Mannheimer Attentat – Hering appelliert an Politik und Gesellschaft

Hering sieht weiteren Handlungsbedarf

CDU Landtagsabgeordneter Thomas Hering

„Mit dem Eintritt in den Polizeidienst wird auch ein Stück Angst geboren, vor allem bei den Angehörigen. So wollte meine Mutter nach brenzligen Einsatzlagen keine Details hören“, erinnert sich Thomas Hering mit Blick auf den mitunter gefahrenträchtigen Polizeiberuf. Bei Begegnungen am Hessentag habe er deshalb den Angehörigen des Polizeinachwuchses stets gesunde Wiederkehr ihrer Schützlinge gewünscht.

Am vergangenen Freitag waren am Hessentag in Fritzlar rund 700 Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter von Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Roman Poseck vereidigt worden. „Bei den Gesprächen ahnten wir noch nichts von dem schrecklichen Attentat, das uns allen eine Mahnung sein muss. Immer wieder habe ich die Verrohung und Respektlosigkeit in unserer Gesellschaft thematisiert, die unsere Polizei ausbaden muss“, beklagt Hering. Von seinen ehemaligen Kollegen höre er regelmäßig, dass nicht nur die operativen Herausforderungen gestiegen seien, sondern zunehmend aggressivem Verhalten begegnet werde und das aus teils nichtigen Anlässen. Wie selbstverständlich würden Polizeikräfte in Handyaufnahmen bloßgestellt und im Extremfall durch selektierte Videosequenzen an den Pranger gestellt, ohne Achtung ihrer Würde. Von menschenverachtenden Angriffen und Anmachen ganz zu schweigen. Dazu zähle Hering ganz aktuell auch die islamistische Verherrlichung dieses Terrorakts im Internet oder Antifa-Auswüchse in Mannheim – Pietätlosigkeit und Menschenverachtung höchsten Ausmaßes.

Zuverlässigkeit und Rechtstreue innerhalb der Polizei sehe er als unabdingbar und stelle sich gegen entsprechendes Fehlverhalten. Allerdings nicht mit einseitigem Fokus oder Misstrauen gegen die Polizei. Man sei immer schnell mit dem Urteil nach Einsätzen oder Kritik an polizeilichen Maßnahmen, bedenke aber nicht, dass oftmals Entscheidungen in Sekundenbruchteilen getroffen werden müssten, die nachher in wochenlanger Kleinarbeit aufbereitet würden. „Denken wir an das unsägliche Verhalten von sogenannten Demonstranten nach den tödlichen Notwehrschüssen im Fuldaer Münsterfeld. Da war vereinzelt sogar Gewalt gegen den Kollegen skandiert worden. Niemand von diesen Leuten war dabei, niemand wollte die Gefahrenlage und Not des Polizeibeamten sehen, selbst nach rechtsstaatlicher Aufarbeitung nicht. In welche Not unsere Freunde und Helfer geraten können, darunter auch Feuerwehren und Rettungskräfte, müssen wir jetzt wieder leidvoll erfahren.“

Hering sei sich bewusst, dass derartige Taten und Gefahren für seine Kolleginnen und Kollegen nie gänzlich auszuschließen sind. Ebenso sehe er weiteren Handlungsbedarf in Reihen der Politik, was die Grundhaltung zur Polizei angeht. Dazu gehöre auch das klare Benennen der Gefahren, die von Extremisten ausgehe, und zwar aller Richtungen, wie vorliegend der religiöse Fanatismus zeige. Auch stehe Hering für Gesetzesverschärfungen als Signal gegen Verrohung mit Herausstellung der Verwerflichkeit solcher Taten. Nicht zuletzt aber sei die ganze Gesellschaft gefordert: „Mensch bleiben und in den Bediensteten in Uniform oder zivil immer den Menschen sehen, den Menschen mit Gefühlen und Angehörigen, die oft bangen und leider jetzt wieder trauern müssen.“ +++ pm