Juncker will Ausweitung der Eurozone auf gesamte EU

Er sollte mehr sein als die Währung einiger ausgewählter Länder

Jean-Claude Juncker

Straßburg. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich für die Ausweitung der Eurozone auf die gesamte EU ausgesprochen. “Wenn wir wollen, dass der Euro unseren Kontinent mehr eint als spaltet, dann sollte er mehr sein als die Währung einiger ausgewählter Länder”, sagte Juncker am Mittwoch in einer Grundsatzrede vor dem Europaparlament in Straßburg. Der Euro sei dazu bestimmt, die einheitliche Währung der Europäischen Union als Ganzes zu sein. “Alle außer zwei Mitgliedstaaten sind verpflichtet und berechtigt dem Euroraum beizutreten, sobald sie die Bedingungen erfüllen.” Doch die Mitgliedstaaten, die dem Euroraum beitreten wollten, müssten dies auch tun können, so Juncker. “Deswegen schlage ich die Schaffung eines Euro-Vorbeitrittsinstrumentes vor, dass ihnen technische und manchmal auch finanzielle Heranführungshilfen bietet.” +++

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Zieherser Hof

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1 Kommentar

  1. Galoppierender Realitätsverlust..
    Juncker gleicht einem Arzt, dessen Medizin den Patienten bereits krank gemacht hat und der jetzt aus Trotz die Dosis verdoppeln will. Der Euro (bei dem übrigens auch das EU-Mitglied Schweden nicht mitmacht) ist längst gescheitert und wird nur noch künstlich am Leben erhalten durch “Negativzinsen” und die Übernahme der Staatsschulden veler überschuldeter Schulden durch die EZB mit ihren Anleihenkäufen (weil man diesen Staaten mit der Einführung des Euro das Instrument der Abwertung ihrer eigenen Inflations-Währungen genommen hat). Und ja, es gibt natürlich einige Staaten, die “mehr Europa” fordern. Darunter verstehen die aber ausschließlich die Möglichkeit, ihre Schulden elegant anderen EU-Staaten an die Backe nageln zu können. So wie Italien das mit der geforderten “Vollendung der Banken-Union” schon seit Jahren versucht, um die gigantischen Schulden seiner maroden Banken loszuwerden. Nationale Souveränität abzugeben sind diese Länder NULL bereit. Das zeigt sich doch schon jedes Mal darin, dass sie die gerade erst zugesagten Stabilitätskriterien schon brechen und für nicht bindend ansehen, sobald sie abgeschlossen sind. Diese EU befindet sich de facto schon im letzten Stadium ihrer Existenz. Das zeigt der Austritt von GB und die Spannungen zwischen den übrigggebliebenen Mitgliedern.

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