Wohnungslosenhilfe warnt vor kalter Jahreszeit

Die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW), Verena Rosenke, hat vor den Gefahren der Kälte für Obdachlose gewarnt und auf mehr bezahlbaren Wohnraum gepocht. „Das allergrößte Problem ist, dass es an Wohnungen fehlt“, sagte Rosenke dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Es gibt einfach zu wenig bezahlbaren Wohnraum.“ Weil auch Sozialwohnungen aus der Bindung fallen, gebe es immer mehr Menschen, die nichts Neues finden, wenn sie ihre Wohnung verlieren. Es brauche zudem mehr sichere Unterkünfte, die 24 Stunden geöffnet hätten. Die seien enorm wichtig, damit Wohnungslose nicht morgens wieder auf die Straße und sich abends erneut anstellen müssten. „Man kann auch tagsüber erfrieren“, warnte die BAGW-Geschäftsführerin. Viele wohnungslose Menschen seien in keinem guten gesundheitlichen Zustand. Da werde es nicht erst bei Temperaturen unter 0 gefährlich. „In den Corona-Jahren wurden viele zusätzliche Hotel  s und Jugendherbergen angemietet, die rund um die Uhr geöffnet waren“, sagte sie. „Leider wurde das aber wieder heruntergefahren.“ Rosenke mahnte, dass die Regierung noch einiges tun müsse, um ihr Ziel, bis 2030 die Obdachlosigkeit zu überwinden, zu erreichen. „Da muss noch viel mehr passieren“, sagte sie. „Der Nationale Aktionsplan, der erstellt werden sollte, ist noch nicht vorhanden.“ Es fehlten konkrete Maßnahmen – und klare Signale, wer sie dann umsetze. „Da sind Bund, Länder und Kommunen gefragt“, mahnte sie. Es brauche Wohnungen, sowohl im Neubau, als auch im Bestand. „Und wir brauchen auch die finanziellen Mittel, um Präventionsarbeit zu leisten. Denn im besten Fall werden Menschen gar nicht erst wohnungslos.“ +++