Pro Bahn fürchtet Preiserhöhung bei Deutschlandticket

Wissler will Deutschlandticket zum "Nulltarif"

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat enttäuscht auf die von Bund und Ländern vereinbarten Eckpunkte zur weiteren Finanzierung des Deutschlandtickets reagiert. Man könne Preiserhöhungen nun nicht mehr ausschließen, sagte Pro-Bahn-Bundesvorstand Detlef Neuß den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Diese sollte aber in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Ein Preis, der mit den Kosten für ein Abo-Ticket der unteren Preisstufen von Verkehrsverbünden gleichzieht oder übersteigt, werden viele Inhaber des Deutschlandtickets nicht mehr akzeptieren und aussteigen. Eine Preiserhöhung um 20 oder gar 30 Euro im kommenden Jahr, halten wir für inakzeptabel“, so Neuß. Gleichzeitig forderte er den Bund auf, sich an den steigenden Kosten angemessen zu beteiligen. „Auch wenn der Nahverkehr Sache der Länder ist, so ist der Bund doch Initiator dieses Tickets und darf sich jetzt nicht aus der Verantwortung stehlen“, erklärte der Fahrgastvertreter.

Wissler will Deutschlandticket zum „Nulltarif“

Angesichts drohender Preiserhöhungen beim Deutschlandticket hat Linken-Parteichefin Janine Wissler einen Kurswechsel bei dem deutschlandweit gültigen Nahverkehrsangebot gefordert. Es sei ein Konstruktionsfehler, dass der Preis für das Angebot über dem im Bürgergeld dafür vorgesehenen Satz liege, sagte Wissler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Deshalb muss der Preis des Deutschlandtickets schrittweise weiter gesenkt werden – bis hin zum Nulltarif.“ Das Ticket müsse für alle bezahlbar sein, so Wissler. „Wir müssen klimaschonende Mobilität endlich sozial gerecht machen.“ Der Nahverkehr gehöre als Grundversorgung in die öffentliche Hand. Gleichzeitig forderte Wissler Bund und Länder dazu auf, Investitionen in Bus und Bahn deutlich zu erhöhen. „Wenn wir wollen, dass die Menschen mit Bus und Bahn fahren, müssen wir auch genug Busse und Bahnen haben. Die Investitionen in die Schiene müssen steigen und die Regionalisierungsmittel müssen verdoppelt werden“, erklärte die Linken-Politikerin. Damit müssten auch Personaleinstellungen und höhere Löhne für die Angestellten der Verkehrsunternehmen einher gehen. +++