Soziologe sieht Gabriel auf gefährlichem Kurs in Flüchtlingsdebatte

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Sigmar Gabriel (SPD)

Berlin. Der Hamburger Soziologe Sighard Neckel sieht SPD-Chef Sigmar Gabriel auf einem gefährlichen Kurs in der Flüchtlingsdebatte. Gabriel habe mit seinen Aussagen zu einheimischen Bedürftigen „fahrlässig die Konkurrenz unter den Benachteiligten in Deutschland gefördert“, sagte Neckel der „Huffington Post“. „Erst solche öffentlichkeitswirksamen Konstruktionen einer vermeintlichen Güter-Konkurrenz lassen Neid entstehen.“ Dass Gabriel die soziale Benachteiligung unterer Schichten in Deutschland zum Thema mache, könne man dem Vizekanzler zwar nicht vorwerfen. „Aber indirekt zu sagen, dass die Staatsausgaben für Flüchtlinge woanders zu einer sozialen Misere führen, ist verantwortungslos“, sagte Neckel. Gabriels Aussage heize den schon bestehenden Unmut gegen Flüchtlinge in vielen Teilen Deutschlands weiter an, kritisiert der Soziologe. „Der Vergleich zwischen sozialen Schichten ist seit der Wende in Deutschland weit verbreitet. Ostdeutsche sehen sich schon lange als Bürger zweiter Klasse. Da ist es kein Wunder, dass viele von ihnen auf Benachteiligungs-Szenarien anspringen.“ +++ fuldainfo


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1 Kommentar

  1. Auch Soziologen können irren!
    Wer weiterhin Bürger in die Arme von PEGIDA und AfD treiben will, muss den Gabriel-Vorschlag eines neuen Solidaritäts-Projektes ablehnen!
    Allein die Vielzahl und die Heftigkeit der Ablehnungen aber zeigt, wie gefährlich dieser Vorschlag ist: nicht für die Bürger, nein, für die „christlichen“ Parteien, denen offensichtlich eine das „C“ in ihrem Namen repräsentierende Haltung abhanden gekommen ist.
    Gefährlich auch für die, die bei der sich weiterhin öffnenden Schere zwischen Arm und Reich auf der Sonnenseite stehen: ein Ergebnis einer jahrzehntelangen einseitigen Politik insbesondere der Unionsparteien, die derzeit sogar die durch die EZB verursachte größte Enteignung seit der letzten Währungsreform insbesondere von Sparern und Rentnern mit verantworten: Das ist erbärmlich, Herr Schäuble! Dagegen müssten Sie ankämpfen, Herr Seehofer! Das scheint außerhalb Ihres Blickfeldes geraten zu sein, Frau Merkel!
    Nicht zuletzt wird ja schon an Konzepten gearbeitet, wie man wieder einmal die Mittelschicht zur Deckung der Kosten für die Flüchtlinge heranziehen will (Stichwort: Benzinabgabe, Beibehaltung des Soli). Da muß ich schon Lafontaine Recht geben, der sagt, es ist mal an der Zeit, den Tisch für die Flüchtlinge von den Wohlhabenderen decken zu lassen. Aber dazu bzw. dagegen wird sich die Union natürlich erst nach den Wahlen bekennen! Das ist eine Sichtweise, die den Herren Schäuble, Seehofer und Konsorten offensichtlich völlig fremd ist!
    Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl.
    Bleibt nur zu hoffen, dass Gabriel und die SPD diesen Vorschlag nach den Wahlen, und schon gar nicht mit dem sachfremden, leicht zu widerlegenden Hinweis auf die „vielen Wohltaten“ in der Koalitionsvereinbarung, nicht wieder in der Schublade verschwinden lassen, sondern ähnlich penetrant wie Seehofer, jedoch mit Stil und Anstand, zum Erfolg führen werden.
    Viel Spaß beim Anhören!

    Rock-Blogger, Blog-Rocker und Roll’n Rocker Sigismund Rüstig posted auf multimediale Weise Meinungen und Kommentare zu aktuellen Reiz-Themen in Form von Texten und Liedern.

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