Wüst will K-Frage nicht in den Wahlkampf im Osten ziehen

Wüst fordert mehr Austausch zwischen Ost und West

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will die Frage der CDU-Kanzlerkandidatur nicht mit den Wahlkämpfen in Ostdeutschland vermischen. „Wir haben uns in der Union verabredet, diese Frage im Herbst gemeinschaftlich zu entscheiden“, sagte Wüst dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Das ist klug, weil die Länder, in denen im September gewählt wird, ein Recht darauf haben, dass über Landespolitik diskutiert wird.“

Es stehe nicht eine Kanzlerkandidatur der Union zur Abstimmung. Auf die Frage, ob Merz der Richtige sei, sagte Wüst: „Er ist ein erfolgreicher Partei- und Fraktionsvorsitzender. Er hat die Unionsfraktion nach der verlorenen Bundestagswahl sehr gut aufgestellt. Wir arbeiten gut und vertrauensvoll zusammen.“ Was seine eigenen Ambitionen angeht, beschied der NRW-Regierungschef: „Ich habe in Nordrhein-Westfalen viel zu tun und mache das wirklich gerne.“

Wüst fordert mehr Austausch zwischen Ost und West

Wüst (CDU) fordert einen Neustart der Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland. „Es ist Zeit für einen Einigungsvertrag 2.0, der neben der formalen Einheit auch die Menschen besser zusammenbringt – für stärkeres Vertrauen und Zusammenhalt zwischen Ost und West“, sagte Wüst dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ weiter. Der CDU-Politiker aus NRW sieht auch seine Landsleute in der Pflicht: „Mancher kennt sich auf Mallorca besser aus als in Sachsen oder Thüringen“, beklagte er. Ihm gehe es darum, „eine Reihe von Projekten zu vereinbaren“ – zum Beispiel, dass man junge Menschen aus Ost und West stärker zusammenbringe. „Denn Austausch schafft Vertrauen und öffnet Perspektiven für mehr Verständnis untereinander.“ Es gehe zum Beispiel um einen Austausch, wie wir ihn von europäischen Städtepartnerschaften kennen, so der CDU-Politiker. Er habe den Eindruck, „dass viele Menschen aus Nordrhein-Westfalen noch nie in den – gar nicht mehr so – neuen Ländern gewesen sind“. Wüst sprach sich auch für eine Wiederbelebung des Runden Tisches aus, wie es ihn zur Wendezeit gab. „Die Wendezeit war geprägt von der Idee des Runden Tischs: Damals kamen sehr unterschiedliche Menschen zusammen, mit dem einen Ziel, an einer besseren demokratischen Zukunft zu arbeiten.“ Wenn er die Gesellschaft heute betrachte – Ost wie West – dann wünsche er sich „dieses offene aufeinander zugehen im Gespräch zurück; sich an einen Tisch zu setzen, anstatt sich aus der Ferne anzubrüllen“. Denn es sei wichtig, sich auch mit Menschen auseinanderzusetzen, deren Meinung man nicht teile. +++