Streik bei der Bahn beginnt

Seit 18 Uhr der Güterverkehr, ab 22 Uhr dann auch der Personenverkehr

Im Bahnverkehr läuft der von der Lokführergewerkschaft GDL ausgerufene Streik an, mit dem neben höherem Verdienst auch kürzere Arbeitszeiten durchgesetzt werden sollen. Seit 18 Uhr soll der Güterverkehr zum Stillstand kommen, ab 22 Uhr dann auch der Personenverkehr – und das dann 24 Stunden lang bis Freitagabend, 22 Uhr. Die Deutsche Bahn rechnet aufgrund des Streiks bundesweit mit Verspätungen und Zugausfällen. Der Notfahrplan sichere nur „ein sehr begrenztes Zugangebot im Fern-, Regional- und S-Bahn Verkehr der DB“, teilte der Staatskonzern mit. Alle Fahrgäste, die ihre für den Donnerstagabend und Freitag geplante Reise verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen – die Zugbindung für Sparpreis-Tickets ist aufgehoben. Ticket gelten dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung, Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden.

Wissing mahnt schnelle Lösung im Bahn-Tarifstreit an

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat an die Tarifpartner im Bahnstreik appelliert, eine schnelle Lösung zu finden. „Die Menschen sind auf Mobilität angewiesen und gerade während der Feiertage trifft es die Familien hart – oder Menschen, die zu ihren Freunden wollen, zu ihren Liebsten wollen“, sagte Wissing dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag. „Und deswegen kann man nur appellieren an alle, sich schnell zu einigen und vor allen Dingen dafür zu sorgen, dass die Menschen während der Feiertage, die auf Mobilität angewiesen sind, auch mit der Bahn reisen können.“ Einen Eingriff in die Verhandlungen lehnte Wissing ab. „Es gilt bei uns Tarifautonomie. Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, hier zu schlichten“, so der Verkehrsminister. „Ich kann den Ärger verstehen und bin dennoch darauf fokussiert, die Tarifautonomie zu achten.“ Er könne nicht in diesem Tarifkonflikt ein „Machtwort“ sprechen oder eine Entscheidung treffen, so Wissing. „Und desw egen müssen die Tarifparteien sich ihrer Verantwortung bewusst sein, gerade in der Zeit, in der Menschen in besonderem Maße auf Mobilität angewiesen sind. Ich kann nur hoffen, dass diese Verantwortung wahrgenommen wird und man sich schnell einigt und zusammenfindet.“ Der FDP-Politiker machte aber auch deutlich, dass er die Streiks für eine Belastung für die ganze Gesellschaft hält. Die Bahn sei ein wichtiges Verkehrsmittel, und die Bürger seien „darauf angewiesen, dass sie zuverlässig und vor allen Dingen verlässlich fährt“, so Wissing. „Und diese immerwährenden Streiks belasten die gesamte Gesellschaft.“ Der Ausstand im Personenverkehr soll am Donnerstagabend um 22 Uhr beginnen und bis Freitag 22 Uhr andauern. GDL-Chef Claus Weselsky hat für die Zeit bis zum 7. Januar 2024 eine Streik-Pause angekündigt. +++