Neue Magnete für den Besuch im Herzen der Stadt

Impulsveranstaltung zum Auftakt für Erstellung von Innenstadtkonzept

„Das Herz der Stadt im Fokus – Impulse zur Innenstadtentwicklung“ – unter diesem Titel stand eine Impulsveranstaltung, zu der die Stadt Fulda alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in den Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses eingeladen hatte. Neben deutschlandweiten Trends und möglichen Strategien zur Entwicklung der Fuldaer Innenstadt stand insbesondere Prozess der Erstellung eines Innenstadtkonzeptes für Fulda im Fokus.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte die Zuhörer, die sich aus Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung, aber auch aus Akteurinnen und Akteuren der Fuldaer Innenstadt wie beispielsweise aus Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung oder auch sozialen Bereichen zusammensetzten. „Unsere Innenstadt bietet schon heute als Kultur- und Erlebnisraum zahlreiche Anreize für den Innenstadtbesuch. Dennoch stellen wir auch in Fulda fest, dass wir uns verschiedenen Herausforderungen stellen und unsere bisherige Strategie vertiefen müssen. Aus diesem Grund ist es nur eine logische Schlussfolgerung, dass ein Blick von außen auf unsere Innenstadt gerichtet wird“, so Dr. Wingenfeld. Der Blick von außen wird zukünftig durch das Planungsbüro Stadt + Handel aus Dortmund erfolgen. Dieses wurde für die Erstellung eines Innenstadtkonzeptes für die Stadt Fulda beauftragt und wird sich mit dem Prozessbeginn ab Januar 2024 intensiv mit der Fuldaer Innenstadt auseinandersetzen.

Dass der Einzelhandel nicht mehr der Hauptmagnet für einen Innenstadtbesuch ist, verdeutlichten auch Peter Hügel (Amtsleiter Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung) und Katharina Stupp (Projektmanagerin Zukunftsfähige Innenstädte). Das Thema der Multifunktionalität ist dabei häufig ein wesentliches Merkmal, wenn man von attraktiven und zukunftsfähigen Innenstädten spricht. Dabei kommen der Innenstadt von heute neben dem klassischen Handel und der Versorgung weitere elementare Funktionen wie beispielsweise Tourismus und Freizeit, Gastronomie, sozialer Treffpunkt, Kultur und Veranstaltungen sowie Wohnen und Arbeit zu. Hügel erklärte: „Wir sind der Auffassung, dass unsere Innenstadt schon jetzt sehr multifunktional aufgestellt ist. Diese These soll allerdings im Rahmen der Erstellung des Innenstadtkonzeptes von Stadt + Handel konkret überprüft und zugleich geschaut werden, an welchen Stellen man noch nachjustieren muss, damit unsere Innenstadt auch langfristig attraktiv gestaltet werden kann.“ Der Fokus soll zukünftig auch auf den verschiedenen Quartieren der Innenstadt sowie deren unterschiedlichen Charaktereigenschaften liegen, sodass diese noch besser hervorgehoben werden können.

In einem Impulsvortrag stellte anschließend Katharina Ruhr (Projektleitung Büro Stadt + Handel) das zuständige Büro vor und ging detaillierter auf die Herausforderungen ein, die die meisten deutschen Städte heutzutage zu bewältigen haben. Als einschneidende Ereignisse sind hier die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie sowie den Krieg in der Ukraine zu nennen, aber auch gesellschaftliche Veränderungen wie demografischer Wandel, Wertewandel, zunehmende Individualisierung und Digitalisierung tragen einen wesentlichen Teil zum Strukturwandel bei. „Aufgrund dieser Herausforderungen ist es notwendig die Innenstadt neu zu positionieren und verschiedene Funktionen der Stadt noch besser herauszuarbeiten“, so Ruhr. Eine Reihe von Beispielen aus anderen Städten habe gezeigt, welche kleineren temporären Maßnahmen und welche langfristigen Projekte möglich seien.

Einig waren sich alle Rednerinnen und Redner an diesem Abend in diesem Punkt: Die Entwicklung eines Innenstadtkonzeptes erfordert ein Zusammenspiel von allen Akteurinnen und Akteuren der Innenstadt – egal ob Stadtverwaltung, Gewerbetreibende und Unternehmen, Bürgerschaft, Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern sowie alle weiteren Personen, die sich diesem Prozess verbunden fühlen. Abschließend an die Vorträge gab es die Möglichkeit zum Gespräch – das Publikum tauschte sich rege mit dem Projektteam aus. Hierbei wurden schon erste Projektideen geäußert oder auch Fragen zum Vorgehen und zur Beteiligung gestellt.

Im neuen Jahr startet dann auch offiziell der Arbeitsprozess zum Konzept. Für diesen Prozess sind verschiedene Partizipationsmöglichkeiten vorgesehen. Anfang 2024 ist ein Innenstadt-Spaziergang vorgesehen, im weiteren Jahresverlauf zudem eine Online-Beteiligung sowie Quartiers-Werkstätten – das Projektteam wird vorher informieren. Das Innenstadtkonzept wird spätestens im Juni 2025 vorliegen und soll unter anderem erste sogenannte Quick-Win-Maßnahmen hervorbringen, die schnell und ohne größeren Aufwand umgesetzt werden sollen. +++