Berlin. Die neue Arbeitsstundenregelung bei der Bundeswehr steht in der Kritik. „Es kann nicht sein, dass wir Nato-Verpflichtungen wegen drohender Überstunden nicht nachkommen können“, sagte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), der „Bild am Sonntag“. So könne eine Einheit an einer für vier Wochen geplanten internationalen Übung in Norwegen nur zwölf Tage teilnehmen, da sonst zu viele Überstunden anfallen würden. Bei Nato-Partnern stößt das auf Unverständnis.
Für die Bundeswehr gilt seit Januar eine 41-Stunden-Woche, Mehrarbeit muss mit Freizeit ausgeglichen werden, nicht mehr mit Geld. Bartels berichtet von immer mehr Beschwerden wegen der neuen Regelung: Der Dienstzeitausgleich werde von Vorgesetzten befohlen. Wenn Soldaten als Pendler mitten in der Woche einen freien Tag hätten, könnten viele damit nichts anfangen und würden nur am Standort rumsitzen. Und: Beim Aufenthalt auf einem „Truppenübungsplatz“ haben die Soldaten um 16:30 Uhr Feierabend.
Dann ist der Übungstag zu Ende – wegen Überstundengefahr. Der Wehrbeauftragte fordert deshalb eine Reform der neuen Dienstzeiten-Regelungen und „Jahresarbeitszeitkonten“, auf die Überstunden angerechnet werden. Auch finanzieller Ausgleich sei oft angemessener als befohlenes Abbummeln. Kritik kommt auch vom Bundeswehrverband. Der Vorsitzende, Oberstleutnant André Wüstner, sagte der Zeitung: „Aktuell kämpfen die Streitkräfte mit Anlaufschwierigkeiten und Fehlern in der Umsetzung. Das darf natürlich nicht die Einsatzbereitschaft gefährden.“ +++ fuldainfo
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