Mittelstand drängt auf schnellere Entbürokratisierung

Als Beispiel nennt er unter anderem das Lieferkettengesetz

Der Vorsitzende der Bundesgeschäftsführung des Mittelstandsverbandes BVMW, Christoph Ahlhaus, drängt auf eine schnellere Entbürokratisierung in Deutschland. „Das Thema Bürokratie spielt hier eine besondere Rolle, weil das Dickicht aus Vorschriften und Paragrafen seit Jahrzehnten die deutsche Wirtschaft hemmt“, sagte er der „Mediengruppe Bayern“. Entgegen aller Ankündigungen der Ampel-Koalition sei hier nicht abgebaut worden, sondern ständig neue Bürokratie hinzugekommen. Entbürokratisierung sei daher dringend geboten.

Als Beispiel nennt er unter anderem das Lieferkettengesetz: „Wie soll denn ein kleiner, mittelständischer Betrieb die Herkunft und Produktionsbedingungen eines Bauteils nachweisen, das im Ausland bestellt wurde? Der Aufwand, der hier den Betrieben auferlegt wird, ist praxisfern und nicht zu stemmen.“ Dazu kämen dann Themen, wie der Mangel an Fachkräften, die große Steuerlast, die hohen Energiepreise, aber auch die gesellschaftliche Stellung von Unternehmertum und Selbstständigkeit.

Zudem beklagt Ahlhaus, dass der Mittelstand nicht im Fokus der Bundesregierung stehe und der Staat zu viele Eingriffe auf die Wirtschaft beschlossen habe. „Es wird viel diskutiert, aber wenig gehandelt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Industriestrompreis, zu dem die Koalition immer noch keine Meinung hat.“ Insgesamt zeigt sich Ahlhaus in großer Sorge um den Bestand des deutschen Mittelstands, den er voll im Tief stehen sieht. +++