Neuer Rekord bei den Übernachtungszahlen in Fulda

Städtische Investitionen in den Fulda-Tourismus zahlen sich aus

Touristen vor dem Stadtschloss in Fulda. Foto: Stadt

Erstmals hat die Stadt die „Schallmauer“ von 700.000 Gäste-Übernachtungen pro Jahr durchbrochen. 2023 zählten die Hotels und Pensionen der Stadt insgesamt 739.012 Übernachtungen, das waren 11,4 Prozent mehr als im Jahr 2022 und sogar noch deutlich mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019, als im Jahr des Stadtjubiläums „1.275 Jahre Fulda“ knapp 693.000 Übernachtungen registriert wurden. In die Tourismusstatistik des Landes Hessen, die heute veröffentlicht wurde, fließen allerdings nur die Zahlen von Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten ein; kleinere Pensionen und private Zimmervermietungen werden also nicht erfasst, obwohl auch dieses Segment in den vergangenen Jahren boomt.

Im hessenweiten Vergleich hat sich Fulda in der Spitzengruppe der Touristenstädte etabliert und rangiert dort lediglich hinter Großstädten wie Frankfurt, Kassel und Wiesbaden sowie hinter ausgesprochenen Urlauberorten wie Willingen im Sauerland oder großen Kurorten wie Bad Wildungen. Hinter sich gelassen hat die Stadt Fulda in der Übernachtungsstatistik Darmstadt und Bad Nauheim. Bei der Zahl der Gäste-Ankünfte hat Fulda mit 437.160 (plus 12,7 Prozent) ebenfalls einen Rekordwert erreicht. Die Durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei den Übernachtungsgästen lag bei 1,7 Tagen.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zeigte sich begeistert von den Rekordzahlen, die er auch auf die Anstrengungen der Stadt Fulda zurückführt, Fulda als Tagungs-, Kultur- und Erlebnisort für Gäste wie Einheimische immer attraktiver zu machen: „Die Vielzahl an qualitativ hochwertigen Veranstaltungen wie Konzerten, Festivals, Märkten und anderen Formaten tragen sichtbare Früchte. Die Landesgartenschau war da im Jahr 2023 noch das i-Tüpfelchen“, so der Oberbürgermeister. Der solide wachsende Tourismus in Fulda wirke sich zudem positiv auf die Kauf- und Wirtschaftskraft der Stadt und der gesamten Region aus, die eng miteinander vernetzt sind, ist Wingenfeld überzeugt: „Der Tourismus stärkt die lokale Wirtschaft, den Handel sowie das gesamte Gastgewerbe. Hier werden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, neue Talente gefördert und die Attraktivität, Aufenthalts- und Lebensqualität kontinuierlich gesteigert.“

Der Leiter des Amtes für Tourismus und Marketingmanagement, Dominik Höhl, bekräftigt: „Fulda ist Gastgeberin aus Leidenschaft und bietet ihren Gästen attraktive Reisegründe.“ Fulda biete ein vielfältiges und facettenreiches Angebot– von der kleinen Tagung über größere Kongresse und Messen sowie Kultur- und Städtetrips bis hin zum romantischen Weihnachtsmarkt. Die zusätzliche Kaufkraft durch den Tourismus stärke den Einzelhandel und die Gastronomie vor Ort. Dabei sei der Tourismus in Fulda nicht nur ein starker Wirtschaftsfaktor, sondern gebe auch Impulse für die Stadtentwicklung, betont Höhl: „Die Sanierung des Schlossturms und die Neugestaltung des Schlossgartens sowie die Investitionen in den Hexenturm, den Musicalsommer und das gesamte sind dabei nur Beispiele.“

„Die positive Entwicklung der Übernachtungszahlen sowie der Tagesgäste zeigt, dass sich Fulda mit seinen qualitativen Angeboten ganzjährig gut entwickelt“, sagt Höhl. Die neuen Tourismuszahlen zeigten zudem, dass die Beherbergungsbetriebe inzwischen in allen Monaten gut ausgelastet seien: „Wenn wie jetzt im Januar und Februar nur wenige Individual-Urlauber unterwegs sind, wird das in diesen Monaten durch das starke Geschäft mit Tagungen und Kongressen ausgeglichen. In den Ferienwochen dagegen liegt der Schwerpunkt auf Städte- und Kulturtouristen sowie Familien, während der Kongresstourismus in diesen Zeiten schwächer ausgeprägt ist.“ Wie die Übernachtungsgäste in den 52 von der Statistik erfassten Hotels und Pensionen im Fuldaer Stadtgebiet mit insgesamt 4455 Betten, so sind auch die Tagestouristen ein wichtiger Faktor für die Stärkung von Handel und Gastronomie in der Innenstadt – „ihre Kaufkraft sorgt mit dafür, dass die Angebotsvielfalt in Fulda das Niveau anderer Städte mit unserer Einwohnerzahl bei weitem übertrifft“, betont Höhl.

Als Indikator für die Zahl der Tagestouristen kann die Statistik der städtischen Gästeführungen dienen. Auch hier ist die Entwicklung positiv: So gab es im Jahr 2023 insgesamt 4933 Führungen, an denen 57.864 Menschen teilnahmen. Gegenüber 2022 gab es ein Plus von 10 Prozent bei den Teilnehmerzahlen. Nicht erfasst sind darin übrigens die Führungen im Rahmen der städtischen Bildungsarbeit von Schulklassen, Kindergarten-Gruppen oder VHS-Kursen sowie auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nicht-städtische Führungsangebote (z.B. die Nachtwächter-Führung) gebucht haben. Allerdings sei zu beobachten, dass sich gerade das Segment des Bustourismus noch nicht von der Corona-Krise erholt habe, erklärt Höhl. Nicht zuletzt deshalb lägen die Zahlen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den städtischen Gäste-Führungen noch unter denen von 2019 und 2018.

Die Stadt Fulda erhebt ab dem 01. April einen Tourismusbeitrag. Die Einnahmen werden zur teilweisen Deckung von Maßnahmen im Tourismus- und Gastgewerbe sowie zur Sicherung und Stärkung des Standortes eingesetzt. Mit dem Tourismusbeitrag trägt jeder Reisende, der in Fulda übernachtet, entscheidend zur Erhaltung des kulturellen Erbes bei und sorgt dafür, dass die touristische Infrastruktur intakt bleibt und ein vielfältiges und attraktives Freizeitangebot gefördert wird. Beitragspflichtig sind grundsätzlich alle ortsfremden volljährigen Personen, die im Gebiet der Stadt Fulda gegen Entgelt beherbergt werden. Der Tourismusbeitrag beträgt pro Übernachtung und pro Person zwei Euro. +++ pm