Streiks der Busfahrer in Hessen angekündigt

RhönEnergie Fulda - Fahrgäste sollten sich auf Einschränkungen einstellen

Busbahnhof

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag, 1. November 2019, Streiks der Busfahrer in Hessen angekündigt. Er beginnt mit der Frühschicht gegen 2.30 Uhr und endet Samstagnacht mit Ende der Spätschicht. Betroffen sind Betriebe in ganz Hessen, von Kassel, Melsungen, Rothenburg, Korbach, Homberg/Efze, Gudenberg über Gießen und Fulda, Gelnhausen, Erlensee, Hanau, Maintal, Offenbach, Bad Vilbel, Hofheim, Mainz (Sippel), Frankfurt und Darmstadt.

Hessens Busunternehmer bieten zwölf Prozent mehr Lohn – Hessen-Index setzt Grenzen

Rund zwölf Prozent mehr Lohn wollen Hessens Busunternehmer in den kommenden vier Jahren ihren Fahrerinnen und Fahrern bezahlen. Das hat der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) in der gestrigen Verhandlungsrunde der Gewerkschaft ver.di angeboten. Pro Jahr sollen die Vergütungen im Schnitt um knapp 3 Prozent steigen. Der LHO will mit diesem Angebot ein deutliches Signal setzen: Denn die Unternehmer seien nicht nur an einer zügigen Einigung in den Tarifverhandlungen interessiert. „Damit soll der Busfahrerberuf spürbar attraktiver gemacht werden“, erklärt Volker Tuchan, Geschäftsführer des LHO und Verhandlungsführer der Busunternehmen. Gleichwohl seien damit die finanziellen Spielräume für realistische Lohnerhöhungen ausgereizt. Diese sind begrenzt durch die bestehenden Verträge der Busunternehmer mit den öffentlichen Auftraggebern und die dort verankerte Preisfortschreibung der Lohnkosten. Dieser so genannte „Hessen-Index“ wurde im Nachgang der letzten Tarifrunde von einem breit getragenen Bündnis, an dem auch ver.di teilgenommen hat, beschlossen, um eine verstetigte Fortschreibung der Lohnkosten zu ermöglichen. Die neue hessische Preisgleitklausel schafft einen anteiligen Ausgleich der LHO-Lohnerhöhungen von etwa der Hälfte, und begrenzt damit den finanziellen Spielraum für die Unternehmen.

Der LHO kritisiert daher das Festhalten an den exorbitant hohen Forderungen (23 % Lohnerhöhung in diesem Jahr, 5 Tage mehr Urlaub sowie 2 Tage Sonderurlaub für Verdi-Mitglieder, eine generelle 5-Tage-Woche sowie eine Erhöhung der bezahlten Pausenzeiten) und den nun angekündigten Warnstreik, um diese Forderungen mit Gewalt durchzusetzen. „Die Tatsache, dass die Gewerkschaft nach wie vor an einem Forderungsvolumen von etwa 40 (vierzig!) Prozent festhält, zeigt, dass sie die Wirkung des gemeinsam entwickelten Hessen-Indexes auf die Unternehmen völlig ignoriert“, so Tuchan weiter. Denn solche Steigerungen lassen sich über den Hessen-Index nicht einmal ansatzweise refinanzieren, da sie nur teilweise ausgeglichen werden. „Nur halbwegs übliche Kostensteigerungen ließen den Unternehmen die Möglichkeit, den fehlenden Anteil selbst zu verkraften, ansonsten würden zahlreiche Bus-Betriebe in die Insolvenz getrieben“, so Tuchan abschließend.

Verdi – Angebot noch nicht verhandlungsfähig

Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel erklärte: „Unsere Forderung von 16,60 Euro ist kein Luftschloss oder eine Utopie, sondern die Anhebung auf das Tarifniveau unseres Nachbarbundeslandes Baden-Württemberg.“ Koppel zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Arbeitgeberseite bei den Verhandlungen nicht auf die Forderungen im Manteltarifvertrag eingegangen ist, die Erhöhung der Urlaubstage . „Wenn der Fachkräftemangel nachhaltig gestoppt und das Berufsbild wieder gestärkt werden soll, brauchen wir neben einer gerechten Entlohnung auch Arbeitsbedingungen, mit denen man gesund arbeiten und eine Zukunftsperspektive bieten kann.“ Das Arbeitgeberangebot sieht vor, den Lohn von jetzt 13,50 Euro pro Stunde in vier Schritten um jeweils 40 Cent im Jahr auf 15,10 Euro im Jahr 2022 zu erhöhen. Damit würde die Laufzeit vier Jahre betragen. Jochen Koppel: „Wir haben das Angebot des Arbeitgebers abgelehnt und den Arbeitgeber aufgefordert, uns unverzüglich ein neues Angebot vorzulegen.“ Wenn dies nicht erfolge, werde bereits am Freitag zu einem weiteren Streik aufgerufen, um die Forderung nach Nachbesserung des Angebots zu untermauern. Außerdem wurde ein weiterer Verhandlungstermin für den 14.11.2019 verabredet.

RhönEnergie Fulda – Fahrgäste sollten sich auf Einschränkungen einstellen

Der genaue Umfang ist zwar noch nicht absehbar, betroffen sein können aber auch der Busverkehr in der Stadtregion Fulda und darüber hinaus. Die RhönEnergie Fulda, deren Verkehrsbetriebe in der Region den öffentlichen Personennahverkehr betreiben, bittet alle Fahrgäste, sich bereits im Schul- und Berufsverkehr auf spürbare Einschränkungen des Busverkehrs einzustellen. Die Verkehrsbetriebe der RhönEnergie Fulda beschäftigen mehr als 300 Busfahrer, die mit rund 200 modernen Bussen zahlreiche Linien in der Stadtregion, im gesamten Landkreis Fulda sowie in Teilen von Hersfeld-Rotenburg und im Main-Kinzig-Kreis bedienen. In all diesen Gebieten kann es zu Einschränkungen im Busverkehr kommen. Möglicherweise fallen an den Streiktagen ganze Linien aus. Das Unternehmen wird tagesaktuelle Informationen auf der Internetseite www.re-fd.de/nahverkehr veröffentlichen. Telefonische Auskünfte gibt es unter der Service-Nummer 0661 / 12-375. +++

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Letzte Aktualisierung: 28.09.2022, 05:22 Uhr
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