Schärfere Führerscheinregeln für Ältere in Deutschland vom Tisch

In Deutschland wird es wohl keine schärferen Führerscheinregeln für ältere Menschen geben. „Eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung ab einem gewissen Alter kommt für uns in Deutschland nicht in Betracht“, sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Montag am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. Alle hätten die Verantwortung, sich mit ihrer eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Die EU-Verkehrsminister einigten sich am Montag unter anderem darauf, dass zusätzliche Gesundheitstests grundsätzlich möglich sind, die Mitgliedsstaaten aber selbst darüber entscheiden können. Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, dass Über-70-Jährige künftig entweder alle fünf Jahre entweder eine Selbsteinschätzung zur Fahrtauglichkeit ausfüllen oder eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung durchführen sollen.

„Ob zum Arzt oder zu den Enkeln: Gerade in und um Fulda stellt das Auto vielfach die Mobilität und die Teilhabe sicher, insbesondere von älteren Menschen.“, mahnt Jürgen Lenders, der für die FDP-Bundestagsfraktion mit Verkehrssicherheit und Führerschein betraut ist. Aktuell drehe sich die Diskussion um verpflichtende Selbsteinschätzungen für Senioren, wenn diese ihre Führerscheine verlängerten, erläutert Lenders. „Der Vorschlag ist vollkommen absurd. Wer gibt beim Führerscheinverlängern an, dass er nicht fahrtauglich ist?! Das schafft keine Verkehrssicherheit, sondern Bürokratie.“

„Statt neue Bürokratiemonster zu schaffen, sollten wir uns gerade bei einem so sensiblen Thema an den Fakten orientieren.“, fordert der FDP-Verkehrsexperte Jürgen Lenders. „Ich bin froh, dass Verkehrsminister Volker Wissing hier von Anfang an sehr klar war.“ Lenders verweist auf das Statistische Bundesamt, wonach ältere Menschen ab 65 deutlich seltener in Unfälle verwickelt sind. Risikofaktoren hängen nicht ausschließlich vom Lebensalter ab, sondern von der Gesundheit, körperlichen Verfassung und Fahrpraxis. +++