Wenn am 1. Mai um 9 Uhr die Tore des RhönEnergie Rosenbads öffnen, beginnt in Fulda nicht nur die Freibadsaison. Es startet zugleich ein sichtbar modernisiertes Angebot, mit dem Betreiber und Stadt auf Komfort, Barrierefreiheit und Attraktivität setzen. Neue Relax-Liegen, sanierte Umkleiden und ein neu gestalteter Eingangsbereich sollen das Bad fit für den Sommer machen.
Nach Jahren, in denen vielerorts kommunale Bäder eher als Kostenfaktor diskutiert wurden, sendet Fulda damit ein anderes Signal: Freizeitinfrastruktur bleibt ein Standortthema.
800.000 Euro für Komfort und Technik
Knapp 800.000 Euro wurden in die Modernisierung investiert. Unterstützt wurde das Projekt durch Zuschüsse des Landkreises Fulda und des Landes Hessen. Im Mittelpunkt standen dabei Bereiche, die Besucher unmittelbar wahrnehmen.
Der Umkleidetrakt wurde vollständig erneuert – vom Boden bis zur Decke, inklusive Elektrik und neuer Schließfächer. Auch der Eingangsbereich wurde neu organisiert und barrierefrei gestaltet. Eine moderne Drehkreuzanlage soll Abläufe beschleunigen, Familienkabinen mit Wickelmöglichkeiten richten sich gezielt an Eltern mit kleinen Kindern.
Dazu kommen Details, die den Zeitgeist treffen: An Schließfächern können Radfahrer ihre E-Bike-Akkus laden – mit Ökostrom.
Freibad als Wohlfühlort
Besonders offensiv beworben werden acht neue Relax-Liegen im Bereich zwischen Cafeteria und Schwimmerbecken. Unter Palmen sollen Besucher künftig „maximale Entspannung“ finden, wie es aus dem Unternehmen heißt.
Das mag nebensächlich wirken, ist aber Teil eines Trends: Freibäder konkurrieren längst nicht mehr nur über Wasserflächen und Sprungtürme. Aufenthaltsqualität, Gastronomie und Ambiente werden zunehmend zum Entscheidungskriterium.
Auch im Cafeteria-Bereich wurde neues Mobiliar aufgestellt. Das klassische Freibad entwickelt sich damit weiter zum sommerlichen Aufenthaltsort – nicht nur zum Ort sportlicher Betätigung.
Stabilere Technik, wärmeres Wasser
Weniger sichtbar, aber betriebswirtschaftlich relevant, ist die erneuerte Steuerung der Schwimmbadtechnik. Sie soll technische Ausfälle minimieren und Abläufe effizienter machen.
Bereits vor zwei Jahren wurde eine Abdeckung für das Mehrzweckbecken am Springturm installiert. Sie verhindert nachts das Auskühlen des Wassers – mit spürbarem Effekt: Morgens ist dieses Becken nach Angaben des Betreibers das wärmste.
Preise steigen nur leicht
Die Eintrittspreise bleiben weitgehend stabil. Erwachsene zahlen künftig 4,70 Euro für ein Einzelticket, Kinder und Jugendliche 3 Euro. Kinder bis fünf Jahre erhalten freien Eintritt. Die Familienjahreskarte kostet 93 Euro.
Angesichts steigender Energie-, Personal- und Instandhaltungskosten dürfte die moderate Anpassung bewusst gewählt sein. Viele kommunale Bäder stehen unter Druck, zugleich gelten sie als sensibler Bestandteil öffentlicher Daseinsvorsorge.
Saisonwechsel im Bäderbetrieb
Parallel endet die öffentliche Hallenbadsaison im Sportbad Ziehers am 8. Mai. Schulen und Vereine können die Anlage noch bis Anfang Juni nutzen, ehe dort Vorbereitungen auf deutsche Meisterschaften anlaufen. Der Neustart im Hallenbad ist für den 7. September geplant.
Mehr als ein Freibadstart
Der Saisonbeginn im Rosenbad zeigt, wie sich kommunale Freizeitangebote verändern. Wer Besucher halten will, muss investieren: in Technik, Barrierefreiheit, Sicherheit und Atmosphäre.
Fulda versucht genau das. Ob die neuen Liegen unter Palmen am Ende zum Symbol dieses Sommers werden, wird sich spätestens an heißen Tagen zeigen. +++
Das könnte Sie auch interessieren
Laubengang im Klostergarten eingeweiht
Klinikum Fulda investiert 5,5 Millionen Euro in neue Herzkatheterlabore
Schmerzfrei und mobil durchs Leben nach Kniearthrose
Abschied von einem Wahrzeichen – und das Versprechen der Rückkehr
Empfang des Bistums Fulda bringt unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven ins Gespräch

Hinterlasse jetzt einen Kommentar