Windkraft: 320 demonstrierten in Wiesbaden

Immer mehr Menschen hinterfragen diese Energiepolitik

Etwa 320 Demonstranten kamen nach Wiesbaden.

Wiesbaden. Hessen feiert 70. Geburtstag- …und genau aus diesem Grund rief Udo Bergfeld mit Unterstützung seines Organisationsteam aus der Bürgerinitiative Siedelsbrunn & Ulfenbachtal zu einer Landesweiten Kundgebung –gegen die Mensch und Naturverachtenden Energiepolitik des Landes- auf. Pünktlich um 06:00 Uhr morgens machte sich das Organisationsteam auf dem Weg nach Wiesbaden. Auf dem Kaiser Friedrich-Platz -den wir Wochen zu vor mit der Wiesbadener Polizei abgestimmt hatten- angekommen, wird gleich mit dem Aufbau für die Kundgebung begonnen. Gegen 10:00 Uhr trafen die ersten Mitstreiterinnen und Mitstreiter der Bürgerinitiativen, darunter die Initiative „Rettet den Taunuskamm“, gegen Windräder auf der Hohen Wurzel, die IG Gegenwind Hauser Wald (Kreis Limburg-Weilburg), die BI Gegenwind Siedelsbrunn & Ulfenbachtal, der Verein Vernunftkraft Odenwald e.V., Bürgerinitiative Pro Kaufunger Wald und Hirschberg, Gegenwind Bad Orb, die Bi-Windkraft im Spessart, Windwahn Oberlahn u.v.a.. , ein.

Hunderte von roten Luftballons mit „Nein Danke“-Aufschrift über Windkraft-Silhouetten, überall Transparente, die von Windradflügeln bedrohte Tierarten zeigen und Aufschriften wie „Nein zu Windparks im Unesco-Geopark Odenwald“. Ein Banner zeigt unter der Überschrift „EEG-Umlage“ wie Kanzlerin Merkel dem deutschen Michel Geld aus der Tasche zieht, um es im Gegenzug Windkraft-Investoren auf abgeholzten Waldstücken in den Allerwertesten zu blasen. Trillerpfeifen sind zur Feier des Tages tabu –so Bergfeld, wir wollen Verantwortung zeigen, im Gegensatz zu den verantwortungslosen Politikern die unsere „schöne Heimat“, für den Profit von Investoren, opfern wollen. Gegen 10:45 Uhr –während die Gäste aus Politik, Kunst, Kultur und Wirtschaft, weithin als prominente Persönlichkeiten bezeichnet- von der Marktkirche aus zum Staatstheater zogen, begann die Kundgebung mit ihrem 1. Redner. Matthias Wilkes-Landrat a..D . Kreis Bergstraße. Unter dem Applaus von ca. 320 Demonstranten, die gegen den Ausbau von Wind-Industrieanlagen im Lande sind, berichtete Matthias Wilkes, das er seinen Landkreis Bergstraße trotz schwarz-grüner Koalition „Windkraftfrei“ seinem Amtsnachfolger übergeben hat. Würden alle Ausbaupläne verwirklicht, setzte Wilkes seine Rede fort, dann würde man in zehn Jahren Hessen, das waldreichste Bundesland, nicht wiedererkennen. Windräder mit Blinklichtern überall würden Flora und Fauna verändern, die Eingriffe in die Natur mit 100 Betonmischerladungen pro Windrad wären immens. Dazu konstatierte Wilkes ein Demokratiedefizit: Die Bürger vor Ort würden nicht gefragt, das aber wäre unabdingbar.

„Immer mehr Menschen hinterfragen diese Energiepolitik“, sagte René Rock, FDP-Landtagsabgeordneter und vehementer Windkraftgegner. 90 Prozent seiner Partei sei schon „vernünftig, die anderen werden es noch“, meint Rock, der vor allem mit den Grünen ins Gericht ging. „Ohne Sinn und Verstand“ würden Landschaften und Natur zerstört, „vor allem, ohne, dass es etwas bringt.“ Er erkenne die Grünen nicht wieder, sagte Rock: FFH-Gebiete, Fledermäuse, Bussarde, der Rotmilan, alles zähle nicht mehr. Stattdessen würden Betonmischer im Wald akzeptiert. Und der soziale Aspekt, die „Umverteilung von Arm nach Reich“ lag dem FDP-Politiker auch am Herzen: Die EEG-Umlage, die 26 Milliarden Euro aus den Taschen der Bürger nehme und an Kapitaleigner weiterreiche, gehöre abgeschafft. Er sagte: „Windkraft kennt nur wenige Gewinner.“

Peter Geisinger, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Vernunftkraft Odenwald e.V. zitiert aus dem Jahresgutachten 2016 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Die fünf Wirtschaftsweisen“): Die Umsetzung der Energiewende war bislang nahezu gleichbedeutend mit einer Förderung von erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung durch das EEG. Wie die Gesamtschau des Energiekonzepts und ihrer Verwirklichung in den vergangenen fünf Jahre gezeigt hat, war dieses Förderinstrument in der Tat sehr effektiv: Es hat zu einem ehedem ungeahnten Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten durch die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie geführt. Es war aber ebenso spektakulär ineffizient, da die mit dieser Förderung verbundenen Kosten förmlich explodiert sind, ohne dass der Stromsektor einen großen Beitrag zur Einsparung von Treibhausgasemissionen geleistet hätte. Geisinger weiter, wie viel Sachverstand braucht die Politik noch, um diesen Unfug endlich zu beenden? In Hessen heißt das Hauptproblem am Kabinetttisch „Tarek Al-Wazir“, der ein leidenschaftlicher Befürworter der Windkraft ist. Aber auch im Umweltministerium von Priska Hinz sieht es traurig aus, man sehe sich nur ihren Ausnahmekatalog zu geltendem Naturschutzrecht an. Und weil die ebenfalls Grüne RP Lindscheid angeblich zu lange für Genehmigungsverfahren braucht, wurde jetzt im Ministerium eine Clearingstelle zur „Beschleunigung“ eingerichtet; Antwort auf eine kleine Anfrage der SPD. Das ist schlicht eine Einrichtung zur Rechtsbeugung. Aber auch RP Lindscheid selbst ist nicht besser: Sie empfiehlt der Regionalversammlung -die das auch noch treu absegnet-, die Abweichung vom Regionalplan und lässt eine zwingend vorgeschriebene FFH-Verträglichkeitsprüfung fallen, weil die übergeordnete Landesbehörde diese aus „Zeit- und Kostengründen“ für nicht vertretbar hält. Die neuste Studie aus der Schweiz -natürlich nicht aus Deutschland- sagt, dass jedes Windrad im Schnitt 21 Vögel pro Jahr töte. Das sind bei derzeit mind. 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland 546.000 tote Vögel pro Jahr, also jeden Tag 1.496 getötete Vögel. Ein deutlich zu hoher Preis für Energiewende und angeblichen Klimaschutz, so Geisinger. EU-Recht? Fehlanzeige, so die BI.

Wir schalten die modernsten Kraftwerke der Welt, hier in Deutschaland, ab – so Dr. –Ing. Detlef Ahlborn, Vorstand der Bundesinitiative Vernunftkraft in seiner Rede. Siemens verlagert die Arbeitsplätze in die vereinigten Staaten und bei uns beschließen die Provinzpolitiker eine Erhöhung der Produktionskapazitäten. Meine Damen und Herren, wenn das keine Energiepolitik aus dem Tollhaus ist, was dann? Unter viel Applaus fährt Dr. Ahlborn fort, hätte man doch vor 25 Jahren diese Heute sinnlos versenkten Milliarden doch nur in die naturwissenschaftliche Bildung gesteckt, dann können unsere Provinzpolitiker wenigsten verstehen, das Windräder ohne Wind keine Strom liefern. Meine Damen und Herren, ich werde jetzt ganz deutlich, diese Energiewende ist das Werk von technisch und physikalisch ungebildeten Wirrköpfen, hier in Hessen vorne weg „Tarek Al -Wazir „. Diese Leute sind dafür verantwortlich, dass unsere Heimat auf dem Altar ihrer radikalen Ideologie geopfert wird. Es sind genau diese Politiker die sich hier für die Windlobby förmlich prostituieren. Jetzt rächt es sich für die „Grünen“, dass sie Physik immer abgewählt haben. Das sind Leute die beim Marsch durch die Institutionen gelernt haben alles zu bestreiten, nur nicht ihren eigenen Lebensunterhalt. Wir haben es hier mit halbgebildeten Welt Verbessern zu tun, die bei 10 Kilowatt bis vor kurzem noch einen Eimer voll Schlick vor Augen hatten, führte Dr. Ahlborn fort. „Windräder gehören nicht in den Wald“, postulierte Angelika Grimm-Eckardt vom Organisationsteam und plädierte für eine „vernünftige“ Energiewende mit Augenmaß. Dass unter allen Argumenten auch der gesundheitsgefährdende Infraschall ein „großes Thema“ sei, betonte Wolfram Schmied vom Organisationsteam, der die heutige Kundgebung sehr erfrischend moderierte und mit einem Vortrag von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der deutschen Wildtier Stiftung, informierte.

Und der Klimaschutz? Dieses Argument, das den BI immer wieder entgegengehalten werde, sei „so abgedroschen“, sagte Schmied, und werde durch Wiederholung auch nicht richtiger. Warum werde in Deutschland denn nicht mehr Energie eingespart? Warum werden die Verkehrsemissionen lieber außen vor gelassen? Weder sei der Strom aus Windkraft speicherbar, noch erzielten die Windräder, die lediglich zu 18,8 Prozent unter Volllast liefen, einen nennenswerten Anteil. Dafür würden den Bürgern, und zwar vor allem den „kleinen“ Privatleuten und Familien, Milliarden Subventionsgelder aus der Tasche gezogen. Gegen 14:00 Uhr, als die geladenen Gäste vom Festakt, das hessische Staatstheater wieder verließen, beendete Bergfeld auf dem gegenüberliebenden Kaiser-Friedrich-Platz, mit einem Countdown, die Kundgebung. Hunderte roter Luftballons stiegen unter den Klängen des Popsong „99 Luftballons“ in den Wiesbadener Himmel. Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschön ans Organisationsteam: Daniela Kohl, Eva-Maria Vercrüsse, Dr. Angelika Grimm-Eckardt, Silvia Preisigke, Kathrin Meeter, Wolfram Schmied, Matthias Vercrüsse, Jürgen Kohl, Pascal Preisigke, die Redner: Matthias Wilkes, Renè Rock, Peter Geisinger, Dr. Detlef Ahlborn und Wolfram Schmied, an die Redaktion von Ruhrkultour, Windwahn- die Seite für den bildungshungrigen Bürger-hier, Frau Jutta Reichardt, Vernunftkraft Odenwald e.V., Vernunftkraft Hessen,der Naturschutzinitiative e.V . sowie allen Bürgerinitiativen die für die gemeinsame Sache geworben haben und nicht zuletzt beim 1. Revier der Wiebadener Polizei; hier u. a. bei der „Vorbereitungsgruppe 70 Jahre Hessen“ Frau Natalie Mehrfert, Kriminaloberkommissarin, dem Ordnungsamt Wiesbaden / Herr Bastian und Herr Erkel, Herrn Michael Loebert / USARMY Wiesbaden für die Freigabe zum Aufsteigen lassen der Luftballons und zuletzt noch bei Herrn Prof. Dr. Michael Elicker für die Freigabe vom Comic „Tierparadies im Hessenland“. +++ (ub)

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