Neuer Höchststand: Strompreise steigen weiter

Verbraucherschützer: Regierung muss gegen hohe Strompreise vorgehen

Die Strompreise erreichen im Frühjahr einen neuen Höchststand. Im bundesweiten Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde (kWh) Strom derzeit 29,42 Cent und damit mehr als jemals zuvor. Die Tarifexperten von Verivox erwarten einen weiteren Anstieg im Lauf des Jahres.

Die meisten Grundversorger haben die Preise erhöht

Bereits im Januar, Februar und März haben rund zwei Drittel (568) der 826 Grundversorger in Deutschland die Preise um durchschnittlich rund 5 Prozent erhöht. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh sind das Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr. Gleichzeitig hat ein geringer Teil der Versorger (24) die Preise um rund 1 Prozent leicht gesenkt.
Für April und Mai haben aktuell 62 Grundversorger weitere Preiserhöhungen von rund 5 Prozent angekündigt. Zwei Grundversorger senken die Preise um 2 Prozent.

Strompreistrend wird weiter anhalten

„Drei Viertel der Grundversorger haben in diesem Jahr bereits die Strompreise erhöht. Das durchschnittliche Preisniveau in Deutschland ist damit auf ein neues Rekordhoch geklettert. Der Anstieg wird sich auch in den kommenden Monaten weiter verfestigen“, prognostiziert Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. Als Grund geben viele Versorger den deutlich höheren Kostendruck durch gestiegene Beschaffungskosten an. Der Anteil am Strompreis aus Steuern, Abgaben und Umlagen liegt derzeit bei 54 Prozent. Hinzu kommen die Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen. Nur rund 20 Prozent des Strompreises können Versorger selbst beeinflussen. „Atom- und Kohleausstieg, Elektromobilität, Netzausbau und immer mehr erneuerbare Energien: Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen das deutsche Stromsystem steht, müssen Verbraucher sich auch mittel- bis langfristig auf weiter steigende Strompreise einstellen. Ein Anbieterwechsel kann die Kostenlast zumindest abfedern“, so Valerian Vogel.

Verbraucherschützer: Regierung muss gegen hohe Strompreise vorgehen

ngesichts des neuen Höchststandes der Stromkosten in Deutschland haben Verbraucherschützer die Bundesregierung aufgefordert, die gesetzlichen Regelungen für die Energiepreise zu ändern. „Seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise in Deutschland für private Haushalte mehr als verdoppelt“, sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Für die aktuellen Preissteigerungen seien zwar auch die erhöhten Großhandelsstrompreise verantwortlich. „Nach wie vor sorgen allerdings hauptsächlich die hohen Netzentgelte, die EEG-Umlage sowie verschiedene Abgaben und Steuern für die zu hohen Strompreise“, so Müller. „Die Bundesregierung muss endlich handeln und eine Strompreisreform angehen.“ Kernpunkte müssten dabei die weitgehende Abschaffung der Stromsteuer, die Finanzierung der Industrieausnahmen am EEG aus Steuermitteln und die Streichung der Industrieausnahmen bei den Netzent gelten sein, forderte der Verbraucherschützer. „Mit einem niedrigeren Strompreis können Privathaushalte entlastet und die Weichen für die nächste Phase der Energiewende gestellt werden“, sagte Müller dem RND. +++

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1 Kommentar

  1. Dass große Firmen von der EEG ausgenommen werden, ist eine Schande. Nicht nur, dass der „Kleine Mann“ wieder für alles aufkommt, die Firmen haben auch keinerlei Interesse daran, ihren Stromverbrauch zu senken. Alleine die Anschaffung neuer Elektromotoren könnte sehr viel Energie einsparen, aber die Firmen haben kein Interesse. Bei den Strompreisen lohnt sich sparen einfach nicht.

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