuständige Dezernent, Stadtbaurat Daniel Schreiner, in der Kindertagesstätte Johannesberg ein Bild von dem Projekt und half beim Aufhängen der Nistkästen. Die Johannesberger Kita gehörte auch den drei Einrichtungen, die im Rahmen des Projekts zusätzlich auch noch einen jeweils 10 bis 15 Quadratmeter großen sogenannten Blühstreifen angelegt hatten. Die Idee dahinter: Für die bedrohten Vögel sollen sich nicht nur die Nistmöglichkeiten verbessern, sondern auch das Nahrungsangebot. Und da hilft es den Insektenfressern enorm, wenn durch reichhaltiges Angebot von blühenden Blumen und Bäumen viele potenzielle Beutetiere angelockt werden. In den Blühstreifen wird eine spezielle Saatenmischung („Bunter Saum“) ausgesät, die auf unseren Naturraum abgestimmt ist. Auch viele private Gartenbesitzer erklärten sich bereit, einen solchen Blühstreifen anzulegen.

Die Kinder der beteiligten Kindergärten sind bei dem Projekt Feuer und Flamme für die Natur, wie auch bei dem Ortstermin mit Stadtbaurat Schreiner deutlich wurde. „Seitdem wir uns mit dem Gartenrotschwanz und den Blühstreifen beschäftigen, stehen die Kinder oft im Garten oder auch mit dem Fernglas am Fenster und beobachten die Tier- und Pflanzenwelt viel intensiver“, berichtete die Leiterin der Kita, Andrea Schmitt. Auch bei dem Aufhängen der Nistkästen wollten alle Kinder dabei sein und die ganz Mutigen kletterten sogar auf die Leiter, um beim Hämmern und Werkeln zu helfen. Dass dieses Projekt bei den Kindern wirklich nachhaltig das Interesse für die Natur geweckt, konnte auch der Stadtbaurat spüren: Auf seine Frage, welche Vögel sie denn kennen, sprudelten aus den begeisterten Mädchen und Jungen die Artennamen von Amsel bis Zeisig nur so heraus. +++ (jo)

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