Berlin. Als es Umfragen gab, wonach die SPD zur Union aufgeschlossen habe, wurde Martin Schulz sogleich zu einer Art Messias erklärt. Einer, der auch übers Wasser laufen könne. Nun, da die Christdemokraten sich wieder deutlich abgesetzt haben, ist er in vielen Medien nur noch der sichere Verlierer. Und schon wird entdeckt, was der Mann alles falsch gemacht haben soll. Gemach. Anlässlich der Bilanz seiner ersten 100 Tage als SPD-Kanzlerkandidat wird das Bild lediglich realistischer.
Die eine Wahrheit ist: Die Schulz Ernennung hat die SPD von der Lähmung der Gabriel-Ära befreit. Das hat die Partei wieder motiviert, hat auch zu vielen Neueintritten geführt. Ohne eine solche Motivation braucht man einen auf Sieg setzenden Wahlkampf gar nicht erst zu beginnen. Schulz hat die gute Stimmung mit seiner betont auf die soziale Gerechtigkeit setzenden Kampagne noch verstärkt. Kandidat, Inhalte, Partei, das scheint endlich mal wieder eine Einheit zu sein und hat sich in den Umfragen positiv ausgewirkt. Dass Angela Merkel dem nicht untätig zuschauen würde, war von Anfang an klar. Sie nutzt derzeit geschickt ihren Vorteil als Kanzlerin, die internationale Krisen zu lösen hat und Entscheidungen trifft. Ein Herausforderer ohne Ministeramt kann derweil nur über die Dörfer tingeln. Das erklärt die derzeitige Delle in der Schulz-Kurve aber nicht. Vielmehr war von Anfang an klar, dass die gute Stimmung in der SPD nur halten würde, wenn es eine Machtperspektive gibt. Und da beginnt das Problem.
Schulz hat behauptet, die SPD habe mit ihm viele Machtoptionen: Große Koalition unter seiner Führung, Ampel mit FDP und Grünen oder Rot-Rot-Grün. Und anfangs schienen die nach oben schießenden Umfragen das auch zu bestätigen. Doch im Saarland, wo mindestens zwei dieser drei Varianten sehr nahe waren, endete die Landtagswahl wie gehabt: Die Union regiert, die SPD ist kleiner Partner. So wie es auch im Bund schon lange Zeit ist. Vor allem Rot-Rot-Grün ist als Option jetzt regelrecht verbrannt. Mit der Aussicht aber, auch nur wieder Vizekanzler unter Angela Merkel zu werden, braucht Schulz seinen Wählern nicht zu kommen. Die SPD und ihr Kandidat sind in der klassischen Situation, die man aus Fußball-Pokalspielen kennt. Eine Mannschaft liegt zurück, die Zeit läuft. Die Mannschaft hat verloren, wenn sie sich jetzt aufgibt. Sie darf die Hoffnung nicht verlieren. Sie muss auf Fehler der anderen setzen. Und auf Glück. Wie oft hat man im Pokal erlebt, dass dann doch noch Tore fielen. Wahlen sind zwar keine Pokalspiele. Aber die Landtagswahlen am Sonntag in Schleswig-Holstein und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen sind für die zurückliegende SPD erste vorentscheidende Ereignisse. Möglicherweise sind danach die Motivationsqualitäten des Martin Schulz wirklich gefragt, so die Lausitzer Rundschau. +++

Keine Bange: 12 Jahre Merkel sind genug!
Mehr Gerechtigkeit wagen und eine Familien- und Frauenpolitik, die zu mehr Gleichberechtigung und verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie führt, das kann die Union einfach nicht! Wenn sie es denn überhaupt will!
Und außerdem: 12 Jahre Merkel sind genug!
Ich hätte Bange vor einem weiteren Jahrzehnt Unions-dominierter Politik (vgl. auch https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/unter-dem-mantel-der-geschichte ) mit rechtspopulistischer Ausrichtung in bekannter Tradition, mit einer rückständigen Bildungspolitik, mit einer Altersarmut fördernden Rentenpolitik und einer die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnenden Sozial-, Abgaben- und Steuerpolitik, mit einer Wirtschaftspolitik, die sich weiter von der sozialen Marktwirtschaft in Richtung einer marktkonformen Demokratie bewegt (wie Merkel ihr „Markt hat Vorfahrt vor Demokratie“ bezeichnet), mit einer seit Jahrzehnten überfälligen Einwanderungspolitik, mit einer planlosen, menschenunwürdigen, auf Rechtspopulisten schielenden Flüchtlingspolitik, mit einer weiterhin Milliarden von Steuergeldern in veraltete Modelle und Strukturen verschwendenden rückwärtsgewandten Familien- und Frauenpolitik, mit einer Grünen Idealen widersprechenden Klima- und Umweltpolitik, mit hü und hot in der Atomenergiepolitik, mit einer Europa-Politik, die Europa gegen die Wand fährt, und den EURO zulasten von Sparern und Rentnern „rettet“, mit einer weiteren Hinwendung an einen – nicht nur von namhaften christlichen Würdenträgern – heftig kritisierten, verkommenen, hilflosen, des „C“ im Parteinamen unwürdigen, die Wählermüdigkeit fördernden Politikstil.
Letzteres wird wieder einmal eindrucksvoll durch den Schlammschlachtstil der Union (vgl. z.B. die Schmutz-Dossiers der Union gegen Schulz) bewiesen! Es ist Wahlkampf:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU
Last, but not least: unsere „Nichts sehen! Nichts hören! Nichts sprechen!“-Kanzlerin kümmert sich zu wenig um die Belange der „einfachen“ Leute!
„Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!“
https://youtu.be/9Steya7Qtr8
https://youtu.be/zH2tEG2G-aw
https://youtu.be/KYm5ZKtjX9A
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
PS: „Uns geht es doch nicht schlecht“ – Martin Winterkorn, Familie Klatten/Quandt, Familie Albrecht, Familie Piëch/Porsche, Familie von Finck, …
Wir haben Besseres als eine aufgewärmte „RoteSocken-Kampagne“ verdient!